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Schlössertour mit den Hunden -2. Etappe

Schlösser beleben – Geschichte erleben! Das ist die Devise von Toni Wiedemann, der 1983 - „damals als großer Idealist“ -  das ehemalige Bayernpack der Cappenberger Meute übernahm und schließlich mit Freunden in den Schleppjagdverein von Bayern überführte. „Den Sport des Jagdreitens dahin zurückzubringen, wo er entstanden ist,“ wollte er damals, und bis heute hat er mit den Hunden einen ansehnlichen Streifzug durch Schlösser und Burgen unternommen. Die hat er alphabetisch geordnet und hier, im zweiten Teil seines historischen Jagdreiter-Kompendiums zusammengestellt. An mehr als 50 Stationen hat die Meute beigetragen zur Erinnerung und Weiterentwicklung von der Parforcejagd zur heutigen Schleppjagd.

Schloss Herrenchiemsee, Jagdreiten auf der Königsinsel. Wie einst König Ludwig Bayerns Märchenkönig davon geträumt hat auf dieser Insel mitten im Chiemsee ein repräsentatives Schloss nach französischem Vorbild zu errichten, hatten auch Bayerns Jagdreiter ihre Vision, nämlich genau dort eine ganz besondere Jagd zu veranstalten. Seit den 60iger Jahren wurden alljährlich ein bis zwei Reitjagden mit dem RV Pferdefreunde Herrenchiemsee dort geritten. Mit Gründung des SvB und der eigenen Meute ab 1989 wurden die Karten neu gemischt. Hans Harms aus München war als SvB-Mitglied der amtierende Master auf Herrenchiemsee. In Kooperation mit dem SvB gelang es am 12. Oktober 1990 die erste Jagd hinter der Meute auf Herrenchiemsee zu reiten. Jagdreiten auf der Königsinsel ist bis heute Traum und Wirklichkeit vieler Reiter gewesen und geworden. Hoffentlich bleibt diese außergewöhnliche Jagd noch lange erhalten.

Schloss Hexenagger im Altmühltal. Hier ritt der SvB mit seiner eigenen Meute am 15. April 1989 die erste Schleppjagd. Es folgten weitere Frühjahrs- und Herbstjagden. Im Lauf der Jahre kamen der SHC, die Cappenberger und der Hamburger Schleppjagdverein zu den verschiedenen Jagdterminen. Hexenagger bekam internationales Flair. Nach etwa einem Dutzend Jahren dieser stetigen Aufwärtsentwicklung war es dann wieder vorbei. Was bleibt, ist die Erinnerung an wunderbare Jagderlebnisse in schönster Landschaft.


Schloss und Gut Hemerten bei Thierhaupten. Bereits kurz nach Gründung des Schleppjagdvereins kam Familie von Schnurbein zum SvB. Im Jahre 1990 ritten die Bayern erstmals ihre Amazonenjagd auf Hemerten. Einige Jahre später wurde gemeinsam mit der Reitanlage Meir aus dem benachbarten Thierhaupten die Schleppjagd wiederbelebt und für Jahre fortgeführt. Die letzte eigene Jagd, die Familie von Schnurbein von ihrem Gut ausgerichtet hat, war 2013. Es war immer sehr schön und familiär.

Schloss Hofhegnenberg, südöstlich von Augsburg an der B 2 Augsburg-München gelegen. Hier konnte der SvB über mehrere Jahre Schleppjagden reiten. Das Schloss diente dann über viele Jahre als Filmschloss Bernried in der bekannten Fernsehserie Forsthaus Falkenau. Der SvB wurde hierfür zu der Episode „Die Fuchsjagd“ verpflichtet. Das Schloss war bis vor etwa fünf Jahren im Besitz der Adelsfamilie von Gebsattel. Heute ist es privat und aufwendig renoviert worden, eine Bereicherung für das „Wittelsbacher Land“.

Schloss Höchstädt an der Donau. Hierher kam der SvB über die Jagdherrschaft von Evi und Marian Springer, die in Höchstädt zu Hause sind. Das Schloss gehört dem Freistaat Bayern und beherbergt wertvolle Kunstsammlungen. Es finden alljährlich kulturelle Veranstaltungen und Hochzeitsfeiern in den festlichen Räumen statt. Die Feiern am Jagdabend waren immer etwas Besonderes.

Schloss Heidenreichstein in Niederösterreich. Hier wurde geritten vor 15 bis 20 Jahren in Verbindung mit den Jagden bei Zwettl im Waldviertel. Das Schloss im Besitz der Grafen Kinsky stammt aus dem späten Mittelalter und gab eine sehr romantische Kulisse für das Stelldichein. Zum Schloss gehören ein großer Forst und landwirtschaftliche Flächen, die interessante Schleppen ermöglichten. Eingefädelt hat die Verbindung der Parforcejagdclub Austria, der über zehn Jahre sehr aktiv war.  

