Gerd Klapschus (1950 – 2026)
- 14. Juli
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Die Hardt-Meute und der Badische Schleppjagdverein trauern um ihren langjährigen ehemaligen Master. Am Vorabend des großen bundesweiten Meutetreffens zur Junghundeschau, nur wenige Wochen vor Erreichen seines 76. Lebensjahres, ist Gerd Klapschus plötzlich verstorben.

Seit 1981 war Gerd Klapschus dieser Meute mit großer Passion verbunden, beinahe die Hälfte seines Lebens. Erst 2017 hat er sich aus der Reiterei zurückgezogen, und seine Frau Andrea Wiehn hat die Hunde übernommen. In der Übergangszeit hat er „seine Truppe“ noch zu den Jagden gefahren, bis zuletzt hat er noch die Tiere versorgt, wenn seine Frau zu vertreten war.
Zunächst hielt er die anfangs 35 Hunde in seinem Heimatort Neunkirchen im Saarland für den Badischen Schleppjagdverein. Später kaufte er mit seiner Frau den Lacherhof in Dunzweiler bei Waldmohr nahe Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. In Erinnerung geblieben ist die Feier zu seinem 60. Geburtstag. Erst gab es Sekt und dann haben die Festgäste malocht: einen alten Stall für die Hunde entkernt, neu betoniert, gestrichen. „Wir haben gearbeitet wie die Blöden“, verriet ein Festgast den Ablauf des Tages.

Wohl 600 Schleppjagden ist Klapschus mit den schnellen und spurtreuen Grand Anglo Francais der Hardtmeute geritten, zum ersten Mal im Dezember 1981. Seit März 1982 war er ihr Master. Legendär ist der Gehorsam seiner Hunde, mit denen er auf nahem Raum zusammenlebte und die ihm blind vertrauten. Bei seinen Pferden schwor der passionierte Besitzertrainer auf englische Vollblüter, die er über den Sommer auch auf kleinen Rennbahnen der Umgebung laufen ließ. Sein Paradepferd war ein viermal weiß gestiefelter Fuchs, der einst als Jährling für 120.000 Mark in Baden-Baden versteigert worden war und nach einigem Unglück in den Startboxen bei Klapschus sein „zweites Leben“ genoss - und das während seiner aktiven Rennlaufbahn auch recht einträglich gedankt hat. Die Kombination aus Rennen und Jagen gelang dem Saarländer bei fast allen Pferden gut. Eine passende Grundvoraussetzung, um den schnellen „Franzosen“ zu folgen.
Sich selbst hat Klapschus immer beschrieben als „ein Autodidakt, befallen vom Pferde-Virus“. Bei seinen Eltern galt Reiten als „Sport für Verrückte und reiche Leute“, und es war ein Pferdeverleiher, der ihm zu seinem ersten Glück im Sattel verhalf. Seine erste Jagd ritt der Spezialist für den Bau von Großklimaanlagen in Süddeutschland hinter der Cappenberger Meute und seither ließ ihn auch der Hundevirus nicht mehr los. Seine Anfänge als Meuteführer erlebte er mit der Saar-Pfalz-Beagle-Meute, die er sich im Alter von 29 Jahren selbst zusammengestellt hatte. Die Meute bestand aus Haushunden, die aus den unterschiedlichsten Milieus zu ihm fanden. „Von Champagner bis Frolic mit Hackfleisch-Füllung“ beschrieb er die Herkunft der Verwöhntesten unter seinen ersten Schleppjagd-Hunden, die sich alle durchweg willig in ihr neues Sportlerleben einfanden. Erst mit Übernahme der ursprünglich in Karlsruhe beheimateten Hardt-Meute fand der 1,90 Meter große Mann zu größeren Vierbeinern. Nicht abgelegt hat er in der ganzen Zeit seiner aktiven Laufbahn als Master die Aversion gegen Formalismen. Das Plastron, das die Jagreiter bekanntlich von den Springreitern unterscheidet, sah er als solches. Klapschus band lieber die Krawatte und ließ sich davon auch nicht abbringen.

Bilder: Thore Brockhoff



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