JuHu 2025: Rufus ist der Schönste
- prschlemm
- 14. Juli
- 4 Min. Lesezeit
Er kam mit 14 Artgenossen nach zehn Stunden Fahrt im Meute-Lkw aus Gundelsdorf und hat sich durchgesetzt: Rufus vom Schleppjagdverein von Bayern ist der Champion der Foxhound-Rüden, die bei der Junghundeschau der Deutschen Schleppjagdvereinigung als Fachgruppe Jagdreiten im Deutschen Reiter- und Fahrerverband am Haus Schwarzenstein vorgestellt wurden.

Beagles, Foxhounds und Grand Anglo Français - knapp 70 Hunde aus acht Meuten, von den Kleinen bis zu den ganz Großen: Es war eine vergleichsweise kleine Schau in diesem Jahr auf dem Gelände des Rheinisch Westfälischen Schleppjagdvereins RWS, aber nicht minder qualitätsvoll. „Ganz tolle Hunde“, befand der Richter Robert Zurl (Bergheim), der in diesem Jahr nicht wie gewohnt ausschließlich „seine“ Beagles bewertete, sondern auch bei den Foxhounds die Entscheidungen traf. Ihm zur Seite stand zum zweiten Mal die Jagdgebrauchshunde-Richterin und Labrador Retriever-Züchterin Alexandra Baum, die ebenfalls „sehr, sehr zufrieden“ war mit den Hounds, die vor ihnen paradierten.

Bei etlichen Meuten hatte es in den Vorjahren nicht geklappt beim Züchten, daher auch die kleine Zahl bei den Vorstellungen. Umso mehr Arbeit leistete Sissi Veit-Wiedemann mit einer großen Entourage, die 15 Foxhounds aus zwei Würfen und eine ältere Koppel mitgebracht hatten. Auch der RWS war stark vertreten mit 16 Hunden und die Vogelsberger Beagles stammten ebenfalls aus zwei starken Würfen. Für die Vorstellung der 15 quirligen Youngster hatte Huntslady Sandra Foth auch den Ex-Master Hanis Nimrichter wieder aktiviert. „Mich haben sie wieder ausgegraben. Aber die Sachen passen alle noch“, betonte er und freute sich über das Wiedersehen an der Stätte alter Glanztaten. Zum 50. (!) Mal war er jetzt auf Schwarzenstein im Einsatz. Aber auch die kleinen Abordnungen sammelten Titel.

Bei nur zwei Meuten im Ring der Beagles brillierte die Vogelsberg-Meute mit Beast als Champion und dem vier Wochen älteren Aron als Reserve-Sieger. Interessant war die Konkurrenz der Beagle-Hündinnen. Hier traten die Vogelsberger am oberen Endmaß des FCI-Standards für diese Rasse gegen zwei nur knapp zehn Monate alte besonders Kleine aus der Geiseltal-Meute an. Bina setzte sich schließlich durch gegen die kleine Amy. „Aber Größe jagt nicht, Temperament jagt“, erinnerte Kommentator Dr. Michael Weiler – und daran fehlte es der Reservesiegerin und deren Schwester Amira ganz deutlich nicht.

Die Kleinste im Ring und noch dazu in der seltenen (weil rezessiven) chocolate-Färbung, wurde unter den Zuschauern ganz klar zur „Siegerin der Herzen“, und der Master Rainer Pistorius hatte Mühe, sie wieder mit zurück nach Sachsen-Anhalt zu nehmen. Alle vorgestellten Beagle-Hündinnen wurden mit gut bewertet, die Siegerinnen und die zwei Reservistinnen wurden „sehr gut“ gesehen.

