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- Gelungener Start in die VM-Saison
Das war ein wildes Wochenende für die Vogelsberger Meute: zuerst eine kleine Eröffnungsjagd in Schackau und gleich am nächsten Tag ein Auftritt zum 100-jährigen Bestehen des hessischen Reit- und Fahrvereins Schlitz und Schlitzerland. Bei bestem Jagdwetter fiel in Schackau der Startschuss für die diesjährige Jagdsaison der Vogelsberg-Meute. Nach der längeren Pause war die Freude groß, endlich wieder gemeinsam unterwegs zu sein. Die Bedingungen hätten für die Eröffnungsjagd kaum besser sein können. Zum Saisonauftakt waren die Schleppen bewusst etwas kürzer gehalten – für den Einstieg genau das Richtige, zumal das Gelände in der schönen Rhön selbst schon anspruchsvoll ist. So konnten sich Pferde, Reiter und Hunde wieder auf die kommenden Aufgaben einstimmen. Trotzdem kam der Spaß auf den Schleppen natürlich nicht zu kurz. Insgesamt 13 ½ Koppeln der Beagle-Meute waren mit von der Partie und haben den Saisonauftakt toll gemeistert. Schon auf den ersten Schleppen zeigte sich, dass sich das harte Training zwischen den Saisons ausgezahlt hat. Die Hunde waren mit viel Eifer und Freude bei der Sache und zeigten sich bereits in hervorragender Form. Eine schöne Bestätigung für die Arbeit der vergangenen Monate und eine tolle Grundlage für die kommenden Aufgaben. Musikalisch begleitet wurde der Tag vom Jagdhornbläserkorps Petersberg e.V., das für den passenden traditionellen Rahmen sorgte. Nach der letzten Schleppe, die mit einem herrlichen Blick auf die Merseburg endete, ließen die Reiter den gelungenen Jagdtag schließlich in geselliger Runde ausklingen. Bei guter Stimmung wurde noch lange gemeinsam auf den Start in die neue Saison angestoßen. Schauschleppe beim Jubiläum des RuFV Schlitz und Schlitzerland e.V. Nach dem erfolgreichen Auftakt am Samstag ging es am Sonntag direkt mit einem zweiten Highlight weiter: Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Reit- und Fahrvereins Schlitz und Schlitzerland e.V. waren die Vogelsberger für eine Schauschleppe zu Gast. Auch hier zeigten sich die Beagles von ihrer allerbesten Seite. Nach einer Schleppe vor großem Publikum wurde anschaulich gezeigt, wie ein traditionelles Currée abläuft. Zum krönenden Abschluss wurde auch etwas Appellarbeit in Trab und Galopp mitten durch die Hindernisse auf dem Springplatz demonstriert – eine Disziplin, die viel Präzision und Gehorsam fordert. Erik Schlaudraff kommentierte das Geschehen auf dem Platz gewohnt fachkundig und lebendig, sodass das Publikum einen tiefen Einblick in die Arbeit mit der Meute gewinnen konnte. Als kleines Dankeschön überreichten die Veranstalter Ehrenschleifchen sowie flüssige Nervennahrung in Form von Sekt. Also: Prost auf ein rundum gelungenes Eröffnungswochenende. Text: Nina Koch, Micky Gindert und Bilder: givemeasmile und RuFV Schlitz
- Mit zwei Meuten am Feiertag
Mit zwei Meuten in das lange Feiertagswochenende. Das ist mal eine Top-Idee der Jagdreiter Fulda, die sich sehen lassen kann: am 3. Oktober hinter zwei Meuten auf den Schleppen um das Jagdschloss Fasanerie in Fulda. Die Beagles vom Vogelsberg und aus dem Geiseltal geben Laut. Foto: Archiv: schleppjagd24 Alle Details in der Einladung hier:
- Junge Jagdreiter holen EM-Gold
Jagdreiten auch als Vorbereitung für Gold im Turniersport – das haben Junioren und Jungen Reiter in Segersjö/Schweden gezeigt bei den Europameisterschaften in der Vielseitigkeit. Und dabei hat der Rheinisch-Westfälische Schleppjagdverein ganz besonderen Anteil. Bei den Junioren-Europameisterschaften in Mittelschweden hat Teresa Leowald (Ratingen) mit ihrem Schimmel DJ Continus den Europameistertitel in der Einzelwertung gewonnen. Mit einer herausragenden Leistung über alle drei Teilprüfungen blieb Leowald in ihrem ersten Jahr als Juniorenreiterin und Siegerin im Preis der Besten fehlerfrei und sicherte sich mit ihrem Dressurergebnis von 25,8 Minuspunkten souverän die Goldmedaille. Bis dahin war die jetzt 17-jährige im Ponysport unterwegs gewesen. Auch in der Mannschaftswertung war das deutsche Junioren-Team nicht zu schlagen und holte ebenfalls Gold. Mit dabei war die langjährige RWS-Juniorin Milla Staade mit Christ William, die mit einer starken Leistung zum Mannschaftserfolg beitrug. Das deutsche Team siegte mit 84,8 Punkten deutlich vor Irland (94,4) und Großbritannien (104,0). Auch bei den Jungen Reitern gab es deutsche Siege in der Einzel- und Mannschaftswertung. Mathies Rüder (Fehmarn) gewann mit dem erst acht Jahre alten schwedischen Fuchswallacht Hjoptimus den EM-Einzeltitel, den er auch als Junior bereits einmal innehatte. Der Sohn des Olympiareiters Kai Rüder hat mehrfach die großen Herbstjagden in Sudermühlen bestritten und siegte jetzt (wohl sicher nicht nur deshalb) mit seinem Dressurergebnis von 23,7 Punkten. In dieser Altersklasse war das deutsche Team sogar noch dominanter als bei den Junioren, mit 86,9 Minuspunkten - 30,8 weniger als die Briten mit Silber (117,7) und Frankreich auf Bronze (120,1). Daneben gab es für den RWS noch einen weiteren besonderen Grund stolz zu sein. Antonia Baumgart wurde im Rahmen der Bundeschampionate in Warendorf mit dem Goldenen Reitabzeichen ausgezeichnet. Die 26-jährige Sportsoldatin erhielt diese hohe Auszeichnung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, die sich jetzt „Pferdesport Deutschland“ nennt, für ihre herausragenden sportlichen Erfolge in der Vielseitigkeit. Zu ihren Erfolgen zählen unter anderem Team-Gold bei den Junioren-Europameisterschaften 2017 in Millstreet sowie zahlreiche Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene bis zur 4*-Klasse. Fotos: FEI/ Kim C. Lundin
- Zur Fête de la Chasse in Fontainebleau
Alle sprechen von England als dem „Mutterland des Jagdreitens“. Aber mindestens genauso groß und lang ist die Tradition der Parforce-Jagd zu Pferd in Frankreich – und ganz anders, mit viel Musik und ganz anderen Hunden. Für Mitglieder und Freunde der Niedersachsenmeute und alle, die sich für das Jagdreisen interessieren, auch Fußgänger, bietet Anja Cohrs im Mai 2027 einen tiefen Einblick in das jagdliche Treiben in La France mit dem Besuch der Fête de la Chasse in Fontainebleau, verbunden mit dem Savoir vivre in unserem westlichen Nachbarland. Fotos: P. und R. Schlemm Alle Einzelheiten im Programm hier: Und in der Abmeldung hier:
- Fit für die Saison mit den Bayern
Bereits zum 37. Mal richtete der Schleppjagdverein von Bayern Anfang August das jährliche Schleppjagdtraining am Meutestandort in Gundelsdorf aus: Trainingstage für Schleppjagdbegeisterte und die, die es werden wollen – und eine Mammutaufgabe für Toni Wiedemann und sein Team. In vier Kursen wurde an insgesamt 18 Tagen 30 Mal geritten, zahlreiche Runden mit dem Auto im Gelände gedreht, um passende Strecken, schöne Stoppelfelder und gemähte Wiesen für den nächsten Ritt zu finden. Für die Springeinheiten wurden im weitläufigen Gelände insgesamt 39 Hindernisse vorbereitet und jagdlich dekoriert und für die Einheiten mit den Hunden täglich zahlreiche Wasserstellen auf der ausgewählten Strecke aufgebaut. In einem Stallzelt standen 32 Boxen mit Vollpension für die Pferde der Teilnehmer zur Verfügung. Über eigens verlegte Feuerwehrschläuche wurden Waschplätze mit Wasser versorgt. Jeder Kurs startet mit einem Sichtungsritt und endet mit einer Abschlussjagd, dazwischen wird morgens in kleineren Gruppen gesprungen, dem Können von Pferd und Reiter entsprechend aufgeteilt und angepasst. Abends wird mit den Hunden geritten, zunächst nur im Appell, dann mit Schleppen, die sich im Schwierigkeitsgrad täglich steigern. Dazwischen wird mit den Junghunden spazieren gegangen und bei Kaffee und Kuchen die Theorie rund um das Jagdreiten vermittelt. Natürlich kommt an den Tagen auch die Geselligkeit nicht zu kurz, ob beim gemeinsamen Mittag- und Abendessen oder in der Mittagspause am nahegelegenen Mandlachsee. Die Ritte wurden den mehr als sommerlichen Temperaturen natürlich angepasst, aber Pferde, Hunde und Reiter hatten sich schnell daran gewöhnt und dank ausreichender Erfrischungsmöglichkeiten und Pausen zum Regenerieren, konnten alle Einheiten ohne Probleme und voller Motivation absolviert werden. Die Teilnehmer, die aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz und sogar aus Australien für das Schleppjagdtraining nach Bayern gereist waren, setzten sich wie immer bunt zusammen, erfahrene Jagdreiter mischten sich hier mit Neulingen, die aus völlig anderen Sparten der Reiterei kommen. Aber genau das macht das Jagdreiten aus, egal aus welcher Reitart man kommt und auf welcher Pferderasse man sitzt, beim Jagdreiten ist jeder willkommen. Die „alten" Hasen unterstützen die Neuen, die routinierten Pferde strahlen Ruhe auf die unerfahrenen oder jungen Pferde aus, jeder steht mit Rat und Tat zur Seite und anschließend lässt man den Ritt bei einem Glas Sekt gemeinsam Revue passieren. Dieses schöne Miteinander und die tollen Erlebnisse hinter den Hunden verbinden und sind für viele Einsteiger eine neue und unvergessliche Erfahrung. So konnte der SvB zwölf neue Mitglieder im Laufe der Trainingstage willkommen heißen. Am Ende des Kurses sind alle gut für die anstehende Herbstsaison vorbereitet, freuten sich über die erreichten Fortschritte und nehmen neue Trainingsansätze mit nach Hause. Viele haben alte Freunde wiedergetroffen und neue Kontakte geknüpft. Und eins ist gewiss: alle zählen die Tage bis es am 5. September endlich heißt, „die Saison ist eröffnet“. Text: Kathrin Haselbauer und Bilder: privat
- Meute im Gartenreich Dessau-Wörlitz
Das Gartenreich Dessau-Wörlitz ist immer ein Erlebnis, aber am lebendigsten wird seine Geschichte im Rahmen einer Schleppjagd. Am 19. September, Samstag, sind die Hounds der Mecklenburger Meute in der großzügigen Parklandschaft auf der Schleppe. Im Forstrevier Waldersee wird im Galopp das Motto „290 Jahre Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff“ gefeiert. Traumhaftes Reiten im Gartenreich Foto: Klaus-Dieter Baumgart Meutejagden mit Hunden haben eine lange Tradition in Anhalt. Fürst Leopold I. und Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau haben im 18. Jahrhundert die Parforcejagd nach französischem Vorbild in Anhalt-Dessau eingeführt und diese Jagdform bis ins hohe Alter betrieben. Dafür wurden Räume des Oranienbaumer Schloss umgebaut, um die zahlreichen auswärtigen Jagdgäste unterbringen zu können. Der jahrzehntelange enge Freund und Ratgeber von Fürst Franz, Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff, war nicht nur der Jagd verbunden, sondern wirkte vor allem in kulturhistorischer, politischer, philosophischer und ästhetischer Hinsicht in Anhalt. Der Begründer des Klassizismus in Deutschland schuf und verewigte sich im Gartenreich Dessau-Wörlitz mit bedeutenden Gebäuden, darunter das Wörlitzer Schloss und das Schloss Luisium. Genau dort, in den Forsten rund um das Luisium, findet am Samstag, dem 19. September 2026 eine Herbstschleppjagd mit der traditionsreichen Mecklenburger Meute zu Ehren von Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff, statt. Bereits am 18. September, Freitag, werden ab 16 Uhr die Hunde bewegt am Forsthaus Leiner Berg. Interessierte Reiter sind herzlich eingeladen. Am Samstag ist Treffpunkt am Leiner Berg. Der Abritt zur Jagd erfolgt um 12 Uhr am Forsthaus Leiner Berg unter den Klängen von Jagdhornbläsern. Gegen 14.30 Uhr wird das Curée zelebriert auf der Solitäreichen-Wiese, nördlich vom Schloss Luisium an der Saugartenallee. Gäste und Zuschauer sind herzlich eingeladen, nach Dessau-Waldersee ins Gartenreich zu kommen. Geparkt werden kann auf dem Parkplatz vom Schloss Luisium, von dort läuft man etwa 15 Minuten zum Veranstaltungsort. Mitfahren im Kremser oder Kutschen möglich für Zuschauer, die die Schleppjagd aus der Nähe erleben möchten. Anmeldung unter Telefon 034905/22613. Alle Info hier:
- Solling-Stadt als Jagdveranstalter
Eine Kommune als Jagdveranstalter – was soll das schon geben und wie lange wohl? Zweifler gab es viele – und die sind jetzt Lügen gestraft. Am 25. Oktober wird wieder geritten im Holzmindener Ortsteil Neuhaus hinter den Foxhounds der Niedersachsenmeute. Zum dritten Mal ist die Stadt der Veranstalter, mit dem erfahrenen Jagdreiter Torsten Koßmann als Jagdherr. Jagdreiten im Solling Foto: Alicja Wiatr Koßmann baut auf die lange Tradition der Jagd im Solling, die jetzt schon seit 60 Jahren geritten wird. Ausgebaut worden ist die Idee der vorbereitenden Trainingsangebote. Am 4. Oktober kommt Andreas Weiser, Welt- und Europameisterschaftsreiter, der mit seinem Training schon im vorigen Jahr alle Teilnehmer begeistert hat. Celestina Löbbecke als Master der Niedersachsenmeute übernimmt ebenfalls einen Termin. „Mit den Trainingseinheiten möchten wir nicht nur die Sicherheit erhöhen, sondern auch neue Teilnehmer gewinnen,“ betont Alicja Wiatr, die als Projektleiterin im Tourismusamt der Stadt die Fäden in der Hand hat und ein ansprechendes Rahmenprogramm gestaltet. „Alle Akteure ziehen am selben Strang, damit diese schöne Veranstaltung stattfinden kann,“ freut sich Wiatr. Alle Info in der Einladung hier:
- Mitreiten bei der RWS-Jugendwoche
Das wäre doch mal ein Ziel für die Herbstferien in Nordrhein-Westfalen: die Jugendwoche des Rheinisch-Westfälischen Schleppjagdvereins auf Schwarzenstein in Hünxe. Vom 18. bis 24. Oktober 2026 heißt es dort: Pferde satteln, Hunde erleben, Jagdreiten entdecken und gemeinsam eine besondere Woche verbringen. Der Höhepunkt der Woche ist wie immer die traditionelle Jugendjagd am 24. Oktober, Samstag. Angesprochen sind Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren, die sicher im Sattel sitzen, ihr Pferd im Gelände beherrschen und sicher in der Gruppe reiten können. Ausdrücklich sind auch Nichtmitglieder angesprochen. Allerdings ist die Teilnehmerzahl begrenzt, und deshalb empfiehlt sich eine frühzeitige Anmeldung. Anmeldeschluss ist der 13. September 2026. Die Anmeldung sowie alle weiteren Informationen zur Jugendwoche sind unter dem folgenden Link zu finden: https://forms.gle/dqmJKkY9Lcu7h2UXA
- Schleppjagd üben für Einsteiger
Wo sind wir hier eigentlich? In Spielberg, einem Ortsteil von Brachttal. Nie gehört? Macht nichts. Jagdreiter und Meute-Liebhaber wissen: Das liegt im Vogelsberg und ist das Zuhause der Vogelsberg-Meute. Und der Schleppjagdverein Vogelsberg-Meute e.V. hat für dieses erste August-Wochenende zu einem Einsteigerlehrgang am Kennel eingeladen. Wo bitte - Kennel? Das ist der Zwinger für die Unterkunft der Hunde. Hier in Spielberg sind aktuell 36 Beagles der Meute untergebracht. Jetzt sind dann noch viele Pferde und Reiter zu Gast. Die Einladung richtete sich an alle, die schon immer mal an einer Jagd teilnehmen wollten, aber nicht wissen, ob ihr Pferd das kann, an alle versierten Jagdreiter mit jungem Pferd und an diejenigen, die ein routiniertes Pferd, aber selbst noch keine Ahnung vom Jagdreiten haben. Ganz jung sind mein Pferd und ich nicht mehr, auch wir sind zwar keine jagdunerfahrenen Neulinge (mehr), aber auch nicht wirklich versiert, und wir haben eine Verletzungspause hinter uns. Also die ideale Gelegenheit, um wieder etwas Jagdluft zu schnuppern. Wer will, darf gerne bereits am Freitag anreisen. Dieses Angebot nehme ich gerne an. Der Empfang ist herzlich. Paddocks für die Pferde sind bereits vorbereitet, sodass mein Pferd nach dem Ausladen sofort seinen Platz hat und über die Abtrennung hinweg die ersten Artgenossen seiner „Reisegruppe“ beschnuppern kann. Heu steht parat, wo was zu finden ist, wird gezeigt – alles ganz tiefenentspannt. Nun kann der Mensch sein Quartier beziehen. Ich bin der Empfehlung gefolgt und habe mich in einem kleinen Hotel in 11 Minuten Entfernung eingebucht. Abends treffen wir uns dann wieder alle am Kennel und es wird gemeinsam Pizza bestellt. Für Getränke ist reichlich gesorgt. Um an Kaltes zu kommen, sollte man nicht allzu geruchsempfindlich sein. Die lagern nämlich im Kühlhaus der Meute, wo auch der Pansen lagert, den die Hunde nach einer Jagd oder einem Training als Belohnung bekommen. Samstagmorgen – Auftakt Um 9 Uhr ist allgemeines Treffen. Wir sind ein gut gelaunter, bunt zusammengewürfelter Haufen von 20 Lehrgangsteilnehmern: Jung und Alt (sowohl bei den Pferden als auch bei den Menschen), erfahrene Jagdreiter und Neulinge, alte Füchse und frisch angerittene Jungpferde, irische Hunter, Ponys, Haflinger, ... von allem ist etwas dabei. Und alle sind gespannt, was uns die nächsten zwei Tage erwartet. Sandra Foth und Micky Gindert von der Vogelsberg-Meute begrüßen alle und Philipp, Jakob als Trainer stellt den Ablauf vor. Zum Warmreiten ist Treffen auf der großen Wiese nebenan. Hier kommen 26 (!) Pferde zusammen, denn die Lehrgangsteilnehmer werden beim Ausritt von ortskundigen Reitern der Vogelsberg-Meute begleitet. Wir sollen selbstständig in Schritt, Trab und Galopp warmreiten – ständig beobachtet von Philipp, der sich einen ersten Eindruck von uns verschafft. Viele werden direkt von ihm angesprochen und bekommen erstmal die Steigbügelriemen gekürzt – Thema: sicherer Sitz im Gelände. Bis Sonntag führen bis zu fünf Loch kürzere Bügel bei dem einen oder anderen zu Muskelkater. Dann steigt auch Jakob aufs Pferd und los geht es mit einem gemeinsamen Ausritt. Auch wenn der Trainer selbst mitreitet, so ist seine Konzentration doch stets bei den Lehrgangsteilnehmern. Immer wieder reitet er zu jemandem hin und gibt Sitzkorrekturen, Hinweise zur Zügel- bzw. Handhaltung oder beantwortet individuelle Fragen. Großes Thema dabei immer wieder: Sicherheit! Auf einer Wiese gibt’s dazu gleich die erste Aufgabenstellung. Es gilt die Regel: Vorne wird die neue Gangart angesagt und dann wird die Ansage in der Gruppe der Reihe nach von vorne bis nach hinten weitergegeben. Von hinten kommt (hoffentlich) ein „O.K.“, das wieder durchgegeben wird, bis es vorne ankommt – erst dann geht es los. Also zeigen wir Philipp mal, wie diszipliniert wir sind: Es klappt von Anfang an und wir halten uns den ganzen Ausritt brav daran. Es zeigt sich, dass wir eine super harmonische Gruppe sind, in der jeder mitmacht. Auf dem weiteren Weg kommen wir auch an der „Rennstrecke“ vorbei, dem Gelände, auf dem auf freigemähten Strecken Hindernisse für das nachmittägliche Training auf uns warten. Die meisten davon sind extra für diesen Lehrgang gebaut worden! Ein paar unsichere Blicke – die sehen doch schon recht ordentlich aus ... 80 cm als festes Hindernis wirken halt anders als Stangen auf dem Springplatz. Ob wir das schaffen? Später gibt es dann die erlösende Auskunft: Die lassen sich fast alle auch runterbauen. Puhhh ... Nach etwas mehr als zwei Stunden sind wir zurück am Kennel. Die Pferde werden abgeduscht und können auf den vorbereiteten Paddocks ein wenig ausruhen. Für die Zweibeiner steht ein Brunch-Buffet bereit: Brot, Obst, Wurst, Käse, Süßes, Kuchen ... Nun erfolgt auch die Einteilung für den Nachmittag. In zwei 10er-Gruppen geht es später zu den Hindernissen. Vorher gibt es für jede Gruppe eine kurze Theorieeinheit von Philipp zum sicheren, ausbalancierten Sitz. Jetzt geht es in der jeweiligen Gruppe zur „Rennbahn“. Der Weg dauert im Schritt und Trab rund 20 Minuten, sodass wir gut aufgewärmt bei Philipp ankommen, der mit uns die nächsten 60 Minuten trainieren wird. Auch hier wird Sicherheit großgeschrieben – ohne Helm und vollwertige Sicherheitsweste läuft nichts. Nur Rückenprotektor!? Geht gar nicht! Schnell wird ausgeholfen und eine Weste wird vom Begleitteam organisiert. Bester Support. Da es Philipp immer wieder auf die Sicherheit ankommt, beginnen wir zunächst ganz ohne Hindernisse und probieren, immer in 2er-Gruppen, seine Hinweise zum Sitz umzusetzen. Dann kommt ein wirklich sehr niedriger Baumstamm dazu, dann die ersten niedrigen Hindernisse, mal von der einen, mal von der anderen Seite. Wir steigern uns langsamm und langweilig wird es auch nicht. Für alle hat Philipp eine Rückmeldung und gibt wertvolle Tipps. Zum Abschluss dürfen alle, die es sich zutrauen, auch noch über einen höheren Baumstapel. Für unerfahrenere Pferde wird ein sicheres, erfahrenes Pferd dazu eingeteilt, das vorneweg geht. Bei denen, die sich getraut haben: breites Grinsen auf dem Gesicht! Nach der Pferdeversorgung wird abends gemeinsam am Kennel gegrillt: Steaks, Würstchen, Grillkäse, Kürbis, Zucchini, Peperoni ... für alle ist etwas Leckeres dabei. Und natürlich wird sich ganz viel unterhalten und immer wieder geht es um die Reiterei und das Jagdreiten. So lerne ich z. B. auch den Unterschied zwischen einem genähten und geflochtenen Schlag der Hetzpeitsche kennen. Sonntag - dieses Gefühl... Sonntagmorgen kommt die Abfrage, ob wir ein „einfaches“ Hundetraining machen wollen oder auch mal zwei bis drei Schleppen legen und im Jagdgalopp den Hunden hinterher wollen. Ganz klare Aussage: Es wird nur das gemacht, wo sich alle sicher fühlen. Schnell ist sich die Gruppe einig: Mit Schleppe! Treffen ist wieder auf der Wiese, wo die Equipage (die berittenen Aufpasser über die Hunde, die die Meute zusammenhalten) mit den Hunden eintrifft – los geht’s! Nachdem wir uns im Schritt und Trab aufgewärmt haben, kommt die erste Schleppe. Wir warten auf einer Wiese – ich habe einen hochmotivierten und daher zappeligen und unruhigen Sportpartner unterm Sattel, der es kaum erwarten kann. Dann ziehen die Schleppenleger los; kurzes Warten, bis sie aus dem Blickfeld verschwunden sind, und die Hunde werden auf die Schleppe losgelassen. Auch wenn es keine richtige Jagd ist, erschallt der Ruf „Gute Jagd!“ und los geht es auf schönen Graswegen und zwischen Maisfeldern hindurch. Das Gefühl, mit vielen anderen der Meute hinterher zu galoppieren, das lässt sich einfach nicht in Worte fassen. Allen, die das noch nie erlebt haben, kann ich nur raten, so etwas mal auszuprobieren (und genau dafür gibt es ja die Lehrgänge wie diesen). Auf einer Wiese endet die erste Schleppe. Überall glückliche Gesichter, die Pferde werden gelobt und Hunde und Reiter mit Wasser versorgt. Dann wieder die Abfrage: „Alles in Ordnung?“ Und die Frage, wie wir weitermachen: noch zwei Schleppen, eine oder gar keine mehr, eine anspruchsvollere Strecke oder eher eine flache, gerade Strecke? Die Gruppe einigt sich schnell auf eine weitere Schleppe mit flacher, gerader Strecke: Es sind ja einige Neulinge dabei und einige Pferde sind hinten unbeschlagen und haben somit keine Stollen, die den „Grip“ auf dem Boden erhöhen. Die Entscheidung wird von allen mitgetragen. Es ist wirklich so, dass nur das gemacht wird, bei dem sich alle sicher fühlen. Also los zur zweiten Schleppe! Und dann ist da wieder dieses unbeschreibliche Gefühl ... Nach einer guten Stunde sind alle zusammen wieder am Kennel zurück. Auf der Wiese bekommen die Hunde die Curée aus Pansen als Belohnung. Auch wenn es recht formlos zugeht, ziehen die Herren den Helm als Zeichen des Danks und des Respekts gegenüber den Hunden; Jagd-Etikette wird auch im Training praktiziert. Zum Abschluss wird nochmal der Grill angeworfen und nun ertönt dann doch noch der Ruf der Jagdreiter: „Auf die Hunde, auf die Pferde, auf die Jagdreiterei ein dreifaches: Horrido – Joho, Horrido – Joho, Horrido – Joho!“ Vielen Dank an Philipp und alle, die dieses Wochenende ermöglicht haben (Organisation, Hindernisbau, Paddockaufbau, Grillen, Wasserversorgung usw.) und an alle Mitreiter: Schön war es mit Euch! Und für alle, die jetzt neugierig geworden sind: Ich habe gehört, es gebe schon Planungen für den nächsten Einsteigerlehrgang in 2027. Text: Björn Patzke und Bilder: privat
- Saisonstart der BMM wieder in Melle
Auch in ihrem Jubiläumsjahr zum 50. startet die Beaglemeute Münsterland zur Saisoneröffnung wieder in Melle/Buer durch. Am 29. August, Samstag, geht es los. Aktuell sind die Meller Jagdreiter dabei, die wunderbar ausgesuchte rund 18 km lange Jagdstrecke vorzubereiten. Freischneiden und Mulchen ist bereits erledigt, aktuell werden die Sprünge platziert und geschmückt. In diesem Jahr gibt es eine neue Strecke, die aber zugleich eine alte ist. Wurde in den vergangenen Jahren vom Hof Halbrügge in Buer gestartet, was der Ackerbestellung geschuldet war, geht es in diesem Jahr wieder ‚back to the roots‘. Los geht’s vom Hof Backhaus in Buer vor dem Walde. Die Strecke, zwischen dem Wiehengebirge im Norden und dem Teutoburger Wald im Süden gelegen, ist sehr abwechslungsreich, es gibt zahlreiche Beagle-gerechte kurvige Waldschleppen und einige schnelle Feldschleppen. Die Meller Jagdreiter versprechen eine landschaftlich sehr schöne und anspruchsvolle Strecke im wunderschönen Meller Umland – natürlich können alle Sprünge umritten werden. Zuschauer sind herzlich willkommen, sie können die Jagd mit dem Auto begleiten und von dort gute Einblicke ins Jagdgeschehen erhalten. Für das leibliche Wohl ist wie immer gesorgt. Musikalisch begleitet wird die Bueraner Jagd wie immer von den „Trompes des quatres vents“ aus den Niederlanden und den Meesdorfer Fuchsbläsern. Text: Monika Fiegert und Bilder: Holger Kirchmann und privat
- BHC zum zweiten Mal in Klaistow
Die Premiere im Vorjahr schrie nach Wiederholung - und der Ruf ist nicht ungehört verhallt. Am 30. August, Sonntag, laden Ulrich Schroeder und Barbara Fichter für den Brandenburger Hunting Club zur zweiten Auflage der Schleppjagd in Klaistow ein. Geritten wird hinter den Hounds der Niedersachsenmeute. Foto: Thomas Ix Die Einladung hier: Die Wegbeschreibung hier:
- Feier-Marathon im Jubiläumsjahr
Jagdreiter lieben das Feiern. Zum Feiern braucht es Anlässe und natürlich auch erst einmal eine Geschichte. Ein Meister im Schaffen von Anlässen ist der Schleppjagdverein von Bayern, der vor 40 Jahren gegründet wurde. Aber jede Feier bedeutet auch Vorarbeit, und da hat der SvB das Glück, in seinem Master und Präsidenten einen Full-Time-Manager zu haben (der es auch verstanden hat, ein tolles Team um sich zu scharen, ganz vorne seine Frau Sissi und dahinter eine verlässliche Equipage und ganz viele Mitglieder, die sich nicht aufs Zahlen beschränken, sondern auch anpacken.) Schon im April war der SvB Gastgeber – zum vierten Mal in vier Jahrzehnten – für die Jahrestagung der Mitglieder der Deutschen Schleppjagdvereinigung. Ende Juli wurde mit vielen Gästen aus Politik und Gesellschaft am Kennel das Jubiläums-Gründungsfest gefeiert – und zur Zeit laufen die Trainingswochen für Jagdreiter aus ganz Deutschland. Das bedeutet vier Wochen „full on“ mit Reiten, Reden, Feiern, Gäste betreuen. Das Gründungsfest steht jedes Jahr auf dem Programm. Zum Jubiläum folgten besonders viele Mitglieder und Ehrengäste der Einladung, die auch immer Öffentlichkeitsarbeit ist. Die Musikkapelle Pöttmes und die Jagdhornbläsergruppe „Anjagd“ begrüßten musikalisch die Festgesellschaft und sorgten über den ganzen Nachmittag für Stimmung. Jagdreiterfreunde aus anderen Bundesländern wurden mit der Nationalhymne begrüßt, danach folgte die Bayernhymne für die Ehrengäste aus der Politik und den Verbänden der Bürgerallianz. Vor den Grußworten der Ehrengäste wurden ausführliche Glückwünsche verlesen von Ministerpräsident Dr. Markus Söder, dem SvB-Schirmherrn SKH Prinz Luitpold von Bayern und dem Wirtschafts- und. Jagdminister Hubert Aiwanger. Zum ersten Mal begrüßte der SvB den stellvertretenden Landrat Johannes Ankner und den neuen Bürgermeister von Pöttmes, Michael Funk, auf der Kennelanlage. „Beide waren sehr angetan von unserem Schleppjagdverein. Sie hatten bisher keine Vorstellung, was hier über Jahrzehnte geleistet wurde und welchen Ruf unser Verein weit im Lande und darüber hinaus genießt,“ beschreibt Toni Wiedemann die Wirkung des Besuchs auf die Gäste. Auch die Vorsitzende der Deutschen Schleppjagdvereinigung, Stephanie Schreck, war aus Baden-Württemberg angereist und überbrachte Grüße der DSJV. Vertreter des Landesschützenbundes und des Jagdverbands unterstrichen ihre Verbundenheit mit den „Schleppjägern“. Viele Gäste erhielten eine exklusive Führung durch den Kennel und auch die Vorstellung der erfolgreichen Nachzucht durch die Equipage wurde mit großem Interesse verfolgt. Im Mittelpunkt stand neben den langjährigen Mitgliedern Hannelore Grau und Dieter Kohm vor allem Monika Schneider, die bei der Gründung des SvB vor 40 Jahren schon dabei gewesen ist. „Alle Jubilare, die zum Teil auch schon bei der Jahreshauptversammlung geehrt worden waren, und viele der anwesenden Mitglieder bewiesen über viele Jahre und Jahrzehnte, auch in schweren Zeiten ihre Treue und Verbundenheit zur Meute“, betonte Wiedemann. Gute Gespräche, Austausch von Informationen - dazu bestand ausgiebige Gelegenheit. Bei fröhlicher Blasmusik wurden Kaffee und Kuchen genossen bis dann frisch vom Grill der Schweinebraten serviert wurde. Ehrensache, dass dazu das „König-Ludwig-Bier“ des Schirmherrn ausgeschenkt wurde. Text: PS und Bilder: SvB











