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Nix Sofa: Jagd auf der Königsinsel

vor 5 Stunden
2 Min. Lesezeit

Dichte Wolken, leichter Regen und kühle Temperaturen - für viele bedeutet das: Sofa! Nicht aber für Jagdreiter, die am Samstag mit 40 Pferden und 30 Englischen Foxhounds zahlreiche Zuschauer auf Herrenchiemsee lockten, um dort bei bestem „Hundewetter“ die 69. Große Herbstjagd über die Königsinsel zu bestreiten. 


Unter der Schirmherrschaft von Hubert Aiwanger, Staatsminister und stellvertretender Bayerischer Ministerpräsident, und auf Einladung von Esther Höhn und Josef Ettenhuber, die in diesem Jahr zum 10. Mal die Jagdherrschaft für diesen Höhepunkt im Jagdkalender übernommen hatten, durfte bereits zum 37. Mal hinter der Meute aus dem Wittelsbacher Land auf dem geschichtsträchtigen Boden geritten werden.



Neben Teilnehmern aus ganz Deutschland waren auch Gäste aus der Schweiz, Italien und sogar aus Australien angereist. Auch die Vorsitzende der Deutschen Schleppjagdvereinigung, Steffi Schreck und Vertreter der Cappenberger- und der Rheinlandmeute mischten sich unter die Gesellschaft – Jagdreiten verbindet.


Am Freitagabend wurde das traditionsreiche Jagdwochenende mit einem Empfang im Pferdemuseum auf Gut Ising eingeläutet. Die Gastgeber Ettenhuber und Höhn begrüßten ihre Gäste und gaben ein paar Hinweise über den Ablauf des Wochenendes. Auch Präsident und Master Toni Wiedemann begrüßte und dankte der Jagdherrschaft für ihr großes Engagement, für ein Jahrzehnt Herrenchiemsee und zuvor zahlreiche Jagdpatenschaften für die Jagd am Haupt- und Landgestüt Schwaiganger.

Begleitet von Alphornbläsern begann nun der gemütliche Teil des Abends, voller Vorfreude auf die bevorstehende Jagd.


Der nächste Tag startete für alle früh am Morgen. Bereits um kurz nach sieben bildete sich eine lange Schlange am Schiffsanleger für die Überfahrt mit der Fähre auf die Insel. 

Nach dem Jagdfrühstück begrüßten beim Stelldichein vor der Kapelle der Schirmherr Hubert Aiwanger, die Jagdherrschaft Josef und Esther und der Master Toni die Gesellschaft. Alle betonten die Verbundenheit zur Natur, zu den Tieren und zu Kultur und Tradition, die mit Veranstaltungen wie dieser gepflegt und erhalten werden. Ein besonderer Dank ging an dieser Stelle an alle, die dazu beitragen, dass solch ein Großevent vor so einer besonderen Kulisse stattfinden kann.

Priester Dr. Lothar Katz segnete schließlich Hunde und Pferde und schickte die Reiter, begleitet von den jagdlichen Klängen der Bläsergruppe Trompes de Bavière, auf eine unfallfreie Jagd.


Rund 18 km legte die Jagdgesellschaft zurück, überwand dabei auf sieben Schleppen insgesamt 25 Hindernisse. Der traditionelle Ritt durch den Kanal fiel in diesem Jahr wegen des niedrigen Wasserpegels allerdings sehr trocken aus. Auch nach dem letzten Sprung in „Pauls Ruh“ mussten sich die Pferde zunächst durch den Schlamm des trockengelegten Ufers kämpfen, bevor sie das türkisgrüne Wasser des Chiemsees erreichten. Zum Glück musste kein Reiter Bekanntschaft mit dem zwar sehr weichen, aber auch ziemlich müffelnden Untergrund machen.


Nass wurde man wegen des Regens trotzdem, was einem „echten Jagdreiter“ aber nichts ausmacht. Das Geläut der Hunde und das Donnern der Pferdehufe im Galopp entschädigten für die durchweichte Kleidung. Und beim großen Halali vor dem Königsschloss war der Regen längst vergessen.




Zu einem stimmungsvollen Abschluss des Wochenendes traf sich die Jagdgesellschaft am Sonntag in der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt auf Gut Ising zur festlichen Hubertusmesse, die von den Bläsern der Trompes de Bavière musikalisch begleitet wurde.



Text Kathrin Haselbauer und Bilder: Verena Dechant, SvB und privat


Bei der Schleppjagd auf der Insel Herrenchiemsee war auch der Bayerische Rundfunk mit einem Kamerateam dabei. In der ARD Mediathek kann man den Beitrag sehen. Dies ist derLink: https://www.ardmediathek.de/video/abendschau-der-suden/tradition-schleppjagd-auf-herrenchiemsee/ard/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9GMjAyNVdPMDE3OTcxQTAvc2VjdGlvbi9kOTE4YTg2ZC1kOTQ1LTRiYmMtOTJiMi1mMzk4YTRjYzE4MTU

 

 

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