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- Vielseitigkeits-Lehrgang in Wahnfried
Nach der Saison ist vor der Saison – und deshalb ist jetzt die beste Zeit, um Pläne zu schmieden. Der Kreisreiterbund Werra-Meißner in Hessen bietet einen Lehrgang für Reiter, Richter, Trainer, Interessierte, Delegierte – alle, die irgendwie mit dem vielseitigen Reiten zu tun haben – auf dem Kalkhof in Wahnfried an. Vom 27. bis 29. März unterrichtet Dr. Gerhard Bosselmann (Egestorf). Alle Infos hier:
- Jagdreiten in Peking 1909
Da kriegt der Begriff „Diplomatenjagd“ gleich noch einmal einen ganz anderen Zungenschlag, wenn Dr. Franz Kuhn vom Jagdreiten im China des vorigen Jahrhunderts berichtet. Der Sinologe, geboren 1884 und gestorben 1961, stand in Peking für das Deutsche Reich in konsularischen Diensten und berichtet seiner Familie zu Hause von seinem Sonntagsvergnügen im „Reich der Mitte“. Dr. Konstantin Mettenheimer, Präsident der Taunusmeute, erhielt den Brief von einem Freund zugesandt und hat ihn uns zur Verfügung gestellt. Lesen Sie die vergnügliche Schilderung vom Ritt mit mongolischen Pferdchen: Die Abbildung ist entnommen aus dem Buch „Geschichte der Reitkunst“ von Charles Chenevix Trench, erschienen 1970 im Verlag Nymphenburg. Sie zeigt einen mongolische Nomaden aus dem 20. Jahrhundert.
- Aphorismen eines alten Züchters
Die ruhigen Tage „zwischen den Jahren“ bieten Gelegenheit zu Muße und Nachdenken. Vielleicht geben die „Trakehner Weisheiten“ Anstoß dazu und werden nach dem Jahreswechsel hin zu 2026 vielleicht sogar aktiv umgesetzt oder zumindest „im Hinterkopf“ bewegt. Foto: Archiv Schleppjagd24 Die Aphorismen des Veterinärs Paul Matthias, der auch als Züchter des später legendären Tempelhüter bekannt wurde, hat Axel Henrich (Versmold) in seiner Bibliothek entdeckt. Die Statue des Tempelhüter ist als Kopie des Originals aus Trakehnen in Verden an der Aller vor dem dortigen Pferdemuseum zu sehen. Lebensdaten des Paul Matthias: geboren 1863 auf dem väterlichen Gut Kappe, Kreis Deutsch-Krone, Studium der Veterinärmedizin in Berlin und Hannover, Eintritt in den Gestütsdienst, 1886 bis 1894 Graditz, 1894 bis 1897 Beberbeck, 1897 bis 1924 Trakehnen, danach Privatpraxis in Packledimm, dort auch Ausbilder von bedeutenden ostpreußischen Dressurpferden, so auch von „Bojar“ v. Bulgarenzar, erfolgreich in Schweren Dressurprüfungen mit Käthe Franke. Paul Matthias stieg auch noch mit 75 Jahren täglich in den Sattel. Er war ein strenger Verfechter des Konzepts “Selektion nach Leistung“. Hier sind die Erkenntnisse des Paul Matthias: Mit der Zucht des Pferdes befasse dich nur, wenn dir die Liebe zum Pferd angeboren ist. Pferdezucht ist keine sichere Kapitalanlage. Willst du rasch reich werden, werde Rossschlachter oder Autofabrikant. Treibe Reinzucht! Benutze tiefe Stuten mit gutem Fettpolster und schwungvollem Gang. Beurteile die Stuten genauso streng wie den Hengst. Lege Stammtafeln an und versieh sie mit Bildern. Paare nach Exterieur, aber berücksichtige die Abstammung. Untugenden und Charakterfehler vererben sich treu. Roarer (Kehlpopfpfeifer) und dämpfige Pferde meide. Periodische Augenentzündung ist kein Erbfehler. Beim Verkauf sei ehrlich! Ein teuer verkauftes fehlerhaftes Pferd schadet dir mehr, als zehn reell verkaufte