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In schnellem Tempo...

….denken und handeln. So heißt das Motto üblicherweise beim Jagdreiten. In Schneeren-Bolsehle wurde es umfunktioniert: ….ab- und wieder aufsteigen“ traf es passender.

Alle zwei Jahre lädt die Jagdgemeinschaft „Unter den Eichen“ zur Jagd im Revier der Welfenfürsten hinter der Niedersachsenmeute. Die Veranstaltung ist immer noch ein Geheimtipp, und so fand sich zum Stelldichein eine kleine Schar von 15 Reitern inclusive der Equipage auf der Wiese von Bauer Struckmann ein, um hinter den 19 Foxhounds auf die rund 15 km lange Strecke zu gehen.


Wie immer, wenn Kersten Lieker die Streckenführung erarbeitet hat, konnte man sich auf eine abwechslungsreiche und naturnahe Jagd, mit dem einen oder anderen überraschenden Schlenker, ähnlich einer Wildfährte, freuen. Doch dieses Mal überraschte der Jagdherr mit einer besonderen Einlage und stieg schon vorm Start unfreiwillig von seinem Pferd ab. Dies lief fröhlich heim. Als Ross und Reiter wieder vereint, leicht verzögert, gemeinsam mit dem Schleppenleger losritten, bot sich dem Feld schon die nächste Besonderheit. Wir konnten feststellen, dass nicht wie bei anderen Jagden üblich ein Feldführer bestimmt war. Also galt die Devise: dranbleiben an den Hunden. Allerdings stellte sich dann doch noch heraus, dass zwei der Mitreiter eine vage Idee von der Strecke hatten.


Nach kurzer Irritation vor dem ersten Anlegen durch aufgebrachte Anlieger, die Sorge um ihre Tiere hatten, folgten wunderbare Schleppen durch enge Waldwege, über Lichtungen und Wiesen. Ab und zu erwartete uns ein naturnaher Sprung, wo es in die Landschaft passte. Die Stimmung im Feld war fröhlich und familiär.

Die Hunde liefen schnell und laut, waren über weite Strecken wegen der Gegebenheiten der Landschaft nur zu hören. Jagdreiten mit allen Sinnen. Der Jagdherr und auch die Schleppenjäger legten Wert auf Hundearbeit. Geradeaus ist langweilig, das kann jeder. Nein. Rechts und links vom Weg, zick zack über die Wiese, dabei Wind und Wetter beachten.

Die Hunde sollten Spaß an der Fährte haben. Sehr eindrucksvoll zeigten sie es durch ihr Geläut.


Kurz vor der Pause erreichten wir einen Kiesteich, der wieder eine ganz andere Landschaft bot. Als große Überraschung stand nun der Master neben seinem Pferd, sprang aber in beeindruckender Schnelligkeit wieder in den Sattel. Kurzfristig war auch die Meute verteilt um den Heye-See unterwegs, aber zur Pause am See hatten sich alle wieder zusammengefunden. Dort wartete ein Landeigner, der mit seiner Kutsche Begleitpersonal und Verpflegung herangebracht hatte.


Nach der Pause ging es ohne weitere Zwischenfälle heim. Es blieb noch der Genuss der Landschaft, die Freude an den Hunden, den Pferden und die netten Gespräche, auch im Anschluss beim Jagdausklang im Gasthaus Asche in Schneeren, wo die Ereignisse und die immer größer werdenden Hindernisse ausgiebig besprochen wurden.

Schneeren und Husum-Bolsehle: Eine wunderbare Jagd für Reiter, die in schöner Landschaft Jagdreiten wollen, ohne Zuschauer und Schnickschnack.

Ursprünglich und immer einzigartig….


Text: Meike Eichelberg und Bilder: Katharina Höchemer


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