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Autobahn-Ausfahrt Isernhagen entdeckt

Schneller, höher, weiter – das war lange das Motto der Hubertus-Jagd in Isernhagen. Im 151. Jahr der Geschichte dieser Traditions-Veranstaltung haben die Hounds die Abfahrt von der „Autobahn“ genommen. „Eine neue Ära der Hundearbeit“, lobte Master Camill von Dungern die Tempo reduzierende Schleppenführung von Eugen Klein.

Das riesige Gelände des Truppenübungsplatzes auf dem schon die Hounds der Kavallerieschule Hannover unterwegs waren - die Ahnen der heutigen Niedersachsenmeute - bietet sich an für dieses Experiment. In wohlbedachten Bögen leitete Klein die Schleppenlegerin Kirsten Schuldt, jeweils mit dem Ziel, die Hunde auf großen Linien außen zu halten, um den Reitern in vier Feldern kürzere Wege und Beobachtungsmöglichkeiten „auf der Innenbahn“ zu ermöglichen.

Bei der ersten Schleppe klappte das noch nicht so ganz. Die Hunde liefen zunächst den Bogen so wie sie den Weg aus früheren Jahren kannten. „Die laufen nach Karte“, kommentierte ein Beobachter. Aber dann „klickte“ es, die Nasen wurden eingeschaltet. „Das war spannend“, fand der Master, der mit einer Familien-Equipage angetreten war: Sohn Cosimo, Tochter Celestina Löbbecke und Enkelin Cosima. Die Hunde zeigten bemerkenswerte Arbeit und waren dabei gut zu beobachten. Ganz besonders gelungen war die letzte Schleppe. „Endlich liefen alle geschlossen auf die Schluß-Etappe mit den Hecken“, bewertete der Senior-Master die Leistung der Meute. Weniger spektakulär, aber mindestens genauso eindrucksvoll war die Lernkurve, die der Junghund Ganter durchlief. Gerne auf eigenen Wegen – (kein Wunder, mit solch einem Namen muss man ja in die Opposition gehen) – kam er dann bei den Stopps doch wieder zurück zum Pack. „Allein macht es auch keinen Spaß“, schien er sich zu sagen. Und die Equipage ließ ihm einfühlsam Zeit genug um zu dieser Erkenntnis zu kommen. Das hat Spaß gemacht!


Isernhagen – seit Jahren begleitet von der „Fermate“ - ist immer wieder ein Mega-Event, nicht zuletzt durch die vielen Zuschauer, die diesmal auf Doppel-Anhängern hinter acht Schleppern die 65 Reiter beobachteten, aufgeteilt in vier Felder. Lisa Klein und Jochen Soltau führten das erste Feld über die weiterhin beeindruckenden und mit großer Sorgfalt und noch dickeren Hölzern errichteten Hindernisse, Max Scharf die zweite Gruppe. Dicht auf seinen Fersen Heinrich Bätke mit dem dritten Feld, das oft genug zeitgleich mit den Springern ankam. „Das schnellste dritte Feld in dem ich je geritten bin“, fand Niclas Kutzer. Souverän geleitet von Ursel Bülthuis schließlich bewegte sich das „Genießerfeld“ durch die herbstlich vergoldete Landschaft vor den Toren der Landeshauptstadt. Zum Curée warf die Sonne bereits sehr lange Schatten.
Text und Bilder: PS. Die ganze Jagd ist zu sehen unter foto-ix.de