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- Ursulum: Auftakt und Ausstand
Das Leben ist ein Kreislauf. Etwas beginnt, etwas anderes hört auf. Das wurde eindrücklich vor Augen geführt jetzt in Isernhagen. Die Niedersachsenmeute eröffnete dort ihre Saison 2023/24 und die Namensgeberin der Ursulum-Veranstaltung verabschiedete sich als Jagdherrin. Siebzehn Jahre lang war Ursel Bülthuis der Motor der Jagd, die immer als ebenso knackig wie stimmungsvoll bekannt war. Ein Jahr zuvor war die Jagd als „Isernhagen rechtsrum“ von Eugen Klein aus der Taufe gehoben worden. „Da hatten einige Männer froh gelaunt im Voltmers Hof zusammengesessen und das ausgeheckt,“ erinnert sich Bülthuis an die Anfänge. Sie war es gewesen, die dann darauf gedrungen hatte, so eine schön gelungene Veranstaltung doch bitte weiterzuführen. „Dann mach Du es doch“, hat ihr Klein dann den Hut aufgesetzt. Jetzt ist sie 83 und nun sollen es andere machen, sagt sie heute, siebzehn Jahre später. „Ich bin immer bereit mitzuhelfen und von mir steckt immer noch genauso viel Herzblut in der Veranstaltung wie immer,“ hat sie versprochen. Noch vor zwei Jahren ist sie selbst noch im vierten Feld vertreten gewesen. Im vorigen Sommer hat ihr Jagdpferd Eddie die Ewigen Jagdgründe betreten und in diesem Jahr stand sie selbst an Krücken nach einer Hüft-OP. In diesem, ihrem letzten Jahr als Jagdherrin, waren vor allem gute Nerven für die Organisatorin gefragt, denn bis zwei Tage vor der Jagd war wetterbedingt der Streckenverlauf noch ungeklärt. Wegen des Regens konnte erst spät oder gar nicht gemäht werden und es mussten Alternativen gefunden werden für manchen noch bestellten Acker. Aber dann hat sich doch wieder alles so gefügt, dass die 55 Reiter mit ihren Pferden und die vielen Zuschauer einen tollen Tag erlebten. Senior-Master Camill von Dungern führte die 20 Foxhounds, die weiterhin auf ihren neuen Meute-Lkw warten und deshalb „in kleiner Besetzung“ erschienen waren. Zum ersten Mal als Piköre dabei waren Wolfgang von Haslingen und Sophie Wupperman, diese als Gast vom HSJV. Dorothea von Behr schnurrte über die Strecke, die sie von Kindesbeinen kennt und wies den Weg für Gregor Lünebach. Der legte die Schleppe für die Reiter in vier Feldern: Anja Cohrs ganz vorne, Raban Schmid-Mölholm vor dem zweiten Feld, Finja Hoffmann leitete die Jugendlichen und Camilla von Dungern führte das kleine „Genießerfeld“, das in gesetzterem Tempo die Reiter verfolgte und die Hunde beobachtete. Die Klippe war auch in diesem Jahr wieder die nach viel Regen gut Wasser führende Wietze, die zu durchqueren war und denn auch gleich eine Reiterin zum Tauchgang animierte. Schön festgehalten von Thomas Ix, der instinktsicher eine gute Schussposition für seine Kamera eingenommen hatte. Und wie immer in Isernhagen war auch wieder eine Zweispänner-Kutsche im Gefolge der Jagdgesellschaft. An den Leinen dieses Jahr Helmut Döpke. Dorotheas Vater, Adolf Weitz begnügt sich inzwischen mit der Position als Beifahrer. Im Garten seines Hofes, hinter dem seit drei Jahren geschlossenen Gasthaus „Voltmers Hof“, der über 100 Jahre Treffpunkt für die Jagdreiter gewesen ist, fand der stilvolle Abschluss statt. Dort, auf der sogenannten „letzten Schleppe“, verkündete Ursel Bülthuis dann ihren Ausstieg aus der Jagdherrschaft mit Max Scharf. Wolfgang Kailing als Jagdkritiker ehrte sie als „unsere Ikone“ und hob hervor, dass kein Ministerpräsident in Niedersachsen jemals zu seiner Verabschiedung so viele gute Bläser – die bien aller aus Verden – und ein so begeistertes Publikum zu seiner Verabschiedung gesehen habe. Nun wird beraten wie es im nächsten Jahr weitergeht. Text und Bilder: PS Mehr - und bessere - Aufnahmen unter www.foto-ix.de und bei Sabine Schafft unter www.foto-schafft.de
- Fritz Pape 1947 - 2023