Pferde gut machen können. Beim Kauf lass kein Körperteil unbeachtet. Von dem, was du siehst, zieh` ein Fünftel ab; denn so viel ist das Pferd weniger, wenn du es im eigenen Stall hast. Zieh` Pferde nicht im Stall auf, denn Pferde und Kaninchen sind grundverschiedene Tiere. Für dein Pferd bist du verantwortlich, nicht dein Kutscher. Sind deine Pferde misstrauisch und böswillig, entlasse den Pfleger. Gute Rossgärten, gute Zucht! Treibe Wechselweide mit Rindvieh. Lass die Pferdeäpfel auseinanderwerfen oder aufsammeln; du vermeidest Schädlinge und vermeidest Geilstellen. Zu alte Gräser ruinieren die Weide, nach dem Weiden die Mähmaschine, nach dieser die Wiesenwalze. Kompost ist der beste Weidedünger. Wenn irgend möglich, baue Luzerne an. Sie ist gleich wertvoll grün und trocken. An tragende Stuten gib Wiesenheu. Meide versumpfte Weiden und tränke nicht aus Teichen. Bei Absatzfohlen und Jährlingen spare nicht an Hafer. Einen Ersatz für Hafer gibt es nicht. Salzlecksteine und Kreide sollen in keiner Krippe fehlen. Knochenstärke und Rumpfigkeit erreichst du nur durch gute Weide und viel Heu. Klee- Luzerne und Esparsettenheu ist das Beste für wachsende Pferde. Das gesunde Pferd bedarf der Bewegung. Ein Feiertag mag hingehen, zwei sind von Übel. Pferdezucht ist konservativ, Pferdehandel ist demokratisch. Das Pferd stellt den Idealismus, das Auto den Materialismus dar. Jeder hat das Pferd, das er verdient. Die beste Prüfung des Edelpferdes ist die Jagd hinter der Hundemeute. Wer Pferde und Hunde nicht mag, den betrachte mit Misstrauen – Reite, dann bleibst du jung! Foto: Archiv Schleppjagd24
- Mit den Hounds ins Neue Jahr
Raus an die frische Luft – dieses Bedürfnis ist nach den Feiertagen im warmen Wohnzimmer besonders stark. Die Schleppjagdvereine bieten dazu gute Gelegenheit. Gleich am Neujahrstag lädt die Rheinlandmeute ein zu einem Spaziergang mit den Hunden vom Kennel in Kleinmaischeid. Treffpunkt ist um 12 Uhr, und nach dem Gang durch den kalten Wintertag im Westerwald wird im Clubraum Stärkung angeboten. Wer die Familie Siegel kennt, der weiß, dass dabei niemand zu kurz kommen wird. Der Schleppjagdverein von Bayern ist am 11. Januar unterwegs rund um Gundelsdorf. Die zehn Junghunde haben dafür schon kräftig geübt, die Leine zu akzeptieren. Ihre Namen kennen sie schon länger und auch Kontakt zu Fremdhunden gab es bereits. Wer bei den Bayern mitgehen will, kann seinen eigenen Vierbeiner deshalb gerne mitnehmen. Treffpunkt ist hier um 13 Uhr. Auch die Cappenberger Meute ist mit Junghunden beschäftigt. Gleich elf Youngster müssen in Selm an ein Leben als Meutehund gewöhnt werden. Das erfolgt jeweils samstags ab 10 Uhr. Wer Interesse hat, sich mit jungen Hunden zu beschäftigen, der kann sich mit einer Meute in seiner Nähe in Verbindung setzen und dort Näheres zur Terminplanung in Erfahrung bringen. Kontakt über „Die Meuten“ auf dieser Webseite. Foto: SvB
- "Michelinmännchen" in Tweed
