top of page

Das Portal für den Sport in Rot

"Michelinmännchen" in Tweed


Wahnsinn sei Definitionssache, befand der Gastgeber. War es Wahnsinn, bei acht Grad Minus sein Pferd aufzuladen, um mit Freunden am Boxing Day in Luhmühlen mit Freunden zu reiten oder waren die wahnsinnig, die am zweiten Weihnachtsfeiertag bei herrlicher Sonne zu Hause (oder wo anders) geblieben sind? Das wird sich nicht mehr klären lassen, aber der Tag in der Heide war ein Glückstreffer, den Gerhard Bosselmann mit seiner Einladung gelandet hat.




Wer beim Jagdreiten friere, der sei entweder arm oder dumm, hatte ein schultergeschädigter  Zuschauer aus dem Tecklenburger Land schon vorher gemeint, als im Vorfeld Kleiderfragen diskutiert worden waren, denn die Überschrift zu dem Tag hatte schließlich „Boxing Day in Tweed“ gelautet. Also zieht man, was man hat, eben an unter dem Tweed. Und so waren denn nicht wenige „Michelinmännchen“ (und -frauchen)  unterwegs, die sich erst ziemlich steif beim Aufsteigen quälten, um sich dann bei der Pause am AZL vor Anstrengung qualmend so mancher Schicht wieder zu entledigen.

Wie man es kennt von „Doktor B“: Perfekte Organisation – angefangen bei gut sichtbarer Beschilderung für die Anfahrt - Reiter zum Geländeplatz, Zuschauer und Gäste zum Ausbildungszentrum AZL – und großzügige Bewirtung mit „Trank“, nicht nur aus der Heidebrennerei, aber in jedem Fall wettergemäß heiß oder erfrischend prickelnd zu „Speis‘“ vom mobilen Suppenkoch am Schluss. Natürlich zeitgemäß nicht nur mit Fleisch sondern auch vegan im Angebot.


Aus Rücksicht auf Pferdebeine hatte der Gastgeber „viel Schritt und Trab“ versprochen, und Hans Melzer beruhigte dann sogleich „aber auch Galopp“. Der Reitmeister hatte die Strecke vorher noch einmal abgefahren und sich versichert, dass der Boden bei Vernunft gut bereitbar war. Der versprochene Durchritt durch den Messmer-Teich musste zwar ausfallen. Schlittschuhe wären an diesem Tag angebrachter gewesen. Aber dafür wurde der heilige Rasen der Fünf-Sterne-Prüfung punktuell geöffnet für ein „Galöppchen in Ehren“. Hinterher dampften einige der fast 40 Pferde dann doch mehr als erwartet – konditionelle Herausforderung und Winterfell - und die Reiter strahlen vor Freude über den gelungenen Tag.



Sichtbar zufrieden war auch der Anführer der Truppe, denn seine braune Stute Trude benahm sich vorzüglich in ihrer Rolle als Te^ten-Pferd. Das sei beim Anblick von Hunden nicht immer garantiert, wie Augenzeugen glaubhaft versicherten. Hunde wären an diesem Tag auch angesichts des Schutzes der Pferdebeine auf tiefgefrorenem Boden unterfordert gewesen, und der Boxing Day in Luhmühlen war auch ohne Meute ein schönes, sonniges Feiertags-Event.

Text und Bilder: PS. Mehr gibt es zu sehen bei Thomas Ix unter www.foto-ix.de

Kommentare


bottom of page