Die Jagdreiter trauern um Fritz Pape, einzigartiger Mensch, Horseman und Jagdreiter, der wenige Wochen vor seinem 76. Geburtstag gestorben ist. Geboren am 10.09.47 in Pforzheim, zog er mit der Familie in jungen Jahren auf das von seinem Vater gekaufte Schloss Sindlingen in Jettingen bei Herrenberg. Hier lernte er das Reiten in allen Disziplinen von der Pike auf. Vom Jagdreiten kam er zum Vielseitigkeitssport, damals noch Military genannt. Auf vom Vater gezüchteten Pferden brachte er es bis in den Vielseitigkeitskader und war nominiert für die Olympischen Spiele 1972 in München, an denen er aufgrund einer Verletzung seines Trakehners Talmingo nicht teilnehmen konnte. Die Brüder Fritz und Hans Pape dominerten Jahrzehnte lang die Turniersportszene im Ländle. Fünfmal wurde Fritz Landesmeister in der Vielseitigkeit, daneben war er auch im Springsport bis Klasse S erfolgreich. Seine Turnierpferde liefen morgens noch Reitstunden, dann ging es auf ein Turnier, wo er oft die goldene Schleife mitbrachte. Nachdem ihm der Durchbruch bis zu den großen internationalen Championaten nicht gelang, baute er, nach Abschluss der Ausbildung zum Hotelier und Gründung einer Familie, auf Schloss Sindlingen ein Mekka des Jagd- und Geländereitens auf. Er begeisterte Generationen von Reitern, vom Kind bis zum Erwachsenen, für das Geländereiten, führte ganzjährig Kurse durch und fuhr jährlich Anfang November mit einer Gruppe von Lehrgangsteilnehmern zum Jagdreiten nach Irland. Er war 33 Jahre Landestrainer Vielseitigkeit, erkannte früh das Talent von Michael Jung und förderte ihn. Er veranstaltete Vielseitigkeitsturniere und Jungpferdesichtungen. Neben Vielseitigkeitsreitern machte er auch viele Jagdreiter beritten. Seine internationalen Kontakte reichten von Irland bis Australien. Unverkennbar mit seinem Schnauzbart hat er aber nie aufgehört selbst Jagden zu reiten und andere Menschen für das Jagd- und Geländereiten zu begeistern. Die beliebten Lehrgänge auf Schloss Sindlingen waren für viele Reiter aus ganz Deutschland der Auftakt dazu. Die Herbstlehrgänge beinhalteten dabei auch die Teilnahme an den umliegenden Jagden unter anderem der Herbstjagd in Marbach mit der Hardt Meute. Fritz Pape war über ein Vierteljahrhundert Mitglied des Badischen Schleppjagdvereins und viele seiner Reiter wurden es ebenfalls. Beim Training und auf der Jagd war er mit seinen Schülern nicht zimperlich. Bei einer Jagd in Marbach beobachtete ich einen seiner Schüler, wie er abstieg und sein Pferd führte. Ich machte Fritz Pape darauf aufmerksam, der nur bemerkte ‚Ach ein Bedenkenträger, lass ihn sein Pferd nur zurückbringen‘. Wenn das Wetter schlecht war und der Veranstalter fürchtete, dass keine Teilnehmer kommen würden, auf Fritz Pape war immer Verlass, bis zu 20 Reiter kamen aus Sindlingen und Fritz strahlte: Wetter wie in Irland! Insider liebten die jagdlichen Ausritte rund um Sindlingen, besonders am 24. Dezember morgens, die Weihnachtsjagd. Seine Gesundheit war nach einem Krankenaufenthalt stark eingeschränkt und trotzdem ritt er noch einmal in Marbach mit, aber man sah, dass es ihm nicht mehr leichtfiel. Vor zwei Wochen hatte er sich bei einem Spaziergang verlaufen, war hingefallen, konnte nicht mehr aufstehen und wurde erst am nächsten Tag nach einer großangelegten Suchaktion gefunden. Wahrscheinlich an den Folgen der Unterkühlung ist er jetzt gestorben. Die Jagdreiter sind dankbar für seine jahrzehntelange Unterstützung und werden ihn in bester Erinnerung behalten. Sie trauern mit seiner Frau und seiner ganzen Familie. Text: Clemens v. Welck und Bilder: Thore Brockhoff und Hagen Kälberer
- BHM in Luhmühlen geprüft