Wahnsinn sei Definitionssache, befand der Gastgeber. War es Wahnsinn, bei acht Grad Minus sein Pferd aufzuladen, um mit Freunden am Boxing Day in Luhmühlen mit Freunden zu reiten oder waren die wahnsinnig, die am zweiten Weihnachtsfeiertag bei herrlicher Sonne zu Hause (oder wo anders) geblieben sind? Das wird sich nicht mehr klären lassen, aber der Tag in der Heide war ein Glückstreffer, den Gerhard Bosselmann mit seiner Einladung gelandet hat. Wer beim Jagdreiten friere, der sei entweder arm oder dumm, hatte ein schultergeschädigter Zuschauer aus dem Tecklenburger Land schon vorher gemeint, als im Vorfeld Kleiderfragen diskutiert worden waren, denn die Überschrift zu dem Tag hatte schließlich „Boxing Day in Tweed“ gelautet. Also zieht man, was man hat, eben an unter dem Tweed. Und so waren denn nicht wenige „Michelinmännchen“ (und -frauchen) unterwegs, die sich erst ziemlich steif beim Aufsteigen quälten, um sich dann bei der Pause am AZL vor Anstrengung qualmend so mancher Schicht wieder zu entledigen. Wie man es kennt von „Doktor B“: Perfekte Organisation – angefangen bei gut sichtbarer Beschilderung für die Anfahrt - Reiter zum Geländeplatz, Zuschauer und Gäste zum Ausbildungszentrum AZL – und großzügige Bewirtung mit „Trank“, nicht nur aus der Heidebrennerei, aber in jedem Fall wettergemäß heiß oder erfrischend prickelnd zu „Speis‘“ vom mobilen Suppenkoch am Schluss. Natürlich zeitgemäß nicht nur mit Fleisch sondern auch vegan im Angebot. Aus Rücksicht auf Pferdebeine hatte der Gastgeber „viel Schritt und Trab“ versprochen, und Hans Melzer beruhigte dann sogleich „aber auch Galopp“. Der Reitmeister hatte die Strecke vorher noch einmal abgefahren und sich versichert, dass der Boden bei Vernunft gut bereitbar war. Der versprochene Durchritt durch den Messmer-Teich musste zwar ausfallen. Schlittschuhe wären an diesem Tag angebrachter gewesen. Aber dafür wurde der heilige Rasen der Fünf-Sterne-Prüfung punktuell geöffnet für ein „Galöppchen in Ehren“. Hinterher dampften einige der fast 40 Pferde dann doch mehr als erwartet – konditionelle Herausforderung und Winterfell - und die Reiter strahlen vor Freude über den gelungenen Tag. Sichtbar zufrieden war auch der Anführer der Truppe, denn seine braune Stute Trude benahm sich vorzüglich in ihrer Rolle als Te^ten-Pferd. Das sei beim Anblick von Hunden nicht immer garantiert, wie Augenzeugen glaubhaft versicherten. Hunde wären an diesem Tag auch angesichts des Schutzes der Pferdebeine auf tiefgefrorenem Boden unterfordert gewesen, und der Boxing Day in Luhmühlen war auch ohne Meute ein schönes, sonniges Feiertags-Event. Text und Bilder: PS. Mehr gibt es zu sehen bei Thomas Ix unter www.foto-ix.de
- Von Diner en Blanc bis Hounds in lila
Schleppjagd reiten – das ist soooo viel mehr als nur flottes Galoppieren. Das ist eine Art zu leben, die weit über bloßes Sporttreiben hinausgeht. Unvergessliche Momente mit Pferden und Hunden, in allen vier Jahreszeiten draußen in der Natur, mit vielen Gleichgesinnten, mit Musik, mit Reisen, gutem Essen und Trinken, tanzen. Einfach vieles, was leuchtende Erinnerungen schafft. Deutlich wird das in dem Jahresrückblick der Mecklenburger Meute. Peter Leibold hat ihn zusammengestellt mit Klaus-Dieter Baumgart, der die Bilder dazu lieferte. Seien Sie versichert: Der Schleppjagdverein „von Esebeck“ ist keine Ausnahme bei den Jagdreitern. Jede Meute in Deutschland ist anders, aber die Fülle der Eindrücke ist überall ähnlich geballt. Lesen Sie hier – und Schleppjagd24 schließt sich an bei den guten Wünschen für fröhliche Weihnachten und ein gutes neues Jahr mit Gesundheit in Haus und Stall.
