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Pikörlehrgang in Dorfmark

Wissen was man tut – und was getan werden muss. Einmal im Jahr bietet die Niedersachsenmeute einen Pikörlehrgang an, für erfahrene Mitglieder ihrer Equipage und auch für Neueinsteiger. Silvia Vieregge, Witwe des langjährigen Jagdherren der Eitzer Jagd, nutzte den Termin um ein Vermächtnis von Henry Rohde einzulösen.   

Der Schwerpunkt beim Pikörlehrgang liegt natürlich auf der Hundearbeit, aber auch das Handling mit der Hetzpeitsche, der Sitz und Springübungen gehören dazu. Ebenso Theorie, Fallbeispiele und Zusammensein in einer anderen Atmosphäre als auf der Jagd. Nicht alle kommen beritten, einige auch zu Fuß - ohne Pferd oder auch mit Kind. Das ist schön. Mit der Situation einer Jagd kann man das nicht vergleichen. Schon gar nicht, wenn das Lehrgangsdatum in den April liegt. Immerhin kein Dauerregen, dafür aber Hagel, Sonne, Niesel, all das im fliegenden Wechsel, oder auch im Minutentakt. Dazu alle Reiter aufgeteilt in zwei Großgruppen, jeweils mit einem eigenen Pack. So starteten wir Samstagmittag am Meutehof, den einen Tag im Wenser Wald mit dem einen Pack, den anderen Tag dann in den Wiesen mit der anderen Hälfte der Meute. Aufgrund der zuvor geschenkten, ausgiebigen Wassermassen konnten wir Gräben nur wenig üben, dafür haben alle ausreichend Schleppen reiten können. Anlegen üben, wie verhält man sich am Ende der Schleppe. Wie laufen die Hunde auf den teils sehr schwierigen Fährten - teilweise haben wir drei Mal an der selben Stelle entlang geschleppt. Auch beim Schleppen mal ausprobieren, ohne Scent zu schleppen, Gregors neues Schleppgerät ausprobieren - Oldie-kompatibel, wie jemand sagte. Wenn Gregor so weiter tüftelt, brauchen wir vielleicht irgendwann sogar gar keinen Schlepper mehr, und das Gerät läuft alleine. Die “Fallbeispiele”, wie etwas gut läuft oder auch nicht, dieses Mal nur in der Praxis zu Pferde. Davon hatten wir reichlich. Zwischendurch immer mit der Peitsche üben, auch das Springen kommt nicht zu kurz, das Korrektiv für den eigenen Sitz und am Pferd hilft ungemein in der eigenen, weiteren Entwicklung, die ja doch nicht aufhört. Nach dem Reiten lassen wir kurz den ersten Tag Revue passieren, sitzen in der “Stallgasse” im Hundehaus bei Kaffee, Tee und Kuchen endlich am warmen Ofen. Wir gehen alle Hunde einmal durch mit ihren jeweiligen Eigenschaften und wie man den Einzelnen besser und einfach individuell einschätzen kann. Dazu hat Tom eine aktuelle und aufgefrischte Hundeübersicht in schöner Heftform gespendet mit Bildern und zu jedem Hund eine kurze Beschreibung. Schnell Pferde versorgen und weiter in die “Villa Sorgenlos”. Eine kurze Vorstellungsrunde und wie wir zum Pikör wurden, was uns mit der Meute verbindet. Keiner traut sich, was Negatives zu sagen. Wir glauben es gerne, geht es uns doch genauso. Der Abend dieses Mal nur drinnen, da es immer wieder regnet, an einer lang gedeckten roten Tafel. Constanze versorgt uns mit gutem Essen, Max spendiert die Getränke. Es wird ein sehr harmonischer Abend, man erfährt doch das ein oder andere Neue von dem Sitznachbarn. Camill hält später einen Vortrag und holt weit aus. Auch hier gibt es immer wieder etwas Neues zu erzählen, wer hätte das gedacht, was der langjährige Master Camill da wieder heraus kramt und wo er es herzaubert. Der Schwenk in den Ursprung und die Geschichte, die Entstehung unserer Meute ist sehr kurzweilig, interessant, tiefgehend und witzig. Theorie muss also nicht langweilig sein. Der lange Tisch bleibt bis in die Nacht gut besetzt, bis auch der Letzte ins Bett findet. Der zweite Tag Reiten hilft beim Vertiefen und weiteren Üben und wird sehr begrüßt. Auch wenn man an den weniger trainierten Pferden von außerhalb sieht, dass es doch ein langes Wochenende ist. Die Hunde lassen sich allerdings nichts anmerken und drehen zum Schluss nochmal richtig auf, arbeiten die trickreichen Schleppen sehr gut aus. Am Ende alle heile zurück und zum Schluss nochmal zu Constanze, die uns reichlich mit einem Mittagessen, Kaffee und Kuchen versorgt. Dass sie viele Gäste zu bewirten hat, merkt man höchstens daran, dass sie sich keine Zeit zum Zugucken genommen hat.


Dank hier an alle, die diese Chance wahrgenommen haben und bereit waren, sich Kritik anzuhören, die aber alle auch dazu bei getragen haben, dass wir so auf neutralem Boden, wie es in Dorfmark eben möglich ist, uns austauschen können, auch mal Für und Wider zu diskutieren und Feedback zu bekommen. So wissen auch wir, woran wir arbeiten müssen, wie wir im Team-Building besser werden und es am Ende für alle eine Freude bleibt, bei den Hunden zu reiten. Text und Bilder: Celestina Löbbecke

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