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Zur Person: Stephanie Schreck

  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Bei der Jahrestagung der Deutschen Schleppjagdvereinigung (DSJV) im Deutschen Reiter- und Fahrerverband haben die Jagdreiter Stephanie Schreck, Jahrgang 1974, aus Forst in Baden-Württemberg als neue Vorsitzende gewählt. Sie ist die erste Frau in dieser Position und Schleppjagd24 stellt sie hier vor:


„Ich brenne für das Schleppjagdreiten“, hat sich die Geschäftsführerin eines Textilunternehmens in Bruchsal mit Spezialisierung auf Theater-Ausstattungen empfohlen bei ihrer Vorstellungsrede auf der Tagung. Und brennendes Engagement hat sie schon als junge Arzttochter überhaupt erst zum Pferd gebracht, denn als Unfallchirurg war ihr Vater überzeugt, dass Reitsport eine äußerst gefährliche Sache sei. Es bedurfte der Fürsprache eines Großonkels, selber engagierter Jagdreiter in Hamburg, der gut zuredete: „Lass das Kind doch mal reiten.“ Mit neun Jahren bekam sie die ersten Reitstunden geschenkt. „Aber zuerst musste ich meinem Vater einen Vertrag unterschreiben, dass ich immer nur mit Kappe aufs Pferd steige. Den Vertrag hat mein Vater heute noch, und ich lege immer noch Wert auf jede mögliche Sicherheitsausrüstung. Ich trage immer die neueste Weste.“

1988 nahm sie an der ersten Schleppjagd teil, in Menzingen mit Hermann Laier und Andreas Weise, den Begründern der Badischen Dragoner-Meute. Seit 1995 ist sie mit ihren Pferden am Bacherhof und somit am Kennel der Badischen Dragoner Meute in Forst zu Hause und hat dort Hermann Laier als Master des Privatpack bei der täglichen Arbeit mit den Hunden begleitet und „von der Pike auf“ gelernt. Seit 24 Jahren gehört sie als Pikörin zur den Badischen Dragonern und war schließlich maßgeblich beteiligt an der Umwandlung der Privatmeute in den Verein Badische Dragoner Meute e.V., dem sie dann auch insgesamt neun Jahre lang als 1. Vorsitzende vorstand - bis zu ihrer Bewerbung jetzt für den Bundesverband.

Ausbildung von Pferd und Reiter ist die Passion der neuen „Ersten Schleppjagdreiterin Deutschlands“, die 2022 den DOSB lizenzierten Trainer B-Schein in Marbach erworben hat. Im vorigen Jahr kam eine ergänzende Qualifikation „Sitz- und Gleichgewichtsschulung“ hinzu. Zwei Jahre war sie Trainer am Reitsimulator der SAP unter Schirmherrschaft von Ingrid Klimke in Walldorf.


Seit 2019 ist sie als Para-Reiter im Grade IV eingestuft, denn auch der Vertrag mit ihrem Vater hat sie nicht vor einem schweren Reitunfall bewahrt. Im Rahmen ihrer „Lieblingsjagd“ im Rhein-Neckar-Kreis ist es 2017 passiert, an der Seite des damaligen Master Sabine Keller direkt hinter den Hunden. „Meine Stute trat in ein Loch und wir haben uns überschlagen. Dem Pferd ist nichts passiert,“ fasst sie lakonisch zusammen und verschweigt die Einzelheiten ihrer durchaus schmerzhaften Rekonvaleszenz nach vier zertrümmerten Brustwirbeln. Mit Abstrichen kann sie jetzt trotz ihres teils gelähmten linken Beins wieder „ganz normal reiten“ und hat seit Januar 2026 auch wieder ein neues Pferd. Die zehn Jahre alte Stute Fischerbachs Frieda löst ihr routiniertes Jagdpferd Little Lucy, jetzt 19, ab. Nach zwei Fohlen und einer Ausbildung bis zur L-Dressur lernt Frieda bei Stephanie Schreck jetzt das ABC als Jagdpferd. „Und sie macht sich ganz toll“.  

Begeisterung und praktische Erfahrung in der Reiterei prägen die Mutter von Käthe (18) und Konrad (12) – und ganz nebenbei führt sie gemeinsam mit ihrer Schulliebe und dem Vater ihrer Kinder Frank Schreck, Master der Badischen Dragoner Meute, den von ihrem Schwiegervater gegründeten Betrieb, mit vielen Reisen zu Auftraggebern weltweit und in Verantwortung für knapp 20 Mitarbeiter.

Text: Petra Schlemm und Bilder: privat  

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