Oben bleiben: Training am Lohberg
- 20. Juli
- 3 Min. Lesezeit
„Stabilität und Balance im Leichten Sitz“ – das wünscht sich jeder Jagdreiter und so wurde jetzt unter dem Schirm des Reitvereins Graf von Schmettow Kirchlinteln auf dem Lohberg trainiert. Als Referent führte der erfahrene Ausbilder Philipp Jakob durch das dreitägige Programm, das sich gezielt der reiterlichen Basisarbeit im Gelände als Vorbereitung für das Jagdreiten widmete.

Theoretische Grundlagen zur Einstimmung
Der dreitägige Lehrgang startete am Freitagabend mit einer obligatorischen Theorie-Einheit im Hotel „Zur Linde“. Gut gelaunt führte Philipp Jakob die aktiven Teilnehmer und weitere Zuhörer mit reichlich Bild- und Videomaterial in die Biomechanik des leichten Sitzes ein. Er zeigte dies anhand von gelungenen und nicht so gelungenen Sprüngen bei de Jagd und in der Vielseitigkeit. Im Fokus stand dabei die theoretische Vermittlung eines zügelunabhängigen Sitzes, der als Grundvoraussetzung für sicheres Reiten über feste Hindernisse gilt. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Umgang mit schwierigen Situationen, die zum Verlust der Balance und damit zum Sturz des Reiters führen können. Nach der Analyse von einigen kritischen Sturzsituationen durch Fehler im Sitz und in der Lage des Reiterbeins fühlten sich alle auf alles vorbereitet – zumindest theoretisch.

Intensivtraining in kleinen Gruppen
Am Samstag und Sonntag folgte die praktische Umsetzung auf dem Geländeplatz. Um eine intensive Betreuung zu garantieren und die Pferde an das Reiten und Springen in der Gruppe zu gewöhnen, wurde in Kleingruppen von maximal fünf Reitern geritten. Das Programm am Samstag umfasste jeweils eine Reiteinheit vor- und nachmittags.
In positiver Aufregung und Vorfreude erwarteten alle die ersten Lektionen – bis gleich zu Beginn der ersten Einheit Philipp Jakob sagte: „Wir schnallen die Bügel gleich mal 6 Loch kürzer“. Das setzte eine breite Palette an Emotionen frei, sei es Schock, Aufregung oder (leiser) Protest. Aber im Laufe des Trainings erwies sich diese Maßnahme als äußerst nützlich für die Stabilität im leichten Sitz und damit für die Sicherheit von Mensch und Pferd. Die Reiter erarbeiteten sich das nötige Vertrauen und die Balance im kurzen Bügel über leichten beweglichen und festen Hindernissen auf dem großartigen Parcours des Lohbergs sowohl im flachen als auch im abfallenden Gelände, nicht nur einzeln, sondern auch paarweise und in der kleinen Gruppe. Das Galoppieren von fünf Pferden nebeneinander auf einem Zirkel sollte den krönenden Abschluss für die erste Gruppe am Samstag bilden.

Am Sonntagvormittag stand eine finale Vertiefungseinheit an. Zunächst ließ das Wetter uns zögern, denn es war durchweg Regen angesagt. Doch kaum waren die Pferde abgeladen und alle Reiter mit Sicherheitswesten und Kappen ausgestattet, hörte der Regen auf. Die Reiter profitierten deutlich von der am Vortag gewonnenen Routine. Die Anforderungen wurden den Vorkenntnissen von Pferd und Reiter entsprechend angepasst gesteigert. Selbst junge Pferde und Paare mit wenig Springerfahrung im Gelände konnten so das rhythmische Galoppieren und das Überwinden von Natursprüngen erfolgreich festigen. Besonders positiv gestaltete sich der Umgang der Reiter untereinander: Alle gingen achtsam miteinander um, halfen einander aus, wenn es nötig war, feuerten an oder gaben positives Feedback.

Positives Fazit und vielversprechender Ausblick
Am Ende des Lehrgangs zogen sowohl die Teilnehmer als auch die Organisatorin Jasmin Haberzettl (Graf von Schmettow) ein durchweg positives Fazit. Die Reiter lobten die präzisen Korrekturen und die motivierende Art von Philipp Jakob, durch die jeder wertvolle individuelle Impulse für das tägliche Training im Gelände mitnehmen konnte. Die Kombination aus fundierter Theorie, strukturierter Routine und pferdegerechtem Gruppentraining bot allen Beteiligten eine optimale Vorbereitung auf die anstehende Jagdsaison, gerne mit einer Wiederholung oder Weiterführung als Lehrgang oder regelmäßiges Training.

Text: Nicole Prahl und Bilder: Jasmin Haberzettl



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