Neun Finalisten trafen aufeinander im Endring der Foxhound Rüden, sogar dreizehn waren es bei den Hündinnen. Über einen Doppelerfolg freute sich schließlich die Huntslady aus Bayern. Sissi Veit- Wiedemann und Kathrin Haselbauer stellten Rufus als Champion und die Hündin Quitte als Reservesiegerin bei den Damen, wobei Quitte zunächst mit einem Supersprung aus dem Ring auch ihre sportliche Seite unter Beweis gestellt hatte. Bei den Hündinnen feierte der RWS den Sieg mit Kiki, und der Vizemeistertitel bei den Rüden fiel an den stattlichen schwarz-braunen Quacks der Rheinlandmeute.

Einen schweren Stand hatte Andrea Wiehn, die aus Rheinland-Pfalz mit einem Wurf aus fünf Anglo Français angereist war, die einzige Meute dieser Rasse in Deutschland. Ihre Hunde standen neben den Foxhounds im Ring und Chris Gabrielse als Zucht-Referent der DSJV und Leiter der Schau bekannte hinter, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen worden waren. Auch die Richterin Baum war nicht zufrieden. „Diese schönen Hunde hätten eine separate Bewertung verdient.“

Die Vorstellung in Schwarzenstein ist für die jungen Meutehunde der erste Schritt zum geprüften Jagdhund. Vergleichbar mit der Materialprüfung bei Pferden geht es im Ring um das Gebäude und das Wesen. Die sportliche Eignung wird später bewertet bei der Betriebssicherheitsprüfung, die jeder Junghund bestehen muss um in das Register des Jagdgebrauchshundeverbandes JGHV aufgenommen zu werden. „Diese beiden Bausteine sind Gewähr für Verläßlichkeit“, stellte der DSJV-Vorsitzende Egbert von Schultzendorff heraus. Der bayerische Champion Rufus hat seine erste Jagd im vertrauten Gelände am Kennel bereits hinter sich und sich dabei gut bewährt. Sissi Veit-Wiedemann lobt außerdem seine besondere Sozialverträglichkeit. „Er ist im Pack einfach gut zu haben“, beschreibt sie ihren schönen dreifarbigen Champion.

Klein, aber dafür besonders eindrucksvoll besetzt war die Koppelklasse, wo zwei möglichst identische Hunde vorgestellt werden um das besonders Einheitliche der jeweiligen Zucht unter Beweis zu stellen. Aus Bayern trat der Vorjahreschampion Prinz mit Otto an, aber der Sieg ging letztlich an den RWS, der vier Geschwister aufgeboten hatte, die bei der Schau im Vorjahr bereits als Champions brilliert hatten: James mit Joker und Jette mit Juli. Master Christian Coenen konnte sich dementsprechend mit dem Titel für die Schwarzensteiner Siegerkoppel schmücken und erhielt mit Huntsman Heiko Burchard außerdem den Pokal für den K-Wurf von Opal und Hera als beste Aufzucht bei der Schau 2025. Mit 2,66 Punkten setze sich der RWS ganz knapp vor den SvB, der für seinen R-Wurf 2,75 Punkte kassierte. Indirekt trotzdem auch ein Erfolg für Bayern, denn der Sieger-Vater Opal war eine Ausleihe von dort.

Die Ergebnisse
Foxhounds:
Rüden
Champion: Rufus (Schleppjagdverein von Bayern – SvB)
Reserve: Quacks (Rheinlandmeute - RM)
Hündinnen:
Kiki – Rheinisch Westfälischer Schleppjagdverein-RWS)
Reserve: Quitte (Schleppjagdverein von Bayern)
Beagles:
Rüden
Champion: Beast (Vogelsbergmeute - VM)
Reserve: Aron (VM)
Hündinnen
Championesse: Bina (VM)
Reserve: Ami (Geiseltal Beaglemeute - GBM)
Wanderpokal für den besten Wurf:
K-Wurf (RWS)
Siegerkoppel Rüden: James und Joker (RWS)
Siegerkoppel Hündinnen: Jette und Juli (RWS)
Text und Bilder: Petra Schlemm
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