Schloss Harburg, über Jahrhunderte zum Fürstenhaus Oettingen Wallerstein gehörend,  ist eine gut erhaltene Burg aus dem frühen Mittelalter. Wiedemann: "Über viele Jahre habe ich mir gewünscht von der Harburg aus Schleppjagd zu reiten. Vor zwanzig Jahren gelang es mir, SD Fürst Moritz von Oettingen–Wallerstein, den Bürgermeister von Harburg  und den Gemeinderat zu überzeugen. Somit können wir seit 20 Jahren alljährlich unsere Harburger Jagd dort reiten." Das Schloss wird seit über 20 Jahren durch die Kulturstiftung „ Schloss Harburg“ verwaltet.

Schloss Hohenaltheim bei Nördlingen. Dieses repräsentative Schloss gehört seit der Erbauung vor 300 Jahren dem Fürstenhaus Oettingen – Wallerstein. Der SvB kam auf Einladung des Fürsten und dem RV Scharlachrennen mit seiner Meute zum Sponsorenempfang des Reit- und Springturniers Scharlachrennen, bei dem sie jetzt jedes Jahr dabei ist.

Schloss und Gut Jaidhof bei Gföhl in NÖ. Auf Einladung des Parforcejagdclubs Austria gab es dort ein Jagdwochenende. Die Samstagsjagd wurde im Wienerwald geritten, und am Sonntag bildete die repräsentative Schlossanlage das Stelldichein. Das Schloss wurde durch den Besitzer Max von Gutmann aufwendig renoviert. Nach seinem Tode verpachtete seine Witwe das Anwesen an die Priesterbruderschaft St. Pius X, welche es nach ihrem Tode geerbt hat. Eine bedeutende Anlage, deren Entstehung um 1370 erstmals erwähnt wurde.

Schloss Kaltenberg ist Wohnsitz des SvB-Schirmherrn, SKH Prinz Luitpold von Bayern. Am 17. Juni 1980 gab es die erste Frühjahrsjagd im Gelände um Kaltenberg. Zustande gekommen ist diese durch das verlängerte WE vom 14. bis 17. Juni, welches sich für die Jagdtage Kaltenberg angeboten hat. Während dieser Tage fanden auch die ersten „Kaltenberger Ritterspiele“ statt, die in den vergangenen Jahrzehnten weltweit bekannt geworden ist. Der SvB nutzte in den vergangenen Jahren das Gelände zur Vorbereitung auf die Frühjahrssaison. In Kaltenberg wird auch das gute König Ludwig Dunkelbier gebraut.

Schloss Karlskrone – siehe dazu Bericht Chlumec  im ersten Teil der Schlössertour.

Schloss Leutstetten bei Starnberg. Hier wohnte der Gründungsschirmherr, SKH Prinz Ludwid von Bayern. Sein Sohn, Prinz Luitpold, ist hier mit den Pferden und der Schleppjagd aufgewachsen. Zum Schloss gehörte eine Landwirtschaft und das Gestüt Leutstetten. Die Leutstettener Pferde sind eine Rasse mit ungarischem Ursprung.  Bereits 1961 fand die erste Schleppjagd am Hubertustag mit Franz Jandrey und der noch jungen Cappenberger Meute statt. Alljährlich am 3. November war Jagdtag in Leutstetten. 1982 gab es letztmalig die „Große Hubertusjagd“. Mit der SvB Meute wurde 1987 die Saisonabschlussjagd dort geritten. Zu etlichen Geburtstagen kam die Bayern-Meute zum Schauprogramm. Seit wohl zehn Jahren feiert der Schleppjagdverein von Bayern in der Schlossgaststätte seinen Winterball und so wird auch damit an die ersten Schleppjagden und die weitere Entwicklung unseres Sports erinnert. In Leutstetten liegen die Wurzeln der jüngsten bayerischen Schleppjagdgeschichte.

Schloss und Stadt Ludwigsburg. Das Barockschloss des Königs von Württemberg ist ein wahrer Prachtbau. Neben vielen Regierungsgebäuden hatte die Stadt viele Kavallerie-Kasernen. Bekannt aus dieser Zeit ist der Ludwigsburger Pferdemarkt. Zum 250igsten Jubiläum wurde der SvB 2010 und seither jährlich zum historischen Festzug und zum Schauprogramm auf die Bärenwiese am Schloss eingeladen. Die Reiter, Pferde und Hunde repräsentieren die Königlich Bayrische Jagdequipage. Eine gute Gelegenheit vor einem sehr großen Publikum für unseren traditionsreichen Sport und die Jagdkultur zu werben.

