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Leicht sitzen - stabil und balanciert

Ein Lehrgang für Stabilität und Balance im Leichten Sitz auf dem Rosenhof in Büdingen: Die Einladung und Ausschreibung dieses Kurses unter der Leitung von Philipp Jakob erfolgte durch die Vogelsberg Meute, mit der Zielsetzung als Vorbereitung für die Schleppjagd. Auch die Voraussetzungen waren klar definiert und so passten die zwei Gruppen, die sich einfanden und froh darüber waren einen Lehrgangsplatz ergattert zu haben, bestens zusammen.

Die großzügige, mit allen Hindernis- und Geländetypen ausgestattete Reitanlage Rosenhof in Büdingen der Familie Knaf darf man getrost als bekannt voraussetzen.  Aber wer ist Philipp Jakob? Das ist auf seiner Webseite jagdreitenmitstil.de zu erfahren: Er ist ein Jagdreiter mit Leib und Seele, der seinen „Ritterschlag“ durch Axel Henrich erfuhr - hier geht es nicht um fesch-elegante Ausrüstung, sondern um essenzielle reiterliche Basisausbildung.


Der Vortrag am Vorabend war zu Recht verbindlich. Die Notwendigkeit und Vorzüge des  klassischen leichten Sitzes im Gelände, wie er auf die Kavallerieschule zurückgeht, wurden munter erläutert und das hervorragende Bild- und Filmmaterial veranschaulichte einleuchtend: nur so findet der Geländereiter Stabilität und Balance im Sattel und reitet sicher. Es handelt sich also keinesfalls um eine neue Reitweise, sondern um praxisorientiertes und gelebtes Wissen von früheren Militär- und Berufsreitern.
So war es denn zu Beginn der ersten Praxisstunde nicht verwunderlich, dass mein vermeintlich kurzer Springbügel pragmatisch um weitere fünf Löcher hinaufgeschoben wurde. Der Spitzenwert lag bei zehn Loch kürzer, und noch weniger erstaunlich war, dass wir uns alle in kürzester Zeit damit wohl und wohler fühlten und die Pferde sichtlich auch. In den zwei zur Verfügung stehenden Unterrichtseinheiten gelang es Jakob, jedes Reiter-Pferd-Paar individuell entsprechend des Ausbildungsstandes und der Zielsetzung zu fördern. Gleichzeitig führte er alle zu einer harmonischen interaktiven Gruppe in allen Gangarten und über die Sprünge zusammen. Für die Pferde war es ebenfalls ein Lerneffekt, da sie schon bald im gleichen Rhythmus harmonisch mit gleichem Abstand zum Vorderpferd in der Gruppe galoppierten. Die methodischen Aufgaben waren vielseitig und bauten in sachter Steigerung geschickt aufeinander auf, dabei wurde auf die große Hitze Rücksicht genommen. Die wiederholt abgerufene Rückmeldung auf „wie fühlst Du Dich so...“ wurde von allen immer freudig positiv beantwortet und nach elegant-flüssiger Überwindung der Abwärtstreppe kam der erstaunte Ausruf „das war ja einfach, die Stufen waren gar nicht zu merken...!“



Mein ganz persönlicher Eindruck sei gestattet, denn an gleicher Stelle habe ich vor sechs Jahren unter der motivierenden Anleitung von Axel Henrich meine junge Trakehnerstute über feste Hindernisse eingesprungen und nun konnte ich in gleicher Weise anknüpfen – Glücksgefühl und Dankbarkeit pur...

Der Lernerfolg wurde am frühen Abend wesentlich vertieft durch die schon nach kurzer Zeit mögliche gemeinsame Begutachtung der zahlreichen geschickt zusammengestellten Fotos – da gebührt Constantin Zinn großes Lob und Dankeschön, aber auch den prägnanten diagnostischen Kommentaren von Philipp Jakob. Er analysierte anhand der Bilder jedes Pferd-Reiter-Paar und gab hilfreiche Tipps, die rhetorisch durch eine lobende und anerkennende Art und Weise die Teilnehmer motivierte diesen Reitstil auch künftig weiter zu vervollkommnen.



Am Sonntag war dann der jagdliche Ausritt ohne Hindernisse mit den munteren, quirligen Beagles der Vogelsbergmeute angesetzt, zu dem sich rund 20 Reiter einfanden. Die Kursteilnehmer bildeten eine vordere Gruppe, denn eine von ihnen ritt in der Equipage als Schlußpikör. Auf Grund der drohenden Hitze wurde innerhalb einer Stunde eine verkürzte Strecke in allen drei Gangarten geritten. Das hügelige Gelände des Rosenhofs bot gute Möglichkeiten für die Kursteilnehmer, das Erlernte in der Praxis weiter zu vertiefen. Beim abschließenden Imbiss  war Gelegenheit dem Lehrgangsleiter und auch all denen zu danken, die den Lehrgang und jagdlichen Ausritt ermöglicht haben!
Text: Dr. Christel Heipertz-Hengst und Bilder: givemeasmile.de