Luhmühlen an einem Freitagnachmittag im August: Keine Fahnen, keine endlose vielen Wagenkolonnen auf dem Parkplatz, keine VS-Enthusiasten. Stattdessen Pferde, Hunde und Jagdreiter, die sich die Betriebsprüfung der Böhmer Harrier ansehen wollten. Das Ergebnis war keine Überraschung. „Bestanden“ urteilten die Prüfer der Deutschen Schleppjagdvereinigung und des Jagdgebrauchshundeverbandes. Es waren schwierige Bedingungen wegen großer Hitze und trotzdem mussten die 21 Hounds praktisch einen Kaltstart hinlegen. Master Thorsten Mönchmeyer: „Zwei Jagden sind schon ausgefallen, in Holstein und gestern im Harz. Daher ist das heute die erste echte Schleppe der Saison.“ Sicher und gehorsam arbeiteten die Hunde auf Geheiß des Masters und der Piköre ihre Aufgaben aus dem Prüfungskatalog ab: Appell bei Fuß im Schritt, Trab und Galopp, Ignorieren sowohl der Verleitfährte als auch der Fremdhunde. Das Paradestück war das Abrufen. Die Piköre sperrten ab, der Master ritt wohl 200 Meter voraus, ein Pfiff - und wie aus der Pistole geschossen sauste das Pack auf ihn zu. Die Hunde lieben diesen Mann einfach. Sicher auf der von „Lulu“ Steinkraus gelegten Fährte zeigten sich die Hunde – zum Teil gerade erst von Frank Teunissen aus Holland übernommen - auch bei der Nasenarbeit auf der großen Wiese, die bei VS-Turnieren als Parkplatz dient. „Keine Frage: Bestanden. Ein schönes, sauberes, geschlossenes Bild und eine ausgesprochen gute Masterdarstellung “, verkündete der DSJV-Vorsitzende Egbert von Schultzendorff nach Rücksprache mit Zuchtwart Chris Gabrielse und Jürgen Böcking und dem JGHV-Vertreter Hans -Jürgen Stein (Heidenau). Einer unter den top herausgebrachten Pferden und Ponies der Equipage und im Feld war nicht eingeflochten und trotzdem der Star: Valtary, unverkennbar mit seiner überkippenden Stehmähne. Der braune Wallach ist eigentlich im Ruhestand, hat seit fünf Jahren keinen Sattel mehr gesehen und war jetzt, mit 22, gleich wieder souverän „drin“ in seiner Aufgabe als Masterpferd. „Der Schimmel war mir für diese Prüfung noch nicht sicher genug, deshalb habe ich Valtary mitgenommen. Er hat nichts verlernt“, freute sich Mönchmeyer. Thomas Ix hat mit einer Drohne die Prüfung verfolgt und die Einzelheiten festgehalten. Das ist der Link zu seinem Film: https://youtu.be/jb-RlcHalsU Text und Bilder: PS
- Bückeburg mit Trainingsoption vorher
Das Reiten im Röcker Feld ist immer etwas Besonderes, denn der Truppenübungsplatz ist nicht ständig für Reiter geöffnet. Die Vorbereitungen der Schleppjagd- und Fahrsportfreunde Bückeburg laufen für die traditionelle Schleppjagd hinter der Cappenberger Meute am 30.September 2023. Stelldichein zur Jagd ist am Samstag, 30.September um 11 Uhr auf der Mausoleums Wiese, Anfahrt über die Mindener Str. 1, 31675 Bückeburg. Um 12 Uhr erfolgt dann die offizielle Begrüßung durch die diesjährige Jagdherrin Vera Fuhrmann. Danach steht der gemeinsame Abritt der Jagdgesellschaft ins Röcker Feld an. Den Besuchern stehen für die Begleitung des Jagdgeschehens Trecker Gespanne zur Mitfahrt zur Verfügung. Ein Befahren des Geländes mit dem eigenen PKW ist nicht möglich. Das Halali findet dann gegen 15 Uhr wieder auf der Mausoleums Wiese statt. Dort bekommen die Hunde das traditionelle Curée und die Reiter den Bruch und den Jagdknopf. Das anschließende Jagdessen für alle Teilnehmer, Helfer und Gäste findet im Restaurant Mira statt. Um vorherige Anmeldung wird gebeten. Zur Vorbereitung von Reiter und Pferd bieten die Schleppjagd- und Fahrsportfreunde Bückeburg auch in diesem Jahr wieder im Vorfeld Trainingsritte an. Termine hierzu sind die beiden Sonntage, 3. und 10.September. Stelldichein dazu ist um 10:30 Uhr auf der Mausoleumswiese. Auch hier gilt Anfahrt über Mindener Str. 1, 31675 Bückeburg. Bei Teilnahme am Trainingsritt wird für die Bewirtung und zur Unterstützung der Pflege der Jagdstrecke ein verbindlicher Kostenbeitrag von 15 € erhoben, der vor Ort zu leisten ist. Die Teilnahme erfordert die vorherige Anmeldung unter info@jagdreiter-bueckeburg.de. Alle aktuellen Informationen zur Jagd und zu den Trainingsritten vorab auch auf der Website: www.jagdreiter-bueckeburg.de Alle Info zur Jagd hier: Text: Jagdreiter Bückeburg und Foto: Schmuland
