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Zwei Meuten-Treffen beim RWS


11. März: Wintereinbruch mit Minusgraden und geschlossener Schneedecke in Dorfmark, 400 Autounfälle in ganz Niedersachsen nur bis zum Morgen. 300 Kilometer weiter nach Südwesten in Schwarzenstein: Grüner Schimmer, Vorfrühlingsluft. Die Fahrt für die Niedersachsenmeute fühlte sich an wie eine Reise in den Urlaub oder wie es Leonard von Schultzendorff auf dem Weg zum Zwei-Meuten-Treffen mit dem Rheinisch-Westfälischen Schleppjagdverein empfand: „zu Gast bei Freunden“.


Herzliche Wiedersehensfreude nach der jahrelangen Unterbrechung seit 2016 das letzte Treffen damals noch als Triple Meet stattfand. Die Idee zur Wiederbelebung dieser Hundearbeit mit einer befreundeten anderen Meute nach der Winterpause entstand bei einem Ausritt im vorigen Sommer in den Lippewiesen, und das Ergebnis war ein wunderbar harmonisches Wochenende bei dem tatsächlich die Hunde im Mittelpunkt standen und 38 Pferde entschieden in Unterzahl.



Das Zusammenführen der 67 Foxhounds war sehenswert – und wer im entscheidenden Moment geblinzelt hat, der hat es überhaupt nicht wahrgenommen. In geschlossenen Packs, der RWS etwas enger geführt als die Niedersachsen, ziehen die Meuten auf der riesigen Halali-Wiese aus entgegengesetzten Richtungen im Schritt aufeinander zu. Plötzlich gehen die Ruten hoch und die Hunde traben fröhlich an: „Hallo! Ihr auch hier? Wie schön!“ Nicht der leiseste Hauch einer Aggression, stattdessen im Nu ein einziges großes Pack, in freudiger Erwartung sehen alle Hunde auf die beiden Master und ihre Huntsmen.



Christian Coenen als Gastgeber gab die „Mannschaftsaufstellungen“ bekannt: Florian Coenen und Dorothea von Behr als Schleppenleger mit Franz Dörken als Pfadfinder, Peter Coenen mit Anja Cohrs und Petra Röbken vor dem ersten Feld, Barbara Fritzen mit Uli Hocker und Niclas Kutzer vor dem zweiten, Joe Prangenberg als Schlusspikör. Drei Schleppen sind geplant, die erste im Wald und die beiden anderen in den Lippewiesen. Dazwischen ein unprätentiöser Stopp an der Hütte von Detlef Koshorst.



Jede Meute ist anders. Während beim RWS darauf geachtet wird, dass die Hunde in möglichst weiten Bögen geführt werden und die Reiter auf eher direkterem Weg zum Ziel, so wollen die Niedersachsen möglichst immer dicht an den Hunden bleiben.


Das Resultat dieses kontrastierenden Angehens fassten die beiden Master hinterher im Haus Schwarzenstein vor dem Essen launig zusammen. Aus Sicht der Niedersachsen: „Eure Strategie hat mir die Chance genommen, die Arbeit der Hunde genau zu verfolgen. Aber die Stimmung vorne war großartig.“ Aus Sicht des RWS: „Robert Hartings „Schnecke“ ist heute auf dem Rundweg im Wald ohne Bögen so schnell gelaufen wie noch nie.“ Und: „Löwe ist vor den Hindernissen immer fünf Galoppsprünge hinter mir angefangen und war am Sprung dann vor mir.“


Einig waren sich die beiden mit allen Reitern und Fußgängern, die dieses gastfreie, festlich-fröhliche Event in diesem Jagdreiterparadies des RWS miterlebten in diesem Schlusswort: „Die Hunde haben einen top Job gemacht. So ein Pack macht Freude, und wenn es so gut läuft wie heute, dann ist die Freude noch größer.“











Text: PS und Bilder: PS und Friedbert Stemann

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