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Urgestein Ursel Bülthuis ist 80

Sie ist sicher eine der bekanntesten und augenfälligsten Erscheinungen bei den Schleppjagden in Norddeutschland. Jetzt feierte sie Geburtstag. Ursel Bülthuis ist 80 Jahre alt geworden.  Ihr Freund und Isernhagener Vereinskamerad Eugen Klein hat eine Hommage verfasst:

In jedem gemeinschaftlich ausgeübtem Sport werden Menschen gebraucht, die vorangehen, die inspirieren und die zupacken, wenn es benötigt wird. Bei Jagdreiten ist das nicht anders. Wenn diese Menschen dann auch noch eine besondere Persönlichkeit besitzen, bezeichnet man solche Leute wohl gerne als „Original“.
Von einem solchen Original gilt es heute zu berichten. Generationen von Reitern, die ihre Leidenschaft für das Jagdreiten entdeckt haben, verdanken dieses der Grande Dame des norddeutschen Jagdreitens, Ursel Bülthuis aus Hannover.
Geboren in der Heide, war Ursel schon immer pferdebegeistert und nicht wenige Reitvereine wären ohne ihre Hilfe bei den ländlichen Turnieren wohl ziemlich aufgeschmissen. Ihre eigentliche Passion gilt jedoch dem Jagdreiten und der Freiheit im Galopp.
Dort engagiert sie sich mit der vollen Rückendeckung ihres Mannes Martin und der ihr eigenen Hartnäckigkeit hingebungsvoll für das Reiten hinter den Hunden. Als Bauerntochter versteht sie dabei den Umgang mit der ländlichen Bevölkerung und schafft es immer wieder, die Landwirte davon zu überzeugen, ihre Flächen für die Schleppjagd zur Verfügung zu stellen. Jagden, die von Ursel Bülthuis veranstaltet werden, gelten als besonders gesellig, denn als ehemalige Hausdame des besten hannoverschen Hotels werden bei ihr Gastfreundschaft und Planung bis ins Detail groß geschrieben. Der Reitverein Isernhagen ehrte ihr Engagement, indem er eine von ihr veranstaltete Jagd in „Ursulum“ umbenannte. Als Dank dafür führt sie mit ihrer großen Erfahrung jeden Sonntagmorgen interessierte Reiter ins Gelände und bringt diesen das Reiten im Gelände näher.
Bei der jährlichen Messe-Veranstaltung „Pferd und Jagd“ in Hannover ist sie die Chefin des Standes der Niedersachsenmeute und sorgt dafür, dass so mancher Besucher nach einem geselligen Aufenthalt ihren Stand nur als Mitglied der Niedersachsenmeute verlässt.


Ursels Lieblingswort lautet tatsächlich „gesellig“ und durch ihre positive und unermüdlich forsche Art zieht sie jeden in ihren Bann. Als das Alter sie und ihren Fuchswallach Eddie ein wenig zu drücken begann – die beiden sind zusammen jetzt fast 100 -, erfand sie einfach ein neues Jagdfeld. Dieses „Genießerfeld“, in dem eine Jagd vom Pferd aus beobachtet werden kann, ist mittlerweile zu einer festen Institution in Norddeutschland geworden. Aber wehe – wer denkt, dass dort nicht sportlich geritten wird, der täuscht sich mächtig, denn Ursel liebt die Freiheit im Galopp.
Mit ihrer Dynamik reißt sie alle mit sich, und wir reiben uns verwundert die Augen, wenn das Energiebündel, unsere Ursel, nun ihren 80. Geburtstag feiert. Wir Jagdreiter verbeugen uns voller Ehrfurcht vor ihr und wünschen ihr und uns, noch viele Jagden mit ihr reiten zu können.
Text: Eugen Klein und Fotos: Archiv Schleppjagd24