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Gomez ist nicht nur ein Name

  • vor 1 Stunde
  • 2 Min. Lesezeit

Das ist der größte Fehler von Hunden: dass ihre Lebenszeit so viel kürzer ist als die des Menschen. Meutehunde sind da keine Ausnahme und ihre sportliche Leistungsfähigkeit ist begrenzt auf meist nur wenige Jahre. Da stellen sich viele die Frage, was mit älteren Hunden passiert?

 

Thorsten Mönchmeyer, Master der Böhmer Harrier, gibt Antworten und er erzählt von Gomez – nicht ohne dass es dabei auch verdächtig in seinen Augen schimmert. Hier ist sein Bericht:   



„Viele fragen mich: Was macht ihr mit den Althunden? Ich nehme sie in meiner Meute so lange mit im Training wie es geht, um einen Ruhepol für die Junghunde zu haben, so auch Gomez.

Für viele in der Equipage der BHM ist der Name Gomez mit viel Arbeit verbunden - um dann doch von ihm verarscht zu werden. Gomez ist schon der zweite Hund, der bei uns so heißt, und beides waren Hunde mit Einstellung und ungebremster Leistungskraft.

Am Samstag hatten wir Training, alle Hunde waren mit auf der großen Kennelwiese, so auch Gomez, weil er immer mitmachen will. In der vorangegangenen Saison sollte er nur noch das Pack auf den ersten Jagden begleiten, um seine Erfahrungen weiterzugeben. Naja, bis Heiligabend ist er dann fleißig mitgejagt und wollte nie zuhause bleiben. Er kam aus Holland zu uns, war dort Vizechampion, aber in Holland kam man mit ihm nicht zurecht, und so ging der Weg zu uns in den Kennel.

Wir hatten sofort einen Draht zueinander, und als ich der Equipage den Hund vorstellte und sagte: „Das ist Gomez“, ging nur ein Raunen durch die Menge und es kamen Stimmen wie: dann hoffen wir mal, dass er nicht so wie sein Namensvorgänger ist.

Ich war mir mit Gomez einig, er hatte seinen Tanzbereich und ich meinen. Zusammen rockten wir viele Jagden von Dänemark über Tschechien bis nach Polen und unzählige Jagden hier in Deutschland. Doch eins hat er immer gemacht: Nach der Jagd kam er zu mir und sprang mich an, als wolle er sagen: Das war doch toll heute. Nach jeder Jagd tat er das nach dem Curée.

Als ich heute in den Kennel kam, stand er am Gitter und sah mich an, wie um mir zu sagen: Master, die Zeit ist gekommen…. Es gibt Hunde, die sind etwas ganz Besonderes, und als Master vergießt man dann auch mal Tränen, weil man weiß, der Tag des Abschieds kommt näher.

Er war nicht einfach, das bin ich auch nicht, doch wir haben uns gefunden, und nun kullern die Tränen, und man geht nochmal alle schönen Momente im Kopf durch. Ich glaube, solche Hunde, mit solcher Einstellung und solchem Willen gibt es nicht viele. Er wird mir fehlen, denn er war seit Jahren unser Begleiter auf den Jagden.Ich konnte mich 100%ig auf ihn verlassen. Umso schwerer ist es gerade für mich. Danke für diese vielen tollen Momente auf den Jagden. Er hat nicht nur mich begeistert, sondern auch viele Reiter im Feld.“

Text: Thorsten Mönchmeyer und Bild: Ursula Lukas

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