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Gut geschlagen in Hitze der Heide

  • 20. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Gute Aussichten für die Titelverteidigung in der Deutschen Meisterschaft: Nach einem anspruchsvollen Geländetag bei hochsommerlichen Temperaturen hielt Julia Krajewski die Führung in der CCI4*-S Meßmer Trophy. Mit ihrem Olympiapferd von Paris, Uelzener’s Nickel, liegt sie vor dem abschließenden Springen mit 26,9 Punkten an der Spitze des Klassements vor der Belgierin Lara de Liedekerke-Meyer mit Kiarado d’Arville (31,3) und Malin Hansen-Hotopp mit Carlitos Quidditch K (33,8). Krajewski selbst hat mit ihrem zweiten Pferd Tullabeg Platinum noch ein weiteres Eisen im Feuer: Mit 34,4 Punkten rangiert das Paar aktuell auf Rang vier der Gesamtwertung.


Krajewski war im Anschluss des Geländetages mehr als zufrieden mit ihren vierbeinigen Sportpartnern: „Es war ein intensiver und anstrengender Tag, aber beide Pferde haben mich heute sehr, sehr stolz gemacht und tolle Runden gedreht. Nickel war wie an der Schnur gezogen. Er ist nicht das schnellste Pferd, deshalb muss ich wirklich meinen Rhythmus halten. Mittlerweile ist er aber ein echter Profi – super ehrlich, immer auf seiner Linie und wenn er weiß, was er springen soll, dann macht er das auch.“

Auch Tullabeg Platinum präsentierte sich bei seinem ersten Start in Luhmühlen beeindruckend abgeklärt. Der noch vergleichsweise unerfahrene Wallach ließ sich von der besonderen Atmosphäre nicht aus der Ruhe bringen und bestätigte seine Qualität auf internationalem Niveau: „Ein sehr, sehr cooles Pferd, noch nicht so erfahren und zum ersten Mal in Luhmühlen. Ich wusste nicht genau, wie er mit der Atmosphäre umgehen würde, aber das hat er super gemacht.“

Neben der sportlichen Herausforderung, spielte auch das Wetter eine wichtige Rolle. Temperaturen oberhalb der 30-Grad-Marke führten zu sorgfältig eingeteilten Ritten, so dass kein Paar innerhalb der erlaubten Zeit von 6:40 Min blieb. Am nächsten dran war die Schweizerin Nadja Minder, die die Bestzeit nur um eine Sekunde verpasste. Von 50 Startern blieben 37 ohne Hindernisfehler.

Für Lara de Liedekerke-Meyer verlief der Geländetag ebenfalls nach Maß. Mit Kiarado d’Arville, der bislang noch wenig Erfahrung auf Veranstaltungen dieser Größenordnung sammeln konnte, gelang der Belgierin eine kontrollierte und fehlerfreie Runde, die sie auf Rang zwei der Zwischenwertung brachte. „Ich bin wirklich sehr glücklich. Er hat schon einiges erlebt, war aber noch nie auf einer Veranstaltung wie Luhmühlen. Gestern war er noch ein wenig aufgeregt, als er die vielen Zuschauer gesehen hat. Heute war er beim Abreiten auch etwas ruhiger als üblich. Deshalb habe ich nachmittags auch nicht mehr zu viel abgeritten. Ich bin kein Risiko eingegangen, aber er hat mir eine großartige Runde ermöglicht – und das fühlt sich für mich wie ein Sieg an.“


Auch Malin Hansen-Hotopp ist mit ihrem Geländetag super zufrieden. Carlitos Quidditch K absolvierte den Kurs aufmerksam, galoppierte mit viel Übersicht und ließ sich dabei immer wieder durch das Lob seiner Reiterin motivieren. Mit 33,8 Punkten bleibt das Paar sowohl in der Meßmer Trophy als auch im Kampf um die Medaillen der Deutschen Meisterschaft aussichtsreich positioniert. „Ich bin sehr glücklich. Beide Pferde (auch Callfield, Anm. d.Red.) waren absolut fantastisch. Quidditch hat einen sehr großen Galopp und durch sein Alter und seine Erfahrung lässt er sich mittlerweile hervorragend zurücknehmen. Es hat wirklich Spaß gemacht.“

Die Augen der Jagdreiter im trotz der Hitze zahlreichen Zuschauerfeld begleiteten intensiv auch Vanessa Bölting mit Ready to Go NRW. Im zehnten Jahr reitet die Münsteranerin den 14jährigen Wallach von dem Dressurvererber Rock Forever, der mal als Jagdpferd für die Frau des Besitzers erworben worden ist. Bölting hatte selbst allein auf der Strecke gut mit ihm zu tun. „Der will, immer“, erklärte sie die Gehlust des Dunkelbraunen. Für den ärgerlichen MIM-Fehler, der sie um elf Punkte zurückwarf, machte sie sich aber selbst verantwortlich. „Er wollte auf groß, aber ich habe mich nicht getraut. Da war es passiert,“ erklärte sie ihren Lapsus an Sprung 5, dem Training Table, der sie von Position 11 aussichtslos zurückwarf (33.).


In der Longines 5-Sterne Prüfung führt nach dem Gelände die Britin Caroline Harris mit ihrem langjährigen Partner D Day mit 31,5 Strafpunkten vor Landsfrau Emily King mit Valmy Biats (33,8) und dem US-Amerikaner Boyd Martin/ Shanroe Cooley (38,1). Harris war als einzige unter den 20 Startern auch innerhalb der Zeit von 11 Minuten geblieben. Insgesamt neun Reiter blieben ohne Hindernisfehler, fünf sind ausgeschieden.


Gut geschlagen hat sich auch die Lokalmatadorin Katharina Meyer bei ihrer Premiere in diesem Klassement. Ihren selbstgezogenen Aspen T steuerte sie ohne Hindernisfehler über die anspruchsvolle Geländestrecke und war dementsprechend emotional: „Diese Strecke hier mit gerade mal 10 Sekunden über der Bestzeit zu reiten, es ist einfach der Wahnsinn. Ich kann es gar nicht glauben und bin meinem Pferd erstmal um den Hals gefallen und habe mich bei ihm bedankt.“

Fotos: TGL/Thomas Ix

Aktuelle Informationen: www.luhmuehlen.de

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