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JuHu 2024 - ganz neu gesehen

Kleiner als in anderen Jahren, aber genauso aussagekräftig und mit Musik von elf (!) Bläsern der  Rheinlandmeute – das war die diesjährige Junghundeschau der Deutschen Schleppjagdvereinigung, ausgerichtet vom Rheinisch-Westfälischen Schleppjagdverein in Drevenack. Und sie sah sogar einen Reservesieger mehr als üblich.



Nur insgesamt 41 Foxhounds und Beagles aus acht Meuten wurden vorgestellt. Aber deren Bewertung wurde besonders gespannt erwartet, weil zum ersten Mal alle drei bestellten Richter im Jagdgebrauchshundeverband zu Hause sind, ohne besondere Beziehung zur Schleppjagd, aber mit großer Erfahrung beim Abgleich eines Hundes vor ihren Augen mit dem jeweiligen Rasse-Standard.




Chris Gabrielse als Zucht-Referent der Deutschen Schleppjagdvereinigung und Organisator der „JuHu 2024“ hatte sich von dieser Wahl besondere Objektivität versprochen und auch eine Wirkung nach außen, denn diese Richter könnten auch in ihren Jägerkreisen berichten, was Meutehundehalter mit ihren deutlich mehr Hunden bei der „Jagd“ auf künstlicher Fährte tun.



Ungeachtet aller Erfahrung hatten es Alexandra Baum (Kleve) und Hans Hans Strajhar, Deutsch Kurzhaar-Richter aus Obrighoven nicht einfach bei den Foxhounds, denn sowohl der RWS als auch der Schleppjagdverein von Bayern zeigten zwei große Würfe, die zudem besonders ausgeglichen waren. Die zwei Rüden und fünf Hündinnen des J-Wurfes vom RWS sind sich so ähnlich, dass selbst Huntsman Heiko Burchard sehr genau hinsehen musste, um den richtigen Namen ansagen zu können.



Bei den Rüden fiel die Wahl am Ende auf Neill von der Niedersachsenmeute, und der Reservetitel wurde sogar zweimal vergeben, an Joker vom RWS und an den sehr hellfarbigen Prinz aus Bayern. Neill, oder Norbert wie er zu Hause in Dorfmark genannt wird, hat eine irische Mutter und ein trauriges Schicksal, denn alle seine Geschwister verstarben, und er bleib als „Einzelhundekind“ übrig. Dementsprechend selbstbewusst inspizierte er den Ring. Seine Wahl ist eine Bestätigung für den Master und Huntsman Leonard von Schultzendorff, der mit seiner Meute das Zuchtziel des kleineren, eher gedrungenen „Old English“ Foxhound verfolgt. Im Vergleich mit den beiden gleich bewerteten Reservesiegern – „das waren immer nur Millimeter Unterschied“, so Alexandra Baum - zeigte sich prägnant der Unterschied zwischen diesem Typ und dem „modern foxhound“, den die Richter aus England bevorzugen: deutlich größer, schlanker, edel-eleganter. Geschmacksache? Von den zehn Rüden, die für den Championstitel in Frage kamen, erhielten sieben das abschließende Urteil „sehr gut“ – eine gute Quote, die Spannung im nächsten Jahr verspricht, wenn diese Hunde wieder vorgestellt werden können, um dann vielleicht sogar als „vorzüglich“ gesehen zu werden.  



Bei den Hündinnen war die Bewertung ähnlich schwierig, auch weil das Gleichmaß hier noch ausgeprägter war. Elf Hündinnen aus fünf Meuten kamen in den Endring, sieben von ihnen verließen ihn mit dem Prädikat „sehr gut“. Der Titel blieb beim RWS für Jette vor der bayerischen Perle. Der RWS-Master Christian Coenen nahm den Pokal für den J-Wurf entgegen und erinnerte noch einmal sehr emotional an die verstorbene Brigitte Roggendorf, die mit ihren Hounds noch im vergangenen Jahr das Geschehen im Ring beherrscht hat. Sie hatte den Rüden Sherlock von der Taunusmeute zur Verfügung gestellt, der die RWS-Hündin Hera belegt hat.



Bei den Beagles hatte es Robert Zurl (Bergheim) einfacher als Richter. Er führt selbst Jagd-Beagles und kennt das Geschehen in Schwarzenstein schon seit einigen Jahren. In diesem Jahr waren nur drei Meuten vertreten – die Vogelsbergmeute als Seriensieger mangels Nachwuchs nicht dabei. „Zum ersten Mal seit 31 Jahren“, wie der Vorsitzende Dr. Michael Weiler betonte.



Den neuen Ehrenteller für die beste Aufzucht nimmt Joint-Master Christine Wägelein mit nach Hause ins Frankenland. Ganz allein präsentierte sie im Ring den S-Wurf aus sechs Hündinnen, die sich gleichmäßig und munter zeigten. Senta und Sofie wurden für die Schönsten befunden. Sie blieben bei „gut“, aber setzten sich trotzdem gegen die Kandidatin aus dem Münsterland durch.



Der Titel bei den Rüden wurde an X-Man vergeben, ein echter „Brummer“ im Vergleich zu den Konkurrenten von der BMM, die der Master Gregor Kuhn vorstellte. Mit dem Titel hat die Geiseltal-Meute aus Sachsen-Anhalt ein Ausrufezeichen gesetzt hinter den Antrag auf Anwartschaft als neues Mitglied in der Deutschen Schleppjagdvereinigung, den der Master Rainer Pistorius in Kürze stellen will.



Julia Wiesehahn hat wieder neben ihren vier kleinen Kindern auch noch alle Fäden der Organisation in der Hand gehalten, zum ersten Mal unterstützt von Janika Pleiß und Charlotte George, die Jutta Nebe abgelöst haben in der Meldestelle. Die Vorberichtung des Tierarztes hatte wieder Jochen Schlesies übernommen, und besonders verdient gemacht hat sich auch der RWS-Huntsman Heiko Burchard, der neben seinen Aufgaben am und im Kennel auch die Beköstigung am Freitagabend geregelt hat. Mit zwei Jagdkameraden hat er unter dem Label „Wild Cooking“ in schicker Uniform den Freiluft-Herd bedient und köstliches Essen gezaubert.


Das sind die Sieger des Jahres 2024 -


Foxhounds

Rüden:

Champion Neill (Niedersachsen-Meute)

Reservesieger: Prinz (Schleppjagdverein von Bayern) und

Reservesieger: Joker (Rheinisch-Westfälischer Schleppjagdverein)

Hündinnen:

Championesse: Jette (RWS)Reservesiegerin: Perle (SvB)

Bester Wurf:

RWS für den J-Wurf (aus zwei Rüden und fünf Hündinnen) von Sherlock und Hera


Beagles

Rüden:

Champion: X-Man (Geiseltal-Beaglemeute)Reservesieger: Rufus (Beaglemeute Münsterland)

Hündinnen:

Championesse: Sofie (Frankenmeute)

Reservesiegerin: Senta (Frankenmeute)

Bester Wurf:

Frankenmeute für den S-Wurf aus sechs Hündinnen von Clyde und Marie


Text und Bilder: Petra Schlemm

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