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Ursulum: Auftakt und Ausstand

Das Leben ist ein Kreislauf. Etwas beginnt, etwas anderes hört auf. Das wurde eindrücklich vor Augen geführt jetzt in Isernhagen. Die Niedersachsenmeute eröffnete dort ihre Saison 2023/24 und die Namensgeberin der Ursulum-Veranstaltung verabschiedete sich als Jagdherrin. Siebzehn Jahre lang war Ursel Bülthuis der Motor der Jagd, die immer als ebenso knackig wie stimmungsvoll bekannt war.

Ein Jahr zuvor war die Jagd als „Isernhagen rechtsrum“ von Eugen Klein aus der Taufe gehoben worden. „Da hatten einige Männer froh gelaunt im Voltmers Hof zusammengesessen und das ausgeheckt,“ erinnert sich Bülthuis an die Anfänge. Sie war es gewesen, die dann darauf gedrungen hatte, so eine schön gelungene Veranstaltung doch bitte weiterzuführen. „Dann mach Du es doch“, hat ihr Klein dann den Hut aufgesetzt. Jetzt ist sie 83 und nun sollen es andere machen, sagt sie heute, siebzehn Jahre später. „Ich bin immer bereit mitzuhelfen und von mir steckt immer noch genauso viel Herzblut in der Veranstaltung wie immer,“ hat sie versprochen. Noch vor zwei Jahren ist sie selbst noch im vierten Feld vertreten gewesen. Im vorigen Sommer hat ihr Jagdpferd Eddie die Ewigen Jagdgründe betreten und in diesem Jahr stand sie selbst an Krücken nach einer Hüft-OP.



In diesem, ihrem letzten Jahr als Jagdherrin, waren vor allem gute Nerven für die Organisatorin gefragt, denn bis zwei Tage vor der Jagd war wetterbedingt der Streckenverlauf noch ungeklärt. Wegen des Regens konnte erst spät oder gar nicht gemäht werden und es mussten Alternativen gefunden werden für manchen noch bestellten Acker. Aber dann hat sich doch wieder alles so gefügt, dass die 55 Reiter mit ihren Pferden und die vielen Zuschauer einen tollen Tag erlebten.


Senior-Master Camill von Dungern führte die 20 Foxhounds, die weiterhin auf ihren neuen Meute-Lkw warten und deshalb „in kleiner Besetzung“ erschienen waren. Zum ersten Mal als Piköre dabei waren Wolfgang von Haslingen und Sophie Wupperman, diese als Gast vom HSJV. Dorothea von Behr schnurrte über die Strecke, die sie von Kindesbeinen kennt und wies den Weg für Gregor Lünebach. Der legte die Schleppe für die Reiter in vier Feldern: Anja Cohrs ganz vorne, Raban Schmid-Mölholm vor dem zweiten Feld, Finja Hoffmann leitete die Jugendlichen und Camilla von Dungern führte das kleine „Genießerfeld“, das in gesetzterem Tempo die Reiter verfolgte und die Hunde beobachtete.



Die Klippe war auch in diesem Jahr wieder die nach viel Regen gut Wasser führende Wietze, die zu durchqueren war und denn auch gleich eine Reiterin zum Tauchgang animierte. Schön festgehalten von Thomas Ix, der instinktsicher eine gute Schussposition für seine Kamera eingenommen hatte. Und wie immer in Isernhagen war auch wieder eine Zweispänner-Kutsche im Gefolge der Jagdgesellschaft. An den Leinen dieses Jahr Helmut Döpke. Dorotheas Vater, Adolf Weitz begnügt sich inzwischen mit der Position als Beifahrer. Im Garten seines Hofes, hinter dem seit drei Jahren geschlossenen Gasthaus „Voltmers Hof“, der über 100 Jahre Treffpunkt für die Jagdreiter gewesen ist, fand der stilvolle Abschluss statt. Dort, auf der sogenannten „letzten Schleppe“, verkündete Ursel Bülthuis dann ihren Ausstieg aus der Jagdherrschaft mit Max Scharf. Wolfgang Kailing als Jagdkritiker ehrte sie als „unsere Ikone“ und hob hervor, dass kein Ministerpräsident in Niedersachsen jemals zu seiner Verabschiedung so viele gute Bläser – die bien aller aus Verden – und ein so begeistertes Publikum zu seiner Verabschiedung gesehen habe. Nun wird beraten wie es im nächsten Jahr weitergeht.




Text und Bilder: PS Mehr - und bessere - Aufnahmen unter www.foto-ix.de und bei Sabine Schafft unter www.foto-schafft.de

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