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Krajewski und Collett sagen an

Zwei Olympiasiegerinnen zeigen in der Heide, wie es geht. Julia Krajewski führt in der offenen deutschen Meisterschaft, die Britin Laura Collett behauptete ihren Riesenvorsprung nach der Dressur in der Fünf-Sterne-Prüfung.


Aber wie immer in der Vielseitigkeit, das Dressurergebnis sagt noch nicht alles. Jetzt hat Julia Krajewski gleich zwei Eisen im Feuer, wenn es am Sonntag in Luhmühlen im Springen um ihren vierten Deutschen Meistertitel geht. Sie führt nach dem Cross mit ihren beiden auf 4-Sterne-level noch unerfahrenen Pferden, Nickel (27,5) und Ero de Cantraie (30,2) vor Calvin Böckmann/ The Phantom of the Opera oder „Phanty“ (31.8) und Christoph Wahler/ D‘ Accord (34.4). Die Tagessiegerin in der Dressur, die Britin Mollie Summerland gab nach zwei Verweigerungen auf. Nur drei Paare blieben ohne Fehler in der Richtzeit, auch Krajewski schaffte es mit Nickel nicht ganz. Drei von 23 Reitern schieden aus, darunter Reitmeisterin Ingrid Klimke nach einem Sturz auf dem Hauptplatz. Klimke war sofort wieder aufgestanden und hatte Siena Just Do it selbst vom Platz geführt, aber landete kurz danach dann doch im Krankenhaus, wo eine Schlüsselbeinverletzung festgestellt wurde, die auch operiert werden muss. Damit sinken ihre Hoffnungen auf einen „Tanz mit Franz“ auf dem Dressurviereck von Aachen und sicher auch für die EM in Riesenbeck. Zwei von 23 Startern zogen schon vor dem Cross zurück, sodass jetzt noch 18 im Kampf um den Meistertitel verbleiben.


In der Fünf-Sterne-Prüfung bleibt Olympiasiegerin Laura Collett mit London weiter mit ihrem Dressurergebnis an der Spitze (20,3). Auf Platz zwei liegt derzeit Kitty King (GBR) mit Vendredi Biats (26,8), gefolgt von Yasmin Ingham (GBR) mit Rehy DJ (27,5). Insgesamt gelang es auf diesem Level 12 Paaren den 6.270m langen Fünf-Sterne-Geländekurs von Mike Etherington-Smith ohne Zeit- und Hindernisfehler zu bewältigen. Mit sensationellen elf Sekunden unter der Richtzeit fegte Collett durch den Kurs, den aber auch neun Paare nicht beendeten. „Dieses Pferd ist einfach sensationell und ich bin so glücklich, dass ich ihn reiten darf. Er ist ein sehr großes Pferd und hat einen riesigen Galopp, den er aber jederzeit an die verschiedenen Aufgaben anpassen kann. Eigentlich lässt er sich reiten wie ein Pony und ich muss ihn nur seinen Job machen lassen.“

Die ersten drei Plätze in der Fünf-Sterne-Prüfung sind momentan in britischer Hand. Trotzdem gab es auch bei den deutschen Reitern allen Grund zum Jubeln – denn alle drei deutschen Fünf-Sterne-Debütanten sind mit sicheren Runden und ohne Hindernisfehler ins Ziel gekommen. Bester Deutscher ist derzeit der „Sportsoldat“ Jérôme Robiné, wie Böckmann ein Schüler von Krajewski. „Heute war ich tatsächlich mal aufgeregt“. Er liegt mit Black Ice auf einem hervorragenden 11. Platz (34,1). Arno Bergendahl/ Luthien sind auf Platz 20, Emma Brüssau und Dark Desire rangieren zwei Plätze dahinter.


Die „ungleichen Schwestern“ Vielseitigkeit und Schleppjagd rücken weiter näher zusammen. Zum ersten Mal ist die Seeliger Bank in Luhmühlen eingestiegen als Sponsor eines Hindernisses, passend „Die Kennels“ benannt. „Das hat Cosimo eingestielt“, berichtet Camill von Dungern zufrieden. „Bisher haben wir sowas nicht gemacht“ – und wenn es auf die Niedersachsenmeute ausstrahlt, umso besser.


Die Abordnung des RWS mit Master Christian Coenen und seiner Familie an der Spitze beobachtete gespannt vor allem die Ritte von Arno Bergendahl. Der ist „fast Nachbar“ der Schwarzensteiner und seine Familie züchtet top-Pferde. Gleich vier davon sind in Luhmühlen am Start, ein fünftes war gemeldet und wurde dann zurückgezogen. Am interessiertesten beobachtete Ute Boss-Heekma die Starts der Bergendahl-Pferde. Die bewährte braune Stute Fleur der RWS-Vizemasterin kommt ebenfalls aus diesem Stall in Hamminkeln.

TV am Sonntag auf NDR live: 18. Juni von 14.00 bis 15.15 Uhr

Start- und Ergebnislisten: www.luhmuehlen.

Text: PS und Fotos: TGL/Annette Dölger und PS

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