- 50 Jahre Lipperland-Meute
In diesem Jahr jährt sich die Gründung des Schleppjagdvereins Lipperland Meute e. V. zum fünfzigsten Mal. Am 3. September, Sonntag, wird das Jubiläum auf Schloss Wendlinghausen mit der traditionellen Schleppjagd und der Hubertusmesse gefeiert. Das Vorwerk Friedrichsfeld oberhalb der Gemeinde Dörentrup mit dem Kennel für die Foxhound-Meute war seit 1977 die Heimat des Vereins. Von hier aus starteten jeweils im August regelmäßig oft mehr als 100 Reiter unter Mitwirkung des unvergessenen Schlossherrn Dankward von Reden auf die Jagdstrecke. Die Eröffnungsjagd läutete stets die Reitjagdsaison in Lippe ein. Vom Spätsommer bis in den Dezember hinein nahm die Lipperland Meute mit ihren Foxhounds in ganz Ostwestfalen und in Niedersachsen auf Einladung von Reitvereinen unzählige Termine wahr. Über 30 Jahre lang reiste man auf die Insel Borkum zur Jagdwoche. Diese wurde bald nach der Wende abgelöst von den Brandenburger Jagdtagen in Zechlin, wo jeweils die Jagd am Schloss in Rheinsberg einen Höhepunkt bildete. Gegründet wurde die Lipperland Meute von vier Enthusiasten im Jahr 1973 auf Gut Bökhaus in Lage. Von den Gründungsmitgliedern ist einzig Helmut Rottschäfer dem Verein noch eng verbunden. Mit seinem Einsatz als Master of Hounds war er über drei Jahrzehnte mitverantwortlich für den Erfolg des Vereins und des Jagdreitens über den Kreis Lippe hinaus. Er führte die Hunde bis zum Jahr 2005. Zur Einstimmung in die Saison der sogenannten „Roten Jagd“ wurde von je her die Hubertusmesse als Freiluft-Gottesdienst gefeiert. Sie wird weiterhin regelmäßig unter Mitwirkung von Jagdhornbläsern als öffentliche Veranstaltung im Garten vor dem Schloss Wendlinghausen abgehalten. Gleich danach geht es zu Pferde auf die recht anspruchsvolle Jagdstrecke in das hügelige Gelände rund um Dörentrup. Die etwa 15 Kilometer lange Jagdstrecke ist noch heute ziemlich identisch mit der ursprünglichen Streckenführung und mit Blick auf die Veränderungen, die allerorten zu verzeichnen sind, ist schon allein diese Tatsache bemerkenswert. Dafür gilt ein besonderer Dank der Familie von Reden. Als der Schleppjagdverein im Jahr 2011 kurz vor der Auflösung stand, weil die Haltung einer eigenen Hundemeute nicht mehr möglich war, sorgten wiederum einige engagierte Mitglieder für eine Fortsetzung ihrer Tradition in Lippe. Zunächst kooperierte man mit dem Schleppjagdverein Böhme, der eine Harrier-Meute führt. Seit nunmehr zehn Jahren wird hinter den Foxhounds des Cappenberger Schleppjagdvereins aus Werne geritten. Auch dieser Verein blickt auf eine sehr lange Tradition in Verbindung mit Schloss Wendlinghausen zurück. In der Chronik der Wendlinghauser Schleppjagden, die seinerzeit vom Reitverein Begatal durchgeführt wurden, ist nämlich zu lesen, dass vor genau 60 Jahren hier die erste Meutejagd mit den Cappenbergern unter Leitung des legendären Masters Franz Jandrey geritten wurde. Die Hubertusmesse und die Schleppjagd werden begleitet von der Jagdhornbläsergruppe „Alte Hansestadt Lemgo“. Den Gottesdienst hält in diesem Jahr Pastorin Sabine Hartung. Die anschließende Schleppjagd hat ihren Ausgangspunkt am Schloss. Interessierte Zuschauer können in einem Pkw-Konvoi folgen und werden zu den Punkten mit der besten Aussicht auf das Geschehen geführt. Die Jubiläumsjagd mit Hubertusmesse findet statt am 3. September 2023, Sonntag, auf Schloss & Gut Wendlinghausen, Donoper Straße 3, 32694 Dörentrup. Programm: 11.00 Uhr Stelldichein mit Eintragung ins Jagdbuch 11.30 Uhr Hubertusmesse vor dem Schloss 12.30 Uhr Aufbruch zur Schleppjagd über etwa 15 Kilometer Ca. 15 Uhr Jagdessen und Festakt in der Scheune Text und Fotos: Helga Koch
- Dreilinger Jagd "wie immer"?