- Jagdreiter tagen 2026 in Bayern
Im August 2026 kann der Schleppjagdverein von Bayern auf 40 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. Das Jubiläum ist Anlass, die Meutehaltertagung und die Jahreshauptversammlung der Deutschen Schleppjagdvereinigung im kommenden Jahr auszurichten. Den Termin können sich alle Meutehalter, interessierte aktive Jagdreiter und Freunde des „Sport in Rot“ schon fest im Kalender notieren: 24. bis 26. April 2026. Getagt und gefeiert wird im historischen Gut Sedlbrunn bei Pöttmes, nur ein paar Kilometer vom Meutestandort Gundelsdorf entfernt. Das Rahmenprogramm wird dem Anlass entsprechend geschichtsträchtig. Außerdem gibt es einen Einblick, wie die „bayerischen Foxhounds“ in der modernen Kennel-Anlage leben und im angrenzenden Gelände trainiert werden. Die detaillierte Einladung mit Programm folgt Anfang des Jahres. Die Hotelzimmer können aber schon gebucht werden:Gut Sedlbrunn (inkl. Frühstück: EZ ab 98,- DZ 140,- und Mehrbettzimmer) www.gut-sedlbrunn.de Oder: Hotel Reidinger (inkl. Frühstück: EZ 70,- DZ 120,- auch Mehrfachzimmer bis 140,-) www.hotel-reidinger.de Infos zum Verein auf der Homepage www.schleppjagd.de . Fragen beantwortet der Master und Präsident Toni Wiedemann unter tw@schleppjagd.de oder telefonisch unter 08253-928092. Fotos: SvB Archiv & Verena Dechant
- Burchard Schlüter (1963 – 2025)
Burchard Schlüter, ein Motor der Warendorfer Jagdreiter, ist nach schwerer Krankheit gestorben. Seine Freunde haben ihm noch am Tag nach der Abschlußjagd der Saison in Warendorf-Vohren am Krankenbett Bericht erstattet, und am Abend ist er eingeschlafen. Die Warendorfer Jagdreiter haben ihm einen Nachruf gewidmet: „In großer Trauer nehmen wir Abschied von Burchard Schlüter, geboren am 23. Februar 1963, gestorben am 8. Dezember 2025: Ein Jagdreiter, ein Kamerad, ein leidenschaftlicher Westfale – und für viele von uns ein echter Freund. Burchards Weg in die Jagdreiterei begann schon in seiner Jugend, geprägt durch Willy Rehr, der früh sein Talent erkannte und seine Begeisterung entfachte. Was damals seinen Anfang nahm, wurde zu einer Lebensleidenschaft: die Schleppjagd, das Reiten im springenden Feld, die Gemeinschaft und die besondere Atmosphäre unseres Sports. Burchard ritt unzählige Jagden – mit Herz, Mut, Humor und einer ansteckenden Energie, die niemanden unberührt ließ. Er war ein waschechter Westfale, geboren und als selbständiger Kaufmann für immer sesshaft in der Gemeinde Everswinkel. Einer, wie man ihn sich nur wünschen kann: bodenständig, herzlich, direkt – und mit einem Humor, der uns immer wieder zum Lachen brachte. Dieses Lachen war unverkennbar. Wer es einmal gehört hat, trägt es für immer im Herzen. Als engagiertes Mitglied der Warendorfer Jagdreiter war Burchard nicht nur Teilnehmer, sondern Antreiber, Organisator und begeisternder Motor vieler Schleppjagden. Er hatte die seltene Gabe, Menschen mitzunehmen – sei es auf dem Pferd, durch seine Worte oder einfach durch seine Präsenz. Viele von uns haben dank ihm den Weg zur Jagdreiterei gefunden oder sind ihr durch ihn treu geblieben. Zuletzt ritt er auf seinem Fuchs Filou, mit dem er viele unvergessliche Momente teilte. Für seine Familie, vor allem für seine Frau Marita Schlüter, für seine Freunde, Jagdkameraden und Weggefährten hinterlässt Burchard eine große Lücke – und gleichzeitig unzählige Erinnerungen, die uns alle miteinander verbinden. Wir werden Burchard nicht vergessen: Seinen Mut, seine Leidenschaft, seine Begeisterung – und dieses Lachen, das selbst an schweren Tagen Licht brachte. In stillem Gedenken und tiefer Dankbarkeit Deine Jagdfreunde, die Warendorfer Jagdreiter und alle, die mit dir geritten sind.“ Das Auferstehungsamt, zu dem die Familie herzlich einlädt, findet statt am Donnerstag, 18. Dezember um 14 Uhr in der Pfarrkirche St. Magnus in Everswinkel. Im Anschluss daran wird Burchard Schlüter auf dem Friedhof beigesetzt. In der Todesanzeige von seiner Familie heißt es: Der Hof, die Jagd, der Wald, das Feld, das war meine schönste Welt. Das Heim mit meinen Lieben drin war meines Lebens Freud und Sinn. Text: Mareike Babst und Foto: privat
