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Auch im Süden mit kurzem Bügel

Bis in den Süden der Republik ist sein Ruf geschallt. Der Westfale Axel Henrich, - „Bundestrainer der Jagdreiter“, sagen die Organisatoren - war in Ellwangen-Rindelbach. Dort erwarteten ihn elf Jagdreiter aus der näheren und weiteren Umgebung zu einem Lehrgang im leichten Sitz. Eine Teilnehmerin berichtet:

 Zwei Tage Jagdreitertraining in der heißen schwäbischen Julisonne. Da treffen sich begeisterte, verrückte, wißbegierige, offene und herzliche Leute auf Einladung der Rindelbacher Jagdreiter. Sie hatten für uns Axel Henrich, Lehrbeauftragten der Deutschen Schleppjagdvereinigung eingeladen. Dieser Mann begeistert für das Jagdreiten, sowohl Neulinge als auch erfahrene Jagdreiter.

 

 

So habe ich ihn mir vorgestellt: Ein Herr der alten Garde, von dem man noch mal stramm reiten lernen kann und im Notfall den Kurs verlassen muss, wenn man den Anforderungen nicht genügt – ein Reitlehrer der alten Schule, bei dem pünktlichst, sauberst, ordentlichst gelernt wird. Kennengelernt haben wir einen herzlichen, mit Leib und Seele für den funktionalen leichten Sitz kämpfenden Axel Henrich.

 


 Wir hatten Anreisewege von fünf Minuten bis zwei Stunden, waren alte Hasen mit jungen Pferden und junge Jagdeiter mit erfahrenen Pferden. Wir wollten alles was in diesem Lehrgang möglich war lernen, ausprobieren und umsetzen – auch wenn uns einiges zu Anfang sehr ungewöhnlich erschien.

 

 

 

In der Theoriestunde zu Beginn des Lehrgangs – Pflicht! - ließen uns Fotos und Filme aus den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts staunen, zweifeln und nachdenken. Danach dann Trockenübungen auf einem Baumstumpf, Treppenabsatz oder Ziegelstein. Dabei testeten wir unser Gleichgewicht. Zugesehen haben höchst erstaunte Boxenbewohner, aber zum Glück keine unbeteiligten Menschen.

 

 


Wir üben hier Abfahrtslauf wie in den besten Zeiten der letzten fünf Minuten von „Teleski“, wo Christian Neureuther und seine „Goldrosi“ Mittermaier mit verzweifeltem Lächeln uns letzte Luftreserven entlocken. Wir aber haben Axel Henrich! Der packt uns und lässt uns nicht mehr los mit seiner Begeisterung für die gute Sache.

 

 

Vor der ersten Trainingseinheit sollen wir dann die Gummieinlagen aus den Steigbügeln entfernen – total übel. Wie soll ich die jetzt ohne Hufkratzer jemals wieder einbauen? Nach den ersten Übungen im Schritt, Trab und Galopp sieht die Sache schon anders aus. Langsam erkennen wir die Vorzüge des Leichten Sitzes, wie die Kavallerieschule ihn lehrte.  Man ist immer in der Balance und stört das Pferd nicht. Unser Trainer hat die Übersicht, sieht alles und gibt uns Tipps und Hilfestellung.  

 


Nach der ersten Praxiseinheit werden die Bilder gemeinsam analysiert. Jeder kann Fortschritte und Fehler erkennen. Jahrelange Gewohnheiten müssen aufgegeben werden, aber es lohnt sich.

 

 

 

Am nächsten Morgen geht es weiter mit leichtem Muskelkater: Es stehen Tiefsprünge, Bergab- und Bergaufreiten auf dem Programm. Wir tun uns zuerst schwer vorne übergebeugt in die Tiefe zu springen, und manches Pferd springt in die Luft statt nach unten. Aber Axel Henrich ist unermüdlich und nach einigen Übungssprüngen klappt das bei allen ziemlich gut.  
Die Mittagspause wird noch mal zum Bildergucken genutzt. Bevor es zum  letzten Teil des Trainings geht: Im Galopp in der Gruppe bergab und bergauf über Hindernisse. Und den Steilhang hinunter.  Den Pferden macht es sichtlich Spaß, den Reitern etwas später auch.

 


Beim Abschlussgespräch sind Teilnehmer und Trainer voll des Lobes füreinander. Wir alle konnten viel von dem Lehrgang profitieren. Und  Henrich freute sich, dass seine Lehren so gut umgesetzt wurden. Der Lehrgang wird 2014 wiederholt.
Text: Anja Kanz, Fotos: Clemens von Welck