Nachdem die Niedersachsenmeute ihre Schleppjagdsaison 2023/24 in Isernhagen mit großer Beteiligung eröffnete, geht es am 2. September, Samstag in Dreilingen weiter, die 37. Jagd steht dort an. Im Jagdkalender der Meute aus dem Vorjahr heißt es zu Dreilingen sinngemäß: „Jedes Jahr anders und immer eine Herausforderung für Hunde, Master, Pferde und die Jagdteilnehmer.“ Auch in diesem Jahr wird wieder naturbelassen in der weiträumigen parkähnlichen Landschaft der imaginären Fährte des Wildes gefolgt. „Fix um die Kurven“ ist auch wieder angesagt und dann folgen die weiten Ackerflächen, dieses Jahr wohl ohne Staub! (und endlich gemäht), die Wiesen und die ausgedehnten Waldflächen der Klosterkammer. Witterungsbedingt werden die Wiesenschleppen in diesem Jahr kürzer ausfallen, Sicherheit geht vor, aber dafür bietet der Hochwald genügend Möglichkeiten für „querbeet“! Die Zuschauer können das Jagdgeschehen an einigen markanten Punkten bis zum Halali mit verfolgen, Jagdessen und Nachlese dann wieder auf dem Birkhof mit Ausblick auf die weitere Saison. Ob es in Dreilingen auch im 37. Jahr „wie immer“ zugeht, können Reiter und Zuschauer am 2.September am besten selbst erfahren, diesmal allerdings samstags. Stelldichein ist um 9.30 Uhr auf dem Birkhof. Alle weiteren Infos hier: Text und Bild: Reit- und Fahrverein
- (Un)bekannte Pins 4.0
So – jetzt wissen wir es (fast) ganz genau. Der bisher nicht identifizierte Pin an dem in Kanada erworbenen Jagdrock zeigt das Logo der Flugzeugfirma Messerschmitt. Und herausgefunden hat das Clemens von Welck (Ellwangen). Er erklärt, wie er über Computer-Recherche mehr Schwarmwissen beisteuern konnte: „Bei der Recherche nach dem ehemaligen Eigentümer des Jagdrocks Ebbo Stromeyer bin ich auf GENI gestoßen, eine der vielen genealogischen Seiten der Mormonen. https://www.geni.com/people/Elisabeth-Messerschmitt/6000000004097094576?through=6000000026547978066#/tab/timeline und https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Stromeyer Ebbos Mutter "Lilly" war in 2. Ehe seit 1951 mit Willy Messerschmitt verheiratet. (Wilhelm Emil Messerschmitt war ein deutscher Flugzeugkonstrukteur und Unternehmer. Er gilt als ein Pionier der Luftfahrt. Wikipedia DE). Was auch den Beruf von Ebbo erklärt. https://de.wikipedia.org/wiki/Willy_Messerschmitt Der Pin ist das Logo von Messerschmitt. In Gold mit Brilliant wahrscheinlich eine Auszeichnung. https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Messerschmitt_AG_Logo.svg https://de.wikipedia.org/wiki/Messerschmitt_AG Die Geschichte ist spannend, der Großvater von Ebbo war Ende der 1920er Jahre Financier von Messerschmitt. https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Freiherr_von_Michel-Raulino Soweit die Recherche, die wieder einmal ein Schlaglicht wirft auf das "bunte Völkchen" wirft, das sich dem Sport in Rot verschrieben hat - damals wie heute, und wir schließen mit Dank an alle Mitforschenden.