- Schleppjagd-Training international
Es begann alles mit einer Nachricht auf Facebook: “... könntest du dir vorstellen, nach Dänemark zu reisen, um mir Unterricht auf Carlo im Leichten Sitz für die Jagden zu geben?” Klar konnte Philipp Jakob sich das vorstellen und daraus ist für den Hunting-Beauftragten der Deutschen Schleppjagdvereinigung eine internationale Aufgabe geworden. Er hat dazu einen Bericht geschrieben - und nicht erwähnt, dass ihm für seinen Lehrgang gleich am zweiten Tag ein Pferd zur Verfügung gestellt worden ist. Schöne Geste, aber auch eine zweischneidige Angelegenheit, denn er wurde dann auch gleich aufgefordert, seine Aufgabenstellung praktisch vorzumachen und auf englisch zu erklären. Aus der Facebook-Anfrage ist schnell mehr geworden und so holte Søren Larsen einige Mitglieder des Jydsk Jagtrideklub ins Boot. Bjarne (ein Mitglied und Teilnehmer) pflegt gute Beziehungen zu Michael, dem Besitzer eines landwirtschaftlichen Anwesens in Byrsted/Pandum, das sich als die perfekte Location für den Kurs entpuppte. Es folgten einige Meetings online über Teams, um sich zunächst einmal kennenzulernen, dann einige weitere, um den Ablauf, das Programm und die Voraussetzungen sowie letzte Feinheiten abzustimmen. Der Austausch war von Beginn an sehr angenehm, freundlich und von großem gegenseitigen Interesse geprägt – aber auch von Neugierde: denn niemand wusste so recht, wie die Umsetzung letzten Endes gelingen würde. Aus dieser ursprünglichen Idee wurde jedoch nicht nur ein Rahmenprogramm für den Lehrgang gestrickt, vielmehr konnte ich den Kurs mit einigen Tagen Urlaub im Strandhaus von Louise und Søren direkt in den Dünen der Nordsee verbringen. Dank deren großartigen Engagements waren die Tage kulturell durchorganisiert. Neben der Besichtigung einer alten Wikinger-Festung (eine von fünf in Dänemark), den typischen kleinen weißen Kirchen und Fahrten über Land, gab es reichlich Gelegenheit, Fisch direkt am Fjord zu essen und die Stille zu genießen. Die Region um Nibe bei Aalborg in der Region Nordjütland liegt fernab des großen Tourismus und dank der Kenntnisse des einheimischen Søren lernte ich die echten und authentischen Ecken dieser Gegend kennen. Insbesondere das fabelhafte Weingut Glenholm Vingård. Betritt man die Einfahrt des Gutes, ist man sich nicht ganz sicher, in Südfrankreich, Dänemark oder Irland zu sein. “Glenholm” könnte zudem auch schottisch sein. Wir nahmen eine Weinprobe: einmal weiß, einmal rosé, einmal rot. Mit Blick auf Wasser und Weinreben. Neben all dem Kulturprogramm, den kühlen Bädern in der Nordsee und Fischtellern, kam das Reiterliche nicht zu kurz. Carlo und Søren nahmen Reitstunden auf dem heimischen Sandplatz, um noch besser in die kurzen Bügel zu kommen. Am Kurs selbst waren es lediglich eine Handvoll Teilnehmer, was ich jedoch nicht als bedauerlich empfand. Man muss wissen, dass die Reiter Dänemarks eine andere Philosophie in Bezug auf Lehrgänge haben. Während es hierzulande beinahe Mode ist, regelmäßig an den verschiedensten Kursen teilzunehmen (Working-Equitation, Geländelehrgang, Bodenarbeit usw.), gibt es ein solches Angebot in Dänemark kaum bis gar nicht. Dort hat man üblicherweise seinen privaten Trainer, dem man treu bleibt. Gerade deshalb war ich froh, dass sich ein paar Reiter anmeldeten. Diese gingen mit Offenheit an das