Schloss Lustheim. Das Lustschloss von Kurfürst Max Emanuel liegt im Park von Schloss Schleißheim. Der SvB feierte dort sein Gründungsfest mit Hundetaufe. Für die historische Jagd- und Kutschengala diente es zum Stelldichein, und zur Abschlussjagd wird es mehrmals umritten und bildet eine tolle Kulisse.

Schloss Leitheim an der Donau, zwischen Donauwörth und Neuburg gelegen, bildete schon mehrmals den Rahmen zum Stelldichein bei den Schleppjagden. Das Schloss gehörte über Jahrhunderte zum Kloster Kaisheim und wurde als Sommerresidenz genutzt. In den letzten Jahrzehnten wurde es aufwendig renoviert und ist heute im Besitz einer Stiftung. Von Frühjahr bis Herbst finden dort Konzerte statt.


Schloss Mücheln bei Weißenburg in Sachsen–Anhalt. Dem Schloss Mücheln war eine LPG mit Pferdezucht in der DDR angeschlossen. Rainer Pistorius, heute Master der Geiseltal Beagle Meute, hatte ab 1993 das zum Verkauf stehende Schloss und die Stallungen zwei Jahre lang von der Treuhand gepachtet und die SvB- Meute zu Schleppjagden eingeladen. Zur Premiere am 1. Advent wurde bei minus 10 Grad geritten. Die Feier am Jagdabend fand bei Kerzenlicht in der Stallgasse statt. Die nächsten Jahre wurden die Jagden für September  geplant, und sie hatten schönes Herbst-Wetter. Der SvB zählt mit diesen und weiteren Jagden zu den Pionieren, die Jagdreiten den neuen Bundesländern bekannt gemacht haben.

Schloss Mühldorf an der Donau in Oberösterreich. Hier gab es auf Einladung österreichischer Jagdfreunde mehrere Herbstjagden. Das Schloss und das umliegende Gelände wurde auch als Drehort für den Fernsehfilm „ Die Hengstparade“ genutzt.

Schloss Neuburg an der Donau. Eigentlich müsste es heißen „hoch über der Donau“. Die Kurfürstliche Residenz des Wittelsbacher Grafen Otheinrich prägt das Gesicht der Donaustadt. Der SvB wurde mit seiner Meute zur Eröffnung der Landesausstellung geladen. Mit Präsentation und Schauschleppe auf dem Schlossplatz inmitten der Altstadt erinnerten wir an die große Jagdleidenschaft des Pfalzgrafen Otheinrich. Namhafte Persönlichkeiten aus Politik, Adel und Gesellschaft waren bei der Eröffnungsfeier mit dabei.

Schloss Neuburg an der Kamel, im Landkreis Günzburg gelegen, war über Jahrhunderte der Sitz der Adelsfamilie von Aretin. Um 1990 wurde das Schloss an einen Industriellen verkauft, der es zum Tagungs- und Schlosshotel umgebaut hat. Wiedemanns damaliger Direktor der Gothaer feierte seinen 50igsten Geburtstag. Weil er auch dem SvB sehr verbunden war, wollte er sich und seinen Gästen eine Schauschleppe bieten. Das Gelände war passend, und so konnten die Zuschauer von der Schlossbrüstung aus die 50 jagenden Foxhounds beobachten. Das anschließende Curee fand im Innenhof statt. Doch zuvor stürzten sich die Hunde in den Springbrunnen und sorgten für Heiterkeit bei den Gästen. Eine gelungene Werbung!

Schloss Osterberg bei Babenhausen. Dieses Schloss und sein Besitzer, Baron Dieter von Malsen und Ponickau, gehen mit ihren Frühjahrs- und Herbstjagden in die Bayrisch–Württembergische Jagdgeschichte ein. Ab 1977 die ersten Jagden mit der Cappenberger Meute, dann mit dem SHC und ab 1985 mit dem Bayernpack und später mit der SvB-Meute. Da Baron Dieter eine enge Verbindung nach Frankreich hatte, kamen regelmäßig Equipagen und Bläsergruppen aus Frankreich und bereicherten die Jagdveranstaltung. Leider musste der Baron sein Schloss verkaufen und somit war die Zeit der glorreichen Jagden wieder vorbei. Im März 2013 verstarb der Baron, unser Freund und SvB-Mitglied. Der SvB mit Hunden, der SHC mit Bläsern und viele, viele Freunde gaben ihm auf seinem letzten Weg das Geleit.

Teil III folgt in Kürze
Teil I lesen Sie hier: