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Offiziell: Nathalie Wiederspahn ist Huntsman

Der Alltag bei einer Meute ist lang, aber niemals lang-weilig. Wer es ernst meint, trägt ständig eine Doppelbelastung, denn wer beritten an den Hunden arbeitet, muss sich sowohl um das eigene Pferd als auch um die Hunde kümmern. Das ist ein hohes Stresslevel und ein schmaler Streifen Freizeit, der nicht vom Hobby aufgefressen wird. Und dann gibt es jene, die mit solcher Leidenschaft dabei sind und sich für die Arbeit mit den Hunden und den Pferden begeistern.

Eine von denen ist Nathalie Wiederspahn. Die „strahlende Blonde“ ist seit 2010 eng an der Vogelsbergmeute und wurde nun für ihre Dienste mit dem Titel und dem Amt des Huntsman bekleidet. „Eine Funktion, die sie sich mehr als verdient hat. Die Vogelsbergmeute setzt auf diesen Durchhaltewillen“, denn das ist es, was laut Hans Nimrichter (1. Vorsitzender & Master) unerlässlich bei der Arbeit mit der Meute ist. „Die Arbeit an den Hunden unterscheidet sich stark von der mit dem Pferd. Während man sich dabei lediglich um ein Tier zu kümmern hat, ist das Pensum einer Meute erheblich höher. Wir haben viele kommen und gehen sehen, die gerne eine Hetzpeitsche in der Hand trugen, aber nur bedingt bereit waren, auch die tägliche Verantwortung für die Hunde zu übernehmen. Darunter fallen auch sehr bescheidene Aufgaben, wie das Reinigen der Kennelanlagen, was besonders bei warmen Temperaturen nicht sehr angenehm für das eigene Geruchsempfinden ist. Da verabschieden sich schon immer die ersten, die anfangs große Träume als Equipage-Reiter haben.“


Für Nathalie ist es das Größte: Der Alltag mit Hund und Pferd. Oftmals schon vor der Arbeit macht sie Halt am Kennel und sieht nach den Beagles und den Jagdpferden. So ist sie meistens die Erste, der etwaige Verletzungen oder Unregelmäßigkeiten auffallen und sie koordiniert dann entsprechend. Der Feierabend ist ebenfalls nur von kurzer häuslicher Privatsphäre gekennzeichnet, Nach einem kleinen Zwischenstopp zu Hause ist sie sofort wieder am Kennel. Dort steht das Füttern der Hunde, die notwendigsten Arbeiten vor Ort aber auch das Training der Jagdpferde auf dem Programm. Es ist nicht selten schon nach 21 Uhr bis sie wieder in den eigenen vier Wänden ist.
Von A-Z, also von Aufzucht bis Zwischenstopp beim Tierarzt, übernimmt sie seit über zehn Jahren große Verantwortung für die Meute. So ist sie in ihre Aufgabe hineingewachsen und führt seit einigen Jahren auch vermehrt die Hunde auf Jagden. Scherzhaft wird manchmal geschmunzelt, dass die Beagles mittlerweile sogar besser auf sie, als auf Hansi hören, wobei es darauf gar nicht ankommen soll. Wichtig ist ein gemeinschaftliches Engagement für den Verein, das nicht ohne die übrigen Helfer und Equipage-Mitglieder möglich ist, „wofür ich allen sehr dankbar bin“, so Nimrichter.


So hat jeder seinen Platz im Verein: Die Reiter an den Hunden, die Helfer in zivil, Sponsoren, die Jagdherren und viele mehr. Dennoch ist man sich bei den Vogelsbergern einig: Nathalie hat sich das Amt des Huntsman mehr als verdient!
Text: Philipp Jakob und Bilder: givemeasmile, Constantin Zinn, Archiv S24