Thema heran, hatten Interesse, Neues zu lernen und waren bereit, die Bügel kürzer zu schnallen. Das Gelände auf Michaels landwirtschaftlichem Betrieb bot dazu die geeigneten Trainingsmöglichkeiten. Zahlreiche Hindernisse waren in dessen großzügig angelegten Garten, der eigentlich ein Park ist, platziert. Die Kronen vieler aller Bäume boten hinreichend Schatten und zugleich auch die perfekte Mischung aus waldartigen Passagen, Wiese, bergauf und bergab. Wir wechselten verschiedene Einheiten und steigerten uns stetig. Begonnen vom Einstellen der Bügellänge, Trabübungen, dem Überwinden kleiner Galoppstangen – bis hin zu technischeren Anforderungen am Hindernis, dem Reiten gezielter Linien, die Einwirkung durch den Sitz auf das Pferd und dessen Tempo sowie das Reiten Seite an Seite bzw. in Formation, um für Abwechslung zu sorgen. Insgesamt war es ein großartiges Erlebnis und eine besondere Freude für mich, eine Anfrage aus Dänemark erhalten zu haben, aus der ein solch schönes und rundes Rahmenprogramm gestrickt wurde. Daher gilt mein großer Dank vor allem Søren Larsen, Kim Schewing-Christensen, Bjarne Mørup und Michael, die diese Veranstaltung organisiert und möglich gemacht haben! An dieser Stelle aber noch einmal Danke an Louise und Søren für die Gastfreundschaft und das Engagement dieser Tage! Der nächste (private) Besuch in Dänemark bei Louise und Søren ist bereits geplant: Mitte Dezember geht es für ein verlängertes Wochenende zu ihnen; die beiden kommen dann im Frühjahr 2026 zu Besuch – Jagdreiten verbindet über Grenzen! Text und Bilder: Philipp Jakob
- Ix-Kalender „Rote Jagd 2026“
Sein „Pferd“ stammt aus dem Zuchtgebiet Land Rover, Stallname „Landy“. Damit „reitet“ er jede Jagdstrecke gleich zweimal ab. Einmal um die Strecke zu überprüfen und sich die besten Foto-Spots auszusuchen und dann noch ein weiteres Mal während der Jagd. Dabei „voltigiert“ der Meister dann sogar auch mal gelegentlich, um den absoluten Top-Blickwinkel auf Hunde, Pferde und Reiter für die Ewigkeit festzuhalten. Herausgekommen ist auch in diesem Jahr wieder ein sehenswerter Kalender von Thomas Ix zu unserem einhelligen Lieblingsthema: „Rote Jagd 2026“. Wie schon seit vielen Jahren, nämlich seit 2014, von ihm gewohnt: Stimmungsvolle, actiongeladene und auch überraschende Motive begleiten großformatig durch das Jahr. Die energiegeladenen Hunde verschiedener Meuten sind wieder die Stars auf den zwölf Monatsblättern und einem Deck- und Rückblatt im Format DIN A2. Im Kalender vertreten sind die Niedersachsen-Meute, der Cappenberger Schleppjagdverein, die Böhmer Harrier Meute und die Beagle-Meute Münsterland. Entstanden sind die Bilder bei Jagden von der Weser über die Lüneburger Heide bis vor die Tore Berlins. Im Web-Shop kann schon jetzt bestellt werden. Der Versand erfolgt dann ab Ende der ersten Dezemberwoche. Im Shop sind auch alle Kalenderblätter schon in der Vorschau zu bewundern. https://www.foto-ix.de/galleries/05-kalender/kalender-rote-jagd-2026/ Der Kalender kostet EUR 29,50, zuzüglich EUR 6,00 Versand. Bei drei und mehr bestellten Exemplaren ist der Versand kostenfrei. Text und Fotos: Petra Schlemm
- Eitze bleibt unerkannt
Jedes Ding hat zwei Seiten, auch eine Schleppjagd wie in Verden-Eitze. Phantastisch für die Reiter: 20 Teilnehmer in zwei Feldern hinter 20 Foxhounds der Niedersachsen-Meute – macht also pro Reiter ein Hund und ganz viel Platz in den Wiesen an der Aller und im angrenzenden Wald. Besser geht es nicht. Suboptimal allerdings für den Verdener Schleppjagdreitverein als Veranstalter. Auch wenn Claudia Wittbold-Müller auf ihren Ritt verzichtet und den Jagdherrn Karl Wallis mit ihrem Pferd beritten gemacht hat, finanziell bleibt ein Minus. Eitze scheint ein Geheimtipp zu