Jacquy Lognard (1957 – 2026)
- prschlemm
- 16. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Mit großer Bestürzung wurde der plötzliche Tod von Jacquy Lognard aus Verviers (Belgien) bekannt. Der international hochangesehene Trompe-de-Chasse-Bläser, Künstler und Karikaturist verstarb am 9. Januar 2026 im Alter von 68 Jahren an einem Herztod.

Jacquy Lognard gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der Chasse à courre unserer Zeit. Als Sonneur 1er catégorie, Champion de Belgique und Champion international „Tons de Vénerie“ genoss er höchstes Ansehen in der Parforcehorn-Gemeinschaft. Darüber hinaus war er ein leidenschaftlicher Lehrer, der sein Wissen und seine musikalische Haltung an zahlreiche Schüler weitergab. Unvergessen ist der Jagdreiterszene hier in Deutschland seine erfolgreichste Schülerin von der Rallye Trompe de la Bruyère, Marion Rieke, die in Frankreich als erste Deutsche überhaupt den Championatstitel errang.
Dank seiner Mehrsprachigkeit unterrichtete Jacquy weit über Belgien hinaus – in Frankreich, Holland und Deutschland. Entsprechend groß waren seine Popularität und sein Einfluss in diesen Ländern. Jacquy verstand es, die musikalische Perfektion mit Ausdruck, Stilbewusstsein und tiefer Kenntnis der jagdlichen Tradition zu verbinden.
Eng verbunden war Jacquy Lognard dem Benefizkonzert auf Norderney, das er gemeinsam mit Gastgeber Arne Sauerbrey begründete, nachdem die traditionellen Schleppjagden auf der Insel plötzlich eingestellt wurden. Nach all den Jahren der Schleppjagd auf Norderney sollte Schluss sein? Die beiden suchten nach einem Weg, um weiterhin gemeinsam den Ton der Vénerie zu blasen und waren nun auf dem besten Weg, dieses musikalische „Event ohne Pferde“ zugunsten der Cappenberger Meute und der Niedersachsen-Meute zu etablieren. Schon im zweiten Jahr ergänzte man die Messe in der katholischen Kirche am Denkmal mit dem professionellen Kölner Trompeter Wolfgang G. Haas und seinem Organisten Siegfried Merten. Mit im Boot war weiterhin Diakon Markus Fuhrmann, der schon in den Jahren zuvor auf dem Reiterhof Junkmann die Hubertusmesse abgehalten hatte.
Jacquy war die Reise nach Norderney stets ein Herzensbedürfnis. Hier, bei seinem Freund Arne, fühlte er sich zu Hause, und genoss die herzlichen Begegnungen mit den Wegbegleitern der deutschen Jagdreiterei. Zuletzt noch im August 2025, gemeinsam mit der Gruppe „Jacquy Lognard und Freunde“ mit den Sonneurs aus Verden. Mit über 100 Zuhörern in der Kirche hatte dieses Konzert alles bisherige übertroffen.
In Jacquy Lognard verliert die internationale Gemeinschaft der Jagdreiter einen herausragenden Musiker und Impulsgeber. Sein musikalisches Vermächtnis hat die Schleppjagd in Deutschland nachhaltig geprägt und bleibt in den Herzen der Menschen präsent, die er zusammengeführt hat. Die Besitzer seiner unverwechselbaren Karikaturen werden die Bilder nun mit Wehmut betrachten und stolz sein, sie rechtzeitig erworben zu haben und seine Bilder in Ehren halten. Sein Andenken wird weiterleben in jedem erklingenden Ton, in jedem Strich seines Stiftes und in unseren Erinnerungen.
Von den zahlreichen Beileidsbekundungen auf Jacquys Facebook-Profilseite soll diese eine stellvertretend für alle stehen:
„Adieu l'artiste …“
Text: Helga Koch/ Arne Sauerbrey und Bild: Helga Koch



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