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"Knigge"-Vorlesung für Jagdreiter im Kloster

Seit längerer Zeit  ist es ein kontrovers diskutiertes Thema in der Jagdreiterszene: „Was ziehe ich an und vor allem warum?“. Die Einen sagen „was interessiert mich der Muff von tausend Jahren“ – schick ist was gefällt! Die Anderen meinen, dass alles in der traditionsreichen Jagdreiterei einen Grund hat, man nichts Neues erfinden muss, es sei anspruchsvoll genug das Althergebrachte, Vorhandene zu bewahren. Im Seminar des Rother Jagdreiterclubs mit Philipp Jakob wurde aber nicht nur die Kleidung zu diesem Thema beleuchtet, auch das Verhalten als Jagdreiter an den Jagden, gegenüber den anderen Reitern und vor allem gegenüber dem Partner Pferd, getreu dem Motto „Richtig reiten reicht!“. Tags darauf traf man sich dann zu einem gemeinsamen, ungezwungenen Gruppenausritt ins Rother „Reis“ in allen drei Gangarten, nach dem bewährten Prinzip „Alles kann, nichts muss“, um die Theorie in die Praxis zu überführen.

Der Rother Jagdreiterclub lud zum Seminarwochenende mit Philipp Jakob im stilgerechten Ambiente des Klosters Seligenporten ein. Es kamen nicht nur die Mitglieder des RRK sondern auch viele Interessierte aus nah und fern. So meldeten sich Teilnehmer aus ganz Süddeutschland und nahmen mehrere Stunden Fahrtzeit in Kauf, was zeigt wie brandaktuell das Thema ist. Hausherr Toni Bauer freute sich auf den Besuch und begrüßte die Teilnehmer zusammen mit Markus Kratzer vom Reiterhof herzlich.

Kratzer stellte Philipp Jakob vor und leitete zum Thema über. Jakob hatte eine äußerst interessante Präsentation im Gepäck, die keine Fragen offen ließ. Woher kommt die Tradition, was verbirgt sich dahinter. Wie verbessern wir unsere Reiterei und bauen wichtige Ausbildungsbausteine in unsere Ausritte ein – ein gut ausgebildetes und entsprechend vorbereitetes Pferd bringt einen großen Anteil an Sicherheit, ebenso wichtig ist ein gefestigter, unabhängiger Sitz im Gelände und schließlich auf der Jagd. Dazu gab es viele praktische Tipps und Hinweise. Die Eheleute Feigl von der Firma „Feine Reitbekleidung“ waren mit ihrer Verkaufsausstellung, die sie im Kreuzgang des alten Franziskanerklosters für die Teilnehmer und Interessierten aufgebaut hatten, mit von der Partie.


Schließlich konnte man bei einem gemeinsamen Essen und im Anschluss an der Bar noch bis spät in den Abend fachsimpeln und sich kennenlernen. Gegen Mittag am darauf folgenden Tag stieg man in die Sättel und so fand praktische Anwendung was Tags zuvor theoretisch durchgesprochen wurde. Während des Rittes in allen Gangarten fand immer wieder reger Austausch zu Ausrüstung, Beschlag und Sicherheit statt.

So konnten die Teilnehmer viel Wissen verbuchen und nahmen die Erlebnisse und Erfahrungen mit nach Hause, um sie dort weiter zu vertiefen. Die Rückmeldungen zu den beiden Tagen waren: Klasse Themenauswahl, super Referent, individuelle Tipps für zu Hause und eine familiäre Atmosphäre! Gelegenheit diese Kenntnisse anzuwenden haben die Seminarteilnehmer im Reiterjahr in Roth 2017 schon bald.
Am 29. April ist Treffen am Jagdstall zur Frühlingsjagd ohne Hunde. Ende August findet wieder der traditionelle Jagdreiterlehrgang statt. Am 24. September richten die Rother wieder die Große Herbstjagd aus – die 29. läuft hinter der Vogelsberg Meute und einige schöne Überraschungen sind für die Gäste bereits in Planung.
Zwischendurch werden immer wieder Geländeritte angeboten. Ebenfalls steht Interessierten eine Vielzahl von festen Hindernissen zu Trainingszwecken zur Verfügung. Am 19. November wird dann zum Saisonabschluss noch einmal für Ein- und Wiedereinsteiger zum Stelldichein an der „Karpfenjagd“ eingeladen.  
Text: Alexandra Kohler und Fotos: Anna-Maria Reifschläger