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Meisterliche Leistungen in der Heide

Dritter in der Vier-Sterne-Prüfung von Luhmühlen, aber wieder Deutscher Meister, zum vierten Mal jetzt: Für Michael Jung lief nicht alles rund in der Heide, aber auf dem Treppchen strahlte er, begleitet von Sandra Auffarth auf dem Silberplatz und Calvin Böckmann für seine erste Bronze-Medaille bei den Senioren.


Den Sieg in der Vier-Sterne-Prüfung holte sich Yasmin Ingham mit ihrem Weltmeisterschaftspferd Banzai du Loire (29,3) vor Tom McEwen mit dem Holsteiner JL Dublin (29,6). Die beiden waren fehlerfrei geblieben im Parcours. Nach einem Abwurf in der Dreifachen und 0,8 Punkten Zuschlag für Zeitüberschreitung landete Jung mit Chipmunk FRH auf dem dritten Platz (30,0) und mit Kilcadra Ocean Power, fehlerfrei geblieben, gleich dahinter auf Platz vier.  Weil für die „Deutsche“ nur ein Pferd gewertet wird, war der Weg auf das Podium frei für Auffarth und Böckmann. „Es ist nie vorbei bis nicht das Springen gelaufen ist“ – diese „Weisheit“ hatte Yasmin Ingham schon nach der Geländeprüfung zum Besten gegeben und am letzten Tag sichtbar bestätigt. „Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel. Banzai ist ein unglaublich gutes Springpferd und auch heute ist er wieder fantastisch gesprungen. Alle wollten sich an diesem Wochenende für Paris empfehlen, auch ich habe versucht, mein Bestes zu geben – und mein Pferd war in allen drei Disziplinen perfekt,“ Jung zeigte sich mehr ärgerlich als enttäuscht. „Besonders beeindruckt bin ich von der Leistung von Kilcandra Ocean Power, die noch nicht so viel Erfahrung auf diesem Niveau hat und sich die ganze Woche über toll präsentiert hat. Der Fehler mit Chip war ärgerlich, da hätte ich noch ruhiger sitzen müssen. Trotzdem hat er mir ein tolles Gefühl gegeben.“ Hochzufrieden dagegen zeigte sich Calvin Böckmann, der ohne Erwartungen mit seiner Stute Altair de la Cense nach Luhmühlen gekommen war. Die seit sieben Jahren bestehende Partnerschaft mit „Ali“ hatte im vorigen Herbst einen Knacks erlitten. „Ich wollte ihr einfach wieder Vertrauen geben und von Sprung zu Sprung sehen, wie sie sich anfühlt. So gut wie hier war sie im ganzen vergangenen Jahr nicht.“   Sandra Auffarth hat sich mit ihrer deutlich verbesserten Dressur ihre zweite Meisterschaftsmedaille dieser Saison gesichert, nachdem sie ja in Balve schon Bronze bei den Springreitern geholt hatte. „Ich glaube, dieses Mal hat die Dressur sogar uns allen beiden Spaß gemacht.“


Wie gewonnen, so zerronnen – das musste die britische Megameisterin Ros Canter in der 5*-Prüfung feststellen, die am Vormittag entscheiden wurde. Zwei Abwürfe Vorsprung hatte sie, und die hat sie auch verbraucht im abschließenden Springen und dazu noch zwei Zeitfehler eingestrichen. Das war der Sieg für die bis dahin an dritter Stelle rangierende Lara de Liedekerke-Meier, der erste in ihrer Karriere und das beim ersten Start in dieser Klasse für die von ihrem Vater gezogene Stute Hooney dArville. Da flossen die Tränen, bei der Reiterin, der Pflegerin, in der Pressestelle und bei etlichen Zuschauern. Vier Zehntel dahinter, mit einem von nur sechs fehlerfreien Ritten führte Tom McEwen eine britische Phalanx an (36,0) vor Yasmin Ingham/Rehy DJ, Canter/Izilot. Alice Casburn/Topspin und Kirsty Chabert/Opposition Heraldik Girl.  Ingham und Canter kamen beide auf 36,9 Zähler, aber Ingham war im Gelände schneller gewesen. Die beiden einzigen deutschen Starter, Libussa Lübbecke/Caramia und Nicolai Aldinger/Timmo endeten auf den Plätzen 19 und 20.

Text: PS und Bild: TGL/Annette Dölger

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