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Rheinlandmeute sicher zertifiziert

vor 11 Minuten
3 Min. Lesezeit

"Wow! Das war Spitzenklasse!“ Begeistert äußerte sich die Vorsitzende der Deutschen Schleppjagdvereinigung, die als Beobachterin die Betriebssicherheitsprüfung der Rheinlandmeute begleitet hat. „Ich habe schon einige Prüfungen gesehen, aber das jetzt war wirklich etwas Besonderes“, betonte Steffi Schreck. 




Betriebssicherheitsprüfung – was ist das? Antwort: ein verbindlicher Test für jede Meute, die der Deutschen Schleppjagdvereinigung (DSJV) angeschlossen ist, orientiert an den Rahmenrichtlinien des Jagdgebrauchshundeverbandes (JGHV) für Gebrauchsprüfungen der „richtigen“ Jagdhunde, während Meutehunde eine Jagd ja nur auf einer Duftspur simulieren. Abgenommen wird die Prüfung von erfahrenen Mastern und Huntsmen gemeinsam mit einem Verbandsrichter des JGHV. Bei der Rheinlandmeute agierten Jürgen Böcking (Cappenberger Meute) und Holger Balmes als Prüfer.


Die Prüfung dient der Sicherheit und Ordnung im Schleppjagdsport. Sie zeigt, dass die Junghunde wildfrei und spurtreu sind, also auf der künstlich gelegten Schleppe bleiben. Außerdem müssen sie in jeder Situation im Appell von Master und Pikören stehen und Fremdhunde passieren können, ohne Interesse zu zeigen. Bewertet wird das Verhalten der Hunde in der Meute: Appell, Gehorsam bei der Begegnung mit Wild oder anderen Hunden, Bindung an den Master oder Huntsman und die Fähigkeiten auf der Schleppe.

Die Prüfung muss mindestens alle drei Jahre abgelegt werden, auch als ein Zeichen nach außen, denn Schleppjagdreiten ist keine Jagd auf Wild, sondern eine Reitjagd auf einer künstlich gelegten Duftspur.


Die einzelnen Prüfungsteile sind in den Richtlinien der DSJV klar definiert:

●       Spurtreue: Folgen die Hunde der Schleppe sauber und ohne Abweichung?

●       Loslassen und Annehmen: Lassen sich die Hunde auf Kommando lösen und zuverlässig wieder aufnehmen?

●       Reiten der Equipage: Wie harmonisch bewegt sich die Gruppe im Schritt und Trab sowie beim Stop-and-Go, dem Anreiten mit den Hunden?

●       Gangarten der Meute: Trab und Galopp der Hunde sowie das sofortige Anhalten der Meute.

●       Abrufen der Meute: Der Reiter entfernt sich rund 100 Meter von der Meute und ruft die Hunde zu sich. Die Equipage folgt der Meute, hält an und ist sofort wieder bereit.

●       Wildspur-Probe: Über den Weg wird eine Rehdecke gezogen. So wird geprüft, ob die Hunde der Wildspur folgen. Sie dürfen das nicht!

●       Fremdhunde: Ein Hund, der nicht zur Meute gehört, darf nicht beachtet werden. Die Foxhounds müssen geschlossen an ihm vorbeilaufen.




Ein Erfolg bei der Prüfung ist immer das Ergebnis sorgfältiger Vorbereitung. Während der Jagdsaison trafen sich die Piköre der Rheinlandmeute immer zusätzlich auch montags zu gemeinsamen Übungsstunden mit einem Teil der Equipage. Im Mittelpunkt standen weniger die Schleppen als das Stop-and-Go, das Reiten in der Gruppe und das Zusammenspiel in der Equipage. „Das Schleppjagdreiten ist ein echter Mannschaftssport, der Mensch und Hund, Reiter untereinander, Pferde und Natur gleichermaßen verbindet, und genau darauf kam es an“, verdeutlicht Kim Dippe. „Donnerstags haben wir zudem unser gesamtes Pack mit unseren Junghunden aus dem R- und S-Wurf in einem Fußtraining bewegt. Dabei übten wir unter anderem das ruhige Verhalten bei Fremdhunden.“




Diese wichtige Prüfung für alle DSJV-Meuten setzt heftige Emotionen frei. Dippe: „Vor der Prüfung war die Aufregung groß, doch das Vertrauen in unsere Hunde und in die Equipage war stets da. Umso größer ist nun die Freude über das Ergebnis. Die gemeinsame Vorbereitung hat die Equipage als Gemeinschaft noch enger zusammengeführt. Solche Übungsstunden wollen wir auch künftig pflegen, denn neben Schleppe und Hundetrab gehören das Abrufen der Meute und das Meistern ungewöhnlicher Aufgaben zu einem gut eingespielten Team. Und dieses hilft uns eben auch auf Schleppjagden. Mit unserer Meute sind wir von Herzen zufrieden. Sie standen vorbildlich im Appell, folgten der Schleppe spurtreu und hörten aufmerksam auf Ruf und Horn unserer Huntslady Barbara Siegel.“




Und man wäre ja nicht bei der Rheinlandmeute, wenn zum Abschluss an die Betriebssicherheitsprüfung nicht auch gefeiert worden wäre. Im Anschluss ging es zur Oktoberfestparty im Naturressort Tannenhof, dem Ort des traditionellen Pfingstwochenendes bei der RM. Eine schöne Gelegenheit, das Dirndl auszupacken, das bereits bei der Meutehaltertagung im April in Bayern ausgeführt wurde.

Text und Bilder: Kim Dippe

 

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