Schleppjagdwoche auf Rügen
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Schon bei der Anreise zur Schleppjagdwoche des Warendorfer Schleppjagdvereins mit der Cappenberger Meute auf Rügen zeigte sich die Insel von ihrer schönsten Seite: leuchtendgelbe Rapsfelder, tiefblauer Himmel und sommerliche Temperaturen begleiteten die Teilnehmer über die gesamte Woche. Kein einziger Regentag störte die besondere Stimmung – stattdessen Sonne pur und ideale Bedingungen für Pferd, Hund und Reiter.
Im Mittelpunkt standen die drei Schleppjagden, die jede für sich ein besonderes Erlebnis waren durch die beeindruckende Landschaft der Ostsee-Insel – über weite Felder, entlang alter Alleen und durch wunderschöne Natur. Besonders die Rapsblüte verlieh den Ritten eine außergewöhnliche Kulisse.

Sportlich boten die Jagden alles: guten Sport für Pferd und Reiter, anspruchsvolle und hervorragend gebaute Sprünge sowie abwechslungsreiche Strecken. Die Hunde arbeiteten ausgezeichnet auf dem Scent und standen trotz des vielen Wildes jederzeit hervorragend im Appell – eine beeindruckende Leistung der Meute und ihrer Hundeführer. Kleinere Stürze blieben nicht aus, doch sie gingen alle glimpflich aus, sodass die gute Stimmung während der gesamten Woche erhalten blieb.

Ein besonderes Highlight war die zweite Jagd rund um Gut Boldevitz mit der Jagdherrschaft von Werner Sauer und Hendrik Könemann. Die Hausherren, Familie von Wersebe, stellten großzügig ihr fantastisches Gelände und den beeindruckenden Schlosspark zur Verfügung. Das bot ein ganz besonderes Ambiente mit wunderschönen Bildern und eindrucksvollen Szenen. Die Schleppen führten über großflächige Wiesen, durch lichte Wälder, über Gräben und solide gebaute Hindernisse – abwechslungsreich, sportlich und perfekt in die Landschaft eingebettet. Hier hatte sich der Hausherr des Tegelhofes auf Rügen, Sven Arlt, mit viel Liebe zum Detail engagiert und eine außergewöhnliche Jagdstrecke geschaffen.

Bemerkenswert war dabei auch die stetige Steigerung des Tempos während der Jagd. Trotz der sommerlichen Temperaturen und des trockenen, teilweise sehr staubigen Sandbodens, arbeiteten die Hunde absolut spurtreu und hochmotiviert. Gerade unter diesen Bedingungen zeigte sich eindrucksvoll die Qualität der Meute, die konzentriert und mit großer Leidenschaft arbeitete. Besonders beeindruckend war die Disziplin der Hunde: Mehrfach sprangen Rehe unmittelbar vor der Meute aus den Feldern, doch die Hunde standen so hervorragend im Appell, dass sie völlig kontrolliert und ohne jedes Problem an dem Wild vorbeigeführt werden konnten. Gerade diese Situationen zeigten eindrucksvoll die hervorragende Arbeit der Meuteführer und den hohen Ausbildungsstand der Hunde. Pferde und Reiter wurden sportlich gefordert.

Die letzte der drei Jagden war die „Doktorenjagd“ mit der Jagdherrschaft Dr. Claudia Weise und Dr. Ina Vollmer. Sie war begleitet von zahlreichen Zuschauern auf „fahrenden Picknicktischen“, die entlang der Strecke für eine außergewöhnliche Atmosphäre sorgten. An beiden Tischen herrschte beste Stimmung – es wurde gelacht und mitgefiebert, während Pferde und Reiter fantastischen Sport zeigten.

Das besondere Highlight dieser Jagd war der Ritt durch die leuchtenden Rapsfelder – ein beeindruckendes Bild, das vielen lange in Erinnerung bleiben wird. Dazu kamen perfekt gemulchte Wiesenwege und hervorragend gepflegte große Wiesenflächen. Die breiten, einladenden Sprünge, harmonisch in die Landschaft eingefügt, ermöglichten flüssiges, sportliches Reiten in wunderschöner Umgebung.

Der Tegelhof als Veranstaltungsort ist ebenfalls etwas ganz Besonderes. Der gesamte Hof präsentiert sich stilvoll, gepflegt und bis ins kleinste Detail durchdacht. Überall ist zu spüren, dass mit viel Liebe zum Detail gearbeitet wird – optisch ist der Tegelhof eine echte Augenweide. Für Pferde und Hunde herrschen perfekte Bedingungen. Auch die Ferienhäuser lassen keine Wünsche offen. Hier konnten sich alle Teilnehmer rundum wohlfühlen.

Die Gastgeber Sven und Saskia Arlt begegneten allen Gästen mit außergewöhnlicher Herzlichkeit und großer Gastfreundschaft. Ihr Engagement und ihre Liebe zum Detail prägten die gesamte Woche spürbar. Gleichzeitig wurde deutlich, wie viel Arbeit und Vorbereitung hinter einer solchen Veranstaltung stehen. Besonders beeindruckend war dabei der Einsatz von Bernd und Ina Vollmer von der Warendorfer Meute sowie Hendrik Könemann von der Cappenberger Meute, die bereits eine Woche vorher vor Ort waren, um alles vorzubereiten. Mit viel Engagement, großer Mühe und einem Blick selbst für die kleinste Kleinigkeit sorgten sie mit allen Beteiligten dafür, dass die gesamte Woche reibungslos und auf höchstem Niveau ablaufen konnte.
Die Schleppjagdwoche lockte Teilnehmer aus ganz Deutschland. Sogar ein Teilnehmer des Schleppjagdvereins von Bayern nahm mit seinem Pferd die weite Reise auf sich. Das zeigt den Stellenwert, den die Veranstaltung mittlerweile in der deutschen Jagdreiterszene besitzt.

Und nicht nur Reiter nahmen an der Woche teil. Auch zahlreiche Gäste ohne Pferd genossen als Zuschauer die besondere Atmosphäre der Jagden. Sie erlebten den Pferdesport hinter den Hunden aus nächster Nähe. Die Kombination aus Meutearbeit, sportlichem Reiten, beeindruckender Landschaft und geselligem Miteinander machten die Woche auf Rügen auch für Nichtreiter zu einem außergewöhnlichen Erlebnis.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Veranstaltung zudem durch den Antrittsbesuch der erst eine Woche zuvor neu gewählten ersten Vorsitzenden der Deutschen Schleppjagdvereinigung, Stephanie Schreck. Sie zeigte sich beeindruckt von der Gemeinschaft der Warendorfer und Cappenberger, der außergewöhnlichen Geselligkeit, der durchweg positiven Stimmung sowie dem sportlichen Niveau der Jagden. Besonders das enorme Engagement am Tegelhof und die Herzlichkeit aller Beteiligten hinterließen bleibenden Eindruck. Für sie stand bereits am Ende der Woche fest: Im nächsten Jahr wird sie definitiv wiederkommen.

Doch die Woche bot weit mehr als nur den Jagden. Besonders prägend waren die vielen Gespräche und Begegnungen mit engagierten und herzlichen Menschen. Immer wieder ging es dabei auch um die Zukunft der Schleppjagdreiterei in Deutschland – um Tradition, Nachwuchs, gesellschaftliche Veränderungen und die Frage, wie diese besondere Form des Reitsports auch in Zukunft lebendig erhalten werden kann. Gerade dieser offene Austausch zwischen erfahrenen Jagdreitern und jüngeren Teilnehmern machte die Woche besonders wertvoll und zeigte, wie groß die Leidenschaft der Schleppjagdgemeinschaft weiterhin ist.

Und eines können die Warendorfer/Cappenberger ganz besonders gut: feiern. Nach den Jagden wurde gemeinsam gegessen, getanzt, gelacht und bis spät in die Nacht gefeiert. Die geselligen Abende waren geprägt von Herzlichkeit, guter Stimmung und echter Gemeinschaft. Man spürte während der gesamten Woche den besonderen Zusammenhalt dieser Jagdgemeinschaft – eine Mischung aus Tradition, Freundschaft und Lebensfreude.
Am Ende bleibt vor allem das Gefühl, Teil einer lebendigen Tradition gewesen zu sein, die von Gemeinschaft, Respekt gegenüber Pferd und Hund sowie echter Begeisterung getragen wird.
Text: Stephanie Schreck und Bilder: Peter Jäger. Die ganze Woche lässt sich nacherleben mit seinen Bildern unter www.pictrs.com/givemeasmile.de



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