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Bigfