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Jubiläen in Seligenporten

vor 11 Minuten
3 Min. Lesezeit

Ein besonderes Jubiläum, zwei runde Geburtstage und die Premiere einer Zwei-Meute-Jagd: Neben der Vogelsberg-Meute war auch die Geiseltal Beaglemeute angereist und  im Kloster Seligenporten stand alles im Zeichen von 50 Jahren durchgehender Schleppjagd-Tradition. Die Jagdgesellschaft erlebte von Freitag bis Sonntag unvergessliche Tage im Zeichen der Passion, der Freundschaft und des Jagdreitens.


Bereits am Freitagnachmittag fanden sich 23 früh angereiste Reiterinnen und Reiter ein zum traditionellen Vorbereitungsausritt. Bei herbstlichem Sonnenschein führte die Strecke durch bunte Wälder, über weitläufige Wiesen und Äcker. Ein erster Höhepunkt war der Zwischenstopp im Steinbruch, wo eine herzhafte Brotzeit sowie Wein – sogar aus Gläsern – gereicht wurden.

Auf dem Rückweg passierte die Gruppe bereits Teile der späteren Jagdstrecke. Dies bot allen Gelegenheit, die anspruchsvollen Sprünge der bekannten „Geisterbahn“ sowie den Wasserdurchritt in entspannter Atmosphäre zu erkunden und zu üben.

Am Abend versammelten sich die Equipagen beider Beagle-Meuten sowie die „Early Birds“ am Kamin zum gemeinsamen Abendessen. Gastgeber Toni Bauer überraschte seine Gäste mit einer kulinarischen Besonderheit: Gegrillt wurde direkt im Kamin. Der Abend klang bei gemütlichem Beisammensein, anregenden Gesprächen und der Vorfreude auf den Hauptjagdtag aus.


Pünktlich fanden sich dazu neben den beiden Equipagen, der Jagd- und Hausherrschaft bereits 26 Reiterinnen und Reiter sowie zahlreiche Zuschauer im Klosterinnenhof ein. Zur Einstimmung gab es herzhafte Kartoffelsuppe und Sekt.

Bei der Begrüßung gab Toni Bauer einen faszinierenden Einblick in die Geschichte: Historische Chroniken des Klosters belegen, dass Seligenporten bereits in früheren Jahrhunderten Standort des Jagdpacks der Wolfensteiner war – die Jagdtradition an diesem Ort reicht somit weit über das Jahr 1976 hinaus. Obligatorisch auch der Dank an die Jagdherrschaft Micky und Florian Gindert, an beide Meuten und die zahlreichen Helfer ohne die eine solche Veranstaltung nicht denkbar wäre.


Kurz vor dem Aufbruch zum Satteln drohte ein Wettereinbruch mit dunklen Wolken und Regen die Stimmung zu trüben. Jagdherrin Micky Gindert bewies jedoch ein glückliches Händchen: Kurzerhand bat sie die Gesellschaft für eine halbe Stunde zurück an den warmen Kamin. Tatsächlich zog die Regenfront punktgenau vorüber, sodass alle Teilnehmer trocken im Sattel saßen, als die Beagles beider Meuten loslegten.

Es folgten vier dynamische Schleppen über Wiesen und Natursprünge, getragen vom Geläut der Hunde. Bei zügigem Tempo und frischem Wind bot sich ein eindrucksvolles Bild.

Zur Rast erwartete die Reiterinnen und Reiter als Neuerung eine beritten gut erreichbare Versorgungsbar zur Erfrischung.

Frisch gestärkt ging es weiter über die legendären Naturhecken, überbaute Gräben und weitläufige Wiesen – stets den Beagles auf der Spur. Die neu konzipierte Waldschleppe stieß bei Mensch und Hund auf Begeisterung.

Den krönenden Abschluss bildete die Halali-Schleppe durch die Geisterbahn mit sechs Sprüngen in Serie, wovon zwei geheimnisvoll im Verborgenen lagen. Nach dem abschließenden Wasserdurchritt schallte das traditionelle „Halali-Halali“ über die Felder.

Nach der Rückkehr zum Kloster, dem Curée für die Hunde und der Versorgung der Pferde fand sich die Jagdgesellschaft bei Kaffee und einem reichhaltigen Kuchenbuffet am Kamin zusammen.


Bei Einbruch der Dunkelheit kehrten die grünen Jäger von der Entenjagd zurück. Das anschließende „Verblasen der Strecke im Fackelschein des Klosterhofes“ verlieh dem Abend eine außergewöhnliche, magische Atmosphäre. Die enge Verbundenheit zwischen der grünen und der roten Jagd rund um das Kloster wurde auch in den Worten von Rainer Pistorius deutlich.

Das anschließende Jagdessen mündete in eine ausgelassene Feier. Erst tief in der Nacht – kurz bevor die Uhren auf Winterzeit umgestellt wurden – endete ein ereignisreicher Tag mit einer schwungvollen Stiefelparty. Das von den grünen Jägern verliehene bayerische Prädikat „wuide Hund“ bescheinigte den Jagdreitenden nicht nur ihren beherzten Ritt im Feld, sondern auch ihr Stehvermögen auf der Tanzfläche.

Am Sonntagmorgen traf sich die Gesellschaft noch einmal zu einem gemeinsamen Frühstück. Mit unvergesslichen Eindrücken, bester Laune (und einer gewissen Müdigkeit) traten die Gäste im Laufe des Vormittags die Heimreise an.

Text: Micky Gindert und Bilder: privat. Mehr unter https://www.pictrs.com/givemeasmile

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