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Schleppjagd beim Verbandstag der Jäger

Große Bühne für die „rote“ Schleppjagd bei den „grünen“ Jägern: Bei dem jährlichen Verbandstag des Jagdgebrauchshundeverbandes (JGHV) am 22. August in Verden dreht sich der Sach-Vortrag in Theorie und Praxis um die unblutige „Jagd“ auf künstlicher Fährte. Die Niedersachsenmeute  vertritt die Deutsche Schleppjagdvereinigung (DSJV) bei dieser Demonstration vor mehr als 200 Jägern und Vertretern der Zuchtverbände für Jagdhundrassen.

Beagles beim Curée

CDer JGHV-Verbandstag ist vergleichbar mit der Jahrestagung der Jagdreiter und Meutehalter als Jahreshauptversammlung des Bundesverbandes. Bislang fand diese Veranstaltung der „schießenden“ Jäger traditionell im Maritim-Hotel in Fulda statt. 2020 fiel der Verbandstag wegen der Corona-Pandemie aus und soll jetzt in Verden, in der Niedersachsenhalle, wieder aufleben. In der neuen Örtlichkeit ergibt sich zum ersten Mal die Gelegenheit für eine praktische Demonstration und diese Chance wollte sich der JGHV-Präsident Karl Walch nicht entgehen lassen. „Wir haben hier eine wunderbare Möglichkeit unseren Leuten mal die Schleppjagd vorzuführen. Der JGHV besteht nicht nur aus Teckeln und Münsterländern. Die Schleppjagd gehört auch zu uns,“ betonte Karl Walch im Rahmen einer erweiterten JGHV-Vorstandssitzung in Verden, bei der der Ablauf des Verbandstages diskutiert wurde. Walch ist mit dem Prozedere der Schleppjagd spätestens vertraut seit er als Gast bei der Junghundeschau in Schwarzenstein den Ablauf der Bewertungen im Ring und auch drei Betriebsprüfungen beobachtet hat.  Egbert von Schultzendorff, DSJV-Chef und Master der Niedersachsenmeute, war bei dem Treffen dabei und skizzierte die Möglichkeiten, die sich aus der Vorführung ergeben. Die theoretische Einführung in die Schleppjagd und die besonderen Anforderungen an Meutehunde wird der DSJV-Hunting-Referent Dr. Michael Weiler erläutern, der ehemals als Master die Vogelsberger Beagle-Meute geführt hat. Leonard „Löwe“ v. Schultzendorff wird die Foxhound-Meute aus Dorfmark mit seiner Equipage und einigen Reitern „im Feld“ vorstellen und dabei auch auf die einzelnen Hundepersönlichkeiten eingehen, die eine Meute zu einem einsatzfähigen Team machen. Schließlich sind weniger Pferde als vielmehr die Hunde der gemeinsame Nenner mit den „grünen“ Jägern, die zumeist nur mit einem einzelnen Hund befasst sind. In der Vorbesprechung legte der JGHV-Präsident ganz besonderen Wert auf die Vorführung eines Curée. „Wir Jäger reden immer vom Sozialverhalten unserer Hunde. Was dazu bei einer Schleppjagd gezeigt wird, das haben viele unserer Leute bestimmt noch nie gesehen,“ weckte er Erwartungen bei seinen Amtskollegen im JGHV-Präsidium.

JGHV-Präsident Karl Walch (l.)mit den DSJV-Referenten Dr. Michael Weiler und Chris Gabrielse

Der Jagdgebrauchshundeverband vertritt allein 63 Jagdhunderassen in Deutschland. Dazu gehören die Beagles und als Meutehunde auch Bloodhounds, Foxhounds, Francais Tricolore, Francais Blanc et Noir, Grand Anglo Francais (Tricolor) und Harrier.  Die Deutsche Schleppjagdvereinigung als Fachgruppe Jagdreiten im Deutschen Reiter- und Fahrerverband ist seit etlichen Jahren dem Verband angeschlossen und leitet nicht zuletzt daraus den Status ihrer Hunde als „im jagdlichen Einsatz befindlich“ ab, auch wenn eben gerade nicht auf lebendes Wild gejagt wird sondern auf einer von Menschenhand gelegten künstlichen Fährte. „Wir sind gespannt auf die Demonstration am 22. August“, betonte Josef Westermann (Herzebrock), als JGHV-Obmann für das Prüfungswesen.
Text: PS und Foto: Schlemm und Klaus-Dieter Baumgart (Archiv Schleppjagd24)