bleiben. Oder ist mehr zeremonielles Brimborium gewünscht, vielleicht auch ein Schloß im Hintergrund? Wer „Schleppjagd pur“ schätzt, der hat ein Fest für die Sinne verpasst: Unprätentiöses Stelldichein am Feuerkorb auf einer Wiese, kalt, aber sonnig und gerade so viel über Nullergraden, dass der Nachtfrost rechtzeitig vor dem Aufbruch wieder verschwand. Jagdtypische Hindernisse in den Allerwiesen und im Wald. Jagdsignale der beim Bundeswettbewerb preisgekrönte Es-Horn-Formation bien aller, die „Hauseigenen“ aus Verden. Leuchtendes Herbstlaub, schimmernd im Spätherbstlicht, sandige Wege und stilvolle Fachwerk--Gehöfte als Kulisse für pferdefreundliche Schrittstrecken nach dem Aufbruch und vor dem Stopp. Laaaange Schleppen, Hunde super in Form und laut. Besser zu hoch als zu niedrig gesprungen: Bentley bei seiner zweiten und Anja, unerschrocken und allgegenwärtig, bei ihrer x-ten Jagd Zurückhaltendes Wild - keine Selbstverständlichkeit in diesem Revier, wo schon Reiter mit Damtieren zusammengestoßen sind. Dieses Mal nur abgesehen von den drei neugierigen Hirschen, die sich die Meute unbedingt aus der Nähe ansehen wollten. „Ich musste einen Pikör hinschicken zum Abschlagen“, berichtete Max Sponagel als Master hinterher. Regionaltypisch bodenständiges Schmalzbrot beim Stopp und Knipp als Jagdessen rundeten den sportlichen Tag ab. Bein gezeigt für ärztliche Diagnose vor Ort: nix passiert, wird nur blau. Fazit: Kein Schnickschnack, aber idealer Einstieg für Neulinge, ob Pferd oder Reiter. Für die Reiterin aus Cuxhaven hat sich die doch recht weite Anreise jedenfalls gelohnt. Sie und ihr Pferd haben zum ersten Mal Schleppjagd ausprobiert und waren hinterher begeistert. Text: PS und Bilder: Thomas Ix und PS Ganz viele Bilder unter www.foto-ix.de
- Schleppjagdsaison in Bayern beendet
Bei strahlendem Herbstwetter, ohne Unfälle und mit großer Beteiligung beendete der Schleppjagdverein von Bayern auf Schloss Schleißheim seine diesjährige Herbstsaison. Schon zum 26. Mal durfte der Schleppjagdverein zum Abschluss der Herbstsaison auf die herrliche Schlossanlage nach Schleißheim einladen. Rund 60 Reiter und zahlreiche Zuschauer, darunter der Schirmherr des Vereins SKH Prinz Luitpold von Bayern, Schlossverwalter Grubauer und der Landtagsabgeordnete Robert Brannekämper als Kulturbeauftragter der Staatsregierung waren dabei. Nach dem Empfang im Vestibül ging es zum Stelldichein mit Pferden und Meute auf die westliche Parkseite, wo der SvB-Präsident Toni Wiedemann die Jagdgesellschaft und weitere Gäste begrüßen konnte. Danach begann der sportliche Jagdritt durch die Alleen im Schlosspark und auf der angrenzenden Schleißheimer Heide. Nach der Bruchverteilung und der Belohnung mit Rinderpansen für die Meute dankte der Präsident der Hundeführung unter Sissi Veit-Wiedemann und ihrer Equipage wie den Jagdherrschaften und Veranstaltern der diesjährigen Saison. Ein besonderer Dank galt den beiden Bläsergruppen Anjagd und Trompes de Baviere, welche die Meute abwechselnd zu allen Jagden begleitet haben. Bei bester Stimmung konnte im Anschluss im herrlichen Vestibül der gelungene Abschluss der diesjährigen Herbstsaison gefeiert werden. Schleißheim war der Höhepunkt in einer Serie von Highlights zum Saisonende: Traditionell wurde am Wittelsbacher Jagdschloss in Neuburg – Grünau die Hubertusjagd geritten. Ihren Ursprung hat diese Jagd in einer Gründung durch SKH Prinz Ludwig von Bayern am 3. November 1962 – mithin vor 63 Jahren. Am 9. November lud Familie Dr. Rattenhuber ins traumhafte Voralpenland nach Dießen am Ammersee auf ihr Gut Seehof ein. Dort zu reiten, mit Blick auf den Ammersee oder auf die Gebirgskette der Bayerischen Alpen lässt Reiterträume wahr werden. Text und Bild: SvB











