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Ein Ninja Warrior als Huntsman

Nicht nur sein Beruf ist außergewöhnlich, die Freizeitbeschäftigung ist es umso mehr. Heiko Burchard ist einer von nur zwei hauptamtlichen Huntsmen in Deutschland, und jetzt ist er auch noch „Ninja Warrior“, demnächst „bekannt von Funk und Fernsehen“. Der Betreuer und Ausbilder der Foxhound-Meute des RWS hat sich an der Sportschau von RTL beteiligt, die als die härteste Klettershow im deutschen Fernsehen bezeichnet wird.

Ende Mai wurde seine sportliche Darbietung in Köln aufgezeichnet, vermutlich im September wird sein Hangeln, Stemmen, Balancieren im Fernsehen übertragen. Vorgeschaltet ist dann auch eine kurze „Homestory“ von Burchards Aufgaben beim RWS. Für die Dreharbeiten im Frühjahr am Haus Schwarzenstein hat ihn der Master Christian Coenen und die ganze Equipage begleitet und sogar vor der Kamera eine Schleppe gelegt.
Entstanden ist die Idee zur Teilnahme aus einem launigen Duell mit der neuen, ebenfalls sportbegeisterten Stallmeisterin des RWS. Burchard hat sich im November 2019 beworben und wurde unmittelbar danach zum Casting eingeladen. Aus 13.000 Bewerbern wurden für diese fünfte deutsche Staffel der in Japan erfundenen Fernsehshow 300 Kandidaten angenommen. Beim Casting in Köln warteten ein Fitnesstest und eine Interview-Runde. Klar, dass die Berufsangabe „Huntsman“ das Interesse der Redaktion geweckt hat. „Die haben das gegoogelt und erst mal gar nichts dazu gefunden.“


Schon für den Fitnesstest in Köln hat sich Burchard radikal vorbereitet und das Programm dann nach der Zusage noch kräftig ausgeweitet. „Kein Bier mehr, höchstens eine Weinschorle, zehn Kilo weg“, vermeldete er stolz. Gewichtheben, besonders Unterarmkraft trainieren, Laufen über 6,5 Kilometer – kein Problem (mehr). Das Corona-Virus hat die Vorbereitung stark beeinträchtigt, denn sämtliche Fitness-Studios und Sporthallen waren geschlossen. Also entstand das Kletternetz für das Training unter dem Dach am Vorführring, wo die Junghundeschau stattfindet. Auch andere Gerätschaften wurden dort aufgestellt, um für das breitgefächerte Aufgabenrepertoire zu trainieren. Die Gewichte hat Sohn Merlin besorgt, damit der Vater auf den „Hangelparcours“ über „Himmelsleiter“ und durch „schwebende Türen“ ins „Cargonetz“ gut präpariert war. Die Elemente der unterschiedlichen Parcours sind weitgehend bekannt, werden aber immer wieder anders kombiniert, damit auch Mehrfach-Teilnehmer an dem Wettbewerb keinen Vorteil haben.


In insgesamt sechs Vorrunden werden die Warriors gesichtet bevor die Allerbesten ins Halbfinale bzw. Finale vorrücken. Immer geht es um Zeit und hohe sportliche Anforderung an Balance, Geschicklichkeit und Ausdauer. Wie Burchard letztlich abgeschnitten hat, darf er nicht verraten. Seit Mai hat er ein vertragliches Redeverbot. Auch die Teilnahme an der Show hat unter dem Corona-Virus gelitten. „Das Flair war so ein bißchen weg.“ Anders als in den „normalen“ Vorjahren waren Ende Mai in Köln keine Zuschauer dabei, noch nicht einmal die Familie und enge Freunde waren zugelassen. „Sonst wären aus Schwarzenstein bestimmt 50 Leute mitgekommen“, zeigte sich der Huntsman betrübt, aber dennoch erfüllt von dem Erlebnis, das im September/Oktober vor Millionen von Zuschauern an den Bildschirmen ausgestrahlt wird. „Den genauen Sendetermin erfahre ich noch“, so der Huntsman, dessen aufwendige Freizeitbeschäftigung natürlich neben der normalen Arbeit am Kennel und auf dem Gelände des RWS gelaufen ist. Nicht zuletzt hat ein Wurf aus neun Welpen- zwei Hündinnen und sieben Rüden, jetzt ein halbes Jahr alt – seine Aufmerksamkeit gefordert. Der Vater ist Governor, der bei der Junghundeschau 2019 vorgestellt worden ist, die Mutter aus dem ebenfalls prämierten C-Wurf des RWS. Natürlich kommen die auch in dem Einspielerfilm aus Schwarzenstein vor.
Bei aller Exklusivität ist Burchard allerdings nicht der erste Ninja Warrior aus der Pferdewelt. Vor ihm hat schon der Spitzenvoltigierer Viktor Brüsewitz (Garbsen) bei der Show mitgemacht, zweimal als Einzelkämpfer – vierter im Finale, wo 100.000 Euro zu gewinnen sind - und einmal im Team mit seinem Bruder Thomas und Janina Derks, der Einzel-Silbermedaillengewinnerin bei den WEG in Tryon/USA.
Text: Petra Schlemm und Fotos: privat