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Herbstjagd in Roth - seit drei Dekaden

Dreissig Jahre Reiterhof Roth-Kiliansdorf – drei Meuten im Haus, für jede Dekade eine. Nachdem mit den Franken im Frühjahr und den Vogelsbergern im Sommer bereits zwei Beaglemeuten in Roth zu Gast waren, setzte der Schleppjagdverein von Bayern mit seiner Foxhound-Meute das Ausrufungszeichen im Jubiläumsjahr.

Die Vorbereitung der Jagd fand dieses Jahr unter erschwerten Bedingungen statt. Durch die lange Dürre waren die Landwirte stellenweise mit der Ernte in Verzug, sodass Teile der Strecke umgeplant werden mussten. Wie immer wurde aber kein Aufwand gescheut und so konnten bei der Streckenbesichtigung am Samstagabend die Piköre eine traumhafte Jagdstrecke mit wunderschönen Sprüngen von den Pikören abnehmen. Die Befürchtungen, man müsse aus der Jagd eher ein „Roth – Dakar“ machen, haben sich nicht bestätigt. Am Tag vor der Jagd kam endlich etwas lang vermisster Regen und damit willkommene Abkühlung der Temperaturen.


Rund 70 Reiter aus insgesamt fünf süddeutschen Meuten – das war selbst für den Rother Jagdclub ein neuer Rekord. Beim Stelldichein am Jagdstall mit den von Clubkochfamilie Dirsch kredenzten Köstlichkeiten und dem ein oder anderen Gläschen begrüßten sich viele alte Freunde und neue Bekannte. Die musikalische Umrahmung der „Reiterlichen Jagdhornbläser Nürnberg“ war wie immer ein Genuss.


Zu Pferd berüßte der Hausherr Markus Kratzer den SvB und die Gäste, darunter auch der Bürgermeister der Kreisstadt Ralph Edelhäußer. Sissi Veit-Wiedemann schloss sich an mit dem traditionellen Ruf: …die Hunde voran – Bayernpack ran…


Markus Kratzer führte zusammen mit Jörg Meiler und „Micky“ Gindert das erste und Geburtstagskind Dr. Anne Falge das zweite Feld hinter den Hunden, während Manuel und „Bärbel“ Tiefentaler als Schlusspiköre darauf achteten, dass niemand verloren ging. Die Jagd erstreckte sich über insgesamt neun Schleppen und rund 23 Kilometer.


Von Kiliansdorf aus ging es hinter den schnellen Foxhounds auf langen Waldpassagen, über schöne Stoppeläcker und traumhaft in die Natur integrierte Sprünge links und rechts der Wege. Am Ende der vierten Schleppe, aus dem Wald heraus,  öffnete sich das atemberaubende Panorama des Rothsees. Direkt am See, auf dem Gelände des Zwiefelhofs, wurde traditionell gestoppt. Her wurden Reiter und Hunde am Hof der Familie Handschuck wieder bestens versorgt.


Nach dem Stopp erlebten die Zuschauer eine kleine Schauschleppe mit dem See im Hintergrund – was für ein Anblick. Weiter ging es von Schleppe zu Schleppe. Lange Galoppaden, enge Wendungen, über tolle Sprünge, auf und ab auf den federnden Sandböden. Über Stock und Stein, kreuz und quer immer dem Geläut der Hunde nach. Die bayerischen Foxhhounds liefen wunderbar. Spurtreu und laut, so wie es sein soll.


Nach der letzten Schleppe ging es im Schritt zurück zum Jagdstall. Hier erhielten die Hunde ihr Currée und die Reiter ihre Brüche und Jagdknöpfe. Beim abschließenden Beisammensein waren sich zum  dritten Mal in diesem Jahr alle einig: In Roth schlägt das Herz für die Jagd. Auch das letzte große Meeting dieses Jahres fühlte sich an wie „Zuhause reiten“ und stellt sich in die Reihe der „Herzschlagjagden in Roth“.  Gastfreundschaft wird hier ganz groß geschrieben und das spürt man in jedem liebevoll geplanten Detail.


Dies war das letzte Schleppjagdevent für 2018 im Kalender des Clubs. Nun folgen noch der festliche Hubertusabend im Schloss Ratibor (2. November) und die Karpfenjagd am 11. November, die traditionell ohne Hunde stattfindet. Hier steht die Nachwuchsarbeit im Vordergrund.
Text: Micky Gindert und Fotos: Doris Frank-Schneider