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„Ihren Jagdschein, bitte!“

vor 2 Minuten
2 Min. Lesezeit

Menschen, die „in Zeiten wie diesen“ eine neue Schleppjagd in jungfräulichem Gelände veranstalten, die sind so selten wie karierte Maiglöckchen oder ein weißer Elefant. Martha Eugenia Bende ist nichts davon – aber sie hat einen Plan. Sie will am 17. Oktober die Schleppjagd als altes Kulturgut auch Menschen zugänglich machen, denen Pferde, Hunde und die Tradition der roten Röcke bislang fremd sind. Sie lädt ein zu „Marthas Ostseejagd“ in das mecklenburgische Heilbad Graal-Müritz.


Martha Bende sieht sich selbst „nicht als die typische Jagdherrin“, sagt über sich: „Ich bin weder adlig noch Gestütsbesitzerin“. Aber sie ist pferdeaffin. „Als Kind habe ich mir an jedem Geburtstag beim Ausblasen der Kerzen auf dem Kuchen ein Pferd gewünscht.“  Ihr Großvater hatte Pferde in den Großen Salzwiesen am Ribnitzer Moor, aber sie hat das Reiten nicht von der Pike auf gelernt. Sie studierte Soziale Arbeit und kaufte von ihrem Gehalt ihr Herzenspferd Cassandro. Vor drei Jahren hatte sie Lust, mit dem Schimmel etwas zu unternehmen und stieß bei ihren Recherchen auf die Mecklenburger Meute. „Seitdem brenne ich für die Schleppjagd“. Seit ihrer "Feuertaufe" am Tegelhof auf Rügen ist sie häufig im Jagdfeld hinter den Hunden unterwegs, und bei der „Wald- und Wildwoche“ in ihrem Heimatort Graal-Müritz entstand die Idee für einen neuen Programmpunkt in dem kommunalen Tourismusangebot: Marthas Ostseejagd im Moor, dem großen Küstenwald und am Strand.

Aber die Umsetzung war nicht so einfach. „Ich weiß nicht, wie oft ich schon erklärt habe, dass bei einer Schleppjagd niemand totgeschossen wird.“ Als sie im Rathaus ihren Plan vorstellte, kam als Antwort auf einen ihrer „sechs oder sieben Anträge“ zunächst die Auflage, dass alle Teilnehmer der Schleppjagd aber auch ihren Jagdschein vorlegen müssten. Für die Sondergenehmigung auf dem Parkplatz musste sie ein Foto des Meutetransporters vorlegen, um klarzustellen, dass da kein Zwanzig-Tonner im Naturschutzgebiet anrollt. Bende hat Verständnis für diese Sorgen. „Ich hatte ja bis vor drei Jahren selbst keine Ahnung und genau die gleichen Fragen, wie sie mir jetzt gestellt wurden.“ Um alle Missverständnisse im Vorhinein auszuräumen, bietet sie jetzt sogar einen Info-Abend an, am 12. Oktober ab 17.30 in ihrer Ferienhaus-Anlage, der „Villa Meeresblick“. Da will sie erzählen, wie eine Schleppjagd abläuft. „Kein Vortrag, das ist langweilig.“ Auf dem Kremser können auch Nicht-Reiter am Samstag danach, am 17. Oktober, das Geschehen beobachten und die Jagdsignale der Bläser kennenlernen. „Ich will, dass die Menschen wieder näher an die Natur heranrücken und die Scheu vor Pferden und Hunden verlieren.“ Das setzt Bende auch beruflich um, mit Cassandro und dem Schecken Crispy, ihrem jetzigen Jagdpferd, beim therapeutischen Reiten, bei Bauernhof-Pädagogik oder bei Besuchen mit ihren Pferden im Hospiz. “Das ist mir eine Herzensangelegenheit!“

Alle Info zu Marthas Ostseejagd hier:


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