- Ein Meutehund kann auch anders
Nach der Schleppjagd kommt nichts mehr für einen Foxhound? Von wegen! Meutehund Dumbledore schaut zurück auf eine bewegte Karriere als Event-Hund, und seine „Patentante“ Antje Sander betont, dass ihr Muskelkater weniger vom Laufen als vielmehr vom Bremsen herrührte. Dumbledore berichtet: Hallo Leute, ich heiße „Dumbledore“ und ich bin ein englischer Foxhound der Cappenberger Meute. Ich wurde am 9. August 2010 geboren. Als ich fünf Wochen alt war, traf ich meine Patentante. Sie ist für meinen hochtrabenden Namen verantwortlich. Ich habe gehört, dieser Dumbledore muss ein sehr berühmter Zauberer gewesen sein, aus einem Buch, das Harry Potter heisst. Ich hatte ein sehr erfülltes Leben in der Meute, bin viele Jagden gelaufen und hatte eine Menge Spaß bis ich fünf Jahre alt war. Dann hatte ich ständig Bauchschmerzen und irgendwas war nicht in Ordnung. Meine Patentante kam, nahm mich mit und sagte mir: Wir kriegen das schon hin und nach ein paar Tierarztbesuchen und ein paar unschönen Wochen war der ganze Spuk dann vorbei. Plötzlich war ich das, was die anderen „Privatköter" nennen. Ich zog bei einem kleinen tyrannischen Jack Russell ein, der wohl vor kurzem seine Foxhound-Freundin „Quitte“ verloren hat. Wir gehen mit zur Arbeit, danach gehen wir zum Stall zum ausreiten. Ein wirklich entspanntes Leben. Und dann kam das ganz dicke Ding: meine Patentante hat im Fernsehen irgendwas über “Tough Hunter“ gesehen. Das ist wohl ein Hindernislauf mit Hunden. Was soll ich sagen, wir waren plötzlich mitten drin. Es gab ein Team mit älteren Damen…sie nannten sich die „Golden Girls“. Mein kleiner tyrannischer Mitbewohner war dabei, ein Schäferhund und ein Malinois. Dreimal in der Woche ging es nach dem Reiten zum Joggen und irgendwann war es dann soweit. Wir waren in Schloss Arenfels angekommen und hatten unseren ersten ganz großen Auftritt. Der Eventslogan hieß „Willkommen im Dreck“ Mein Gott, war das ein Spektakel. Wir sind durch den Dreck gerutscht, sind ins Wasser gesprungen, haben Dummys gesucht und eine Duftfährte musste verfolgt werden. Das war natürlich voll mein Ding! Das habe ich ja schließlich mal beruflich gemacht. Nach etwa zweieinhalb Stunden waren wir im Ziel und dann sind wir noch zusammen eine Rutsche runtergerutscht und landeten in einem Schlammloch. Lustig war's auf jeden Fall. Dieser Sport nennt sich Canicross: Das ist ein Geländelauf bzw. ein Parcours, bei dem Hund und Läufer ein Team bilden. Die zu bewältigende Strecke kann ein Trail im Wald, eine hügelige Berglandschaft, ein normaler Wanderweg oder ein matschiger Pfad sein. Hierbei wird der Jogger sozusagen die durchschnittlich 5 bis 10 km lange Strecke vom Hund gezogen und erfährt durch seinen Hund zusätzliche Beschleunigung und hier gibt es tolle Events. Ich sage Euch, ich war ein toller Zughund. Ich hatte ein Zuggeschirr und eine Jöringleine. Die hat einen Gummipuffer, falls ich mal schneller bin als geplant und damit ich dann keinen „Schnuck“ in den Rücken bekomme. Frauchen hatte „Blut geleckt“ und wir fanden uns kurz später im Hunsrück bei „Camp Canis“ wieder. Hier bin ich das erste Mal Boot gefahren. Wir haben auch Nachtläufe gemacht, mit Kopflampe und Pechfackeln am Wegesrand. Das war echt spannend und ich war immer voll dabei. Manchmal konnte Frauchen gar nicht so schnell laufen, wie ich gezogen habe… Ich habe es jetzt noch im Ohr „Laaaaaaangsam, Dori warte… laaaaaangsam. Dabei hat das so viel Spaß gemacht und es waren so viele Hunde verschiedenster Rassen dabei, von der Deutschen Dogge bis zum Chihuahua. Wir hatten ein Motto: „Machen ist wie Wollen - nur krasser“ und damit tourten wir durch Deutschland und Holland mit Camp Canis, Strong Dog, Dog Survival, Tough Race und ließen kein Matschloch aus. Es gab „The Game“ und wir sind zwei Tage lang durch den Hunsrück gelaufen, haben dort merkwürdige Gestalten getroffen, Freundschaften geschlossen und haben über Nacht gezeltet. War das alles aufregend. Da ist ein Leben im Kennel nichts dagegen. Dann kam was, was meine Familie „Corona“ nannte. Wir durften nicht mehr wegfahren und unser Team nicht mehr treffen. Plötzlich waren ich und mein Jack Russell Bruder ganz allein. Nur mit einer Ausnahme-Genehmigung durften wir noch zum Kennel fahren und mit meinen Meute-Kumpels zum Hundetraining gehen. Keine Jagden mehr, keine Wochenenden mit Freunden. Aber dann gab es „Home-Editions“ und wir konnten wieder laufen. Frauchen, mein Jack Russell Bruder, seine Lauffreundin und ich waren wieder unterwegs. Zu Hause, in unserer gewohnten Umgebung und nachts im bequemen Körbchen. Wir sind um die Wuppersperre gelaufen, haben darin gebadet, haben „Tornado-Trees“ erklommen und haben Hunde-Limbo getanzt. Klingt lustig? War es auch! Sogar „The Game“ gab es in der Coronavariante. Wir haben im Garten gezeltet und über den Tag haben wir viele Kilometer gerockt und unsere Aufgaben erfüllt. Wir waren auch Stand-up Paddeln… gut, dass ich eine Schwimmweste hatte! So - oder so... Dann war dieses „Corona“ endlich vorbei, wir durften wieder los. Oh, ja…endlich Aber Frauchen sagte, ich bin schon 11 Jahre alt und ich müsste langsam etwas kürzertreten. Am 9.Oktober 2021 in Baumholder sollte ich mein letztes Rennen laufen. Unser komplettes Team war am Start, zusätzlich noch zwei Malinois-Nachkommen und „Lebensgefährten“ ließen es sich auch nicht nehmen. „Team Golden Girls“ war gewachsen und so verbrachten wir ein tolles Wochenende. Hier habe ich auch ein sehr nettes Foxhound-Mädchen der Rheinland-Meute getroffen. Auch sie war am Start! Auch mein kleiner Jack Russell Bruder, der schon 12 Jahre alt war, sollte sein letztes Rennen laufen. Unter dem Motto: „Save the last dance for me” kamen wir im Ziel an. Frauchen hat sehr geweint, ich weiß nicht warum, wir sind doch alle gesund und munter ankommen. Aus den Jahren haben wir viele Trophäen wie Finisher-Shirts, Medaillen und Hundekekse mitgebracht, die wir heute noch sehr schätzen. Um nicht einzurosten spielen wir jedes Jahr einen Adventskalender. Das ist eine ganz verrückte Sache. Über 23 Tage kriegt man irgendwelche Aufgaben und wenn man die geschafft hat kriegt man eine „Lösung“. Das kann ein Bild oder ein Buchstabe oder ein Hinweis sein. Den muss mein Frauchen dann in einen sinnvollen Zusammenhang bringen und am 24. Dezember das Ergebnis präsentieren. Wenn mehrere Teams richtig liegen, gibt es ein Stechen. Im vorigen Jahr wurde ein bestimmter Hund gesucht: Togo, der Leithund des berühmten Diphterie Runs 1925 in Alaska. Das waren echte Helden, diese Huskies, die ein Medikament zu kranken Kindern bringen mussten. Daraus ist ja dann das Iditarod-Rennen geworden, was es heute noch gibt. Aber das ist eine andere Geschichte. Seit wir bei diesem Adventskalender mitspielen kann ich jetzt jedenfalls Türen schließen, Filme nachstellen (ich war der Tiger bei „Dinner for one“) und Buchstaben legen. Aber Wiener Würstchen festhalten ohne sie aufzuessen, das fällt mir, ehrlich gesagt, ein bisschen schwer. Wir waren schon zwei Mal im Finale, aber zum absoluten Sieg hat es noch nicht gereicht. Vielleicht schaffen wir es in 2023. Ich gehe immer noch gerne mit zum Stall und eine kleine Runde ausreiten. Nächste Woche werde ich 13 Jahre alt und ich habe mir schon mal ein gemütliches Plätzchen auf dem Sofa reserviert. Ich muss ja auch mal kürzertreten. Text und Fotos: Antje Sander, Pikörin der Cappenberger Meute
- Alles neu zur BMM-Jagd in Melle
Die diesjährige Schleppjagd am 26. August, Samstag, in Melle-Buer mit der Beaglemeute Münsterland hat einen neuen Charakter: Es gibt keinen einzelnen Jagdherren mehr, und jetzt treten die ‚Meller Jagdreiter‘ als Veranstalter auf. Auch die Streckenführung ist völlig neu, es gibt einen neuen Platz für das Stelldichein und das Halali. Gestartet wird in diesem Jahr vom Hof Halbrügge in Melle-Buer. Stelldichein um 14 Uhr. Die Strecke ist ausgesprochen Beagle gerecht und führt über rund 18km kurvige und knackige Wald- und einige Wiesen- und Ackerschleppen. Derzeit wird aufgebaut und es entstehen einladende Jagdsprünge, die alle umritten werden können. Die Beaglemeute-Münsterland ist wie immer sehr gut vorbereitet: Nach einem hervorragend gelaufenen Trainingswochenende in Haren/Ems am letzten Juli-Wochenende und einem weiteren Trainingswochenende auf dem Reiterhof Vox in Eggermühlen vom 11. bis 13. August sowie der Eröffnungsschleppjagd in Marl am 20. August freuen sich die Melleraner Jagdreiter auf ihre Traditionsjagd in Melle-Buer. Die Einladung kann hier heruntergeladen werden: Text und Bilder: Monika Fiegert
- Schwimmen statt warmlaufen...
...das funktioniert nur begrenzt, mit Pferd jedenfalls. Deshalb wird die Jagd mit den Cappenbergern in Alverskirchen/Everswinkel am Samstag, 5. August abgesagt. Zuviel Regen letztens...
- Gleich drei Mal Opening Meets
Die Cappenberger kommen aus dem Eröffnungsreigen gar nicht wieder raus: bei den Harener Schleppjagdtagen (24. bis 27. August) der Saisonstart des eigenen Vereins, am 3. September für die Lipperland-Meute zum 50-jährigen Jubiläum in Wendlinghausen und am 9. September schließlich für die Warendorfer Meute in Eringerfeld. Zum „Warmlaufen“ gibt es schon am 5. August, Samstag die Sommerschleppjagd in Alverskirchen, ausgerichtet von den Pferdesportfreunden Dorffeld um Cornelia Steinmeier. In Haren vom Hof Lüssing aus wird am Donnerstag eine Geburtstagsjagd für Pikörin Antje Sander geritten bevor dann am Samstag unter Jagdherrschaft der Familie Stecker feierlich eröffnet wird. Der Schleppjagdverein Lipperland erinnert an die Gründung vor 50 Jahren mit dem sportlichen Treff am Schloss Wendlinghausen in Dörentrup am 3. September, Sonntag, und am darauffolgenden Samstag, 9. September geht es gleich weiter für den Schleppjagdverein Warendorf, der wie auch die Lipperländer inzwischen keine eigene Meute mehr führt. Alle Einladungen unter www.cappenberger-schleppjagdverein.de/Einladungen/2023 Text und Foto: PS
- Ursulum als Eröffnungstermin
Auf Initiative der ältesten, aber auch berühmtesten Jagdherrin Deutschlands“, so heißt es in der Einladung, richtet der Reiterverein Isernhagen am 16. August, Mittwoch, die Eröffnungsjagd der Niedersachsenmeute aus. Ursel Bülthuis hat zusammen mit Max Scharf die Jagdherrschaft des nach ihr benannten „Ursulum“-Events. Stelldichein um 18 Uhr ist auf dem Hof von Adolf Weitz, hinter dem Gelände des ehemaligen Voltmers Hof an der Burgwedeler Straße 141 in Isernhagen, dort, wo vor 154 Jahren die erste Schleppjagd auf künstlicher Schleppe stattfand. Kurz und knackig geht es los: um 18.30 Uhr Abritt, vier Schleppen über insgesamt neun Kilometer mit etwa 20 festen Hindernissen, einschließlich Hecken und Gräben. Zur Wahl stehen vier unterschiedliche Felder, sodass jeder Reiter für sich und sein Pferd ein angemessenes Profil finden kann. Wie immer werden die Zuschauer auf Treckergespannen durch das Gelände gefahren und die bien aller aus Verden blasen die Jagdsignale. Die sogenannte „letzte Schleppe“ auf dem Hof Weitz beginnt gleich nach dem Halali ab etwa 20 Uhr. Alle Infos unter www.reitverein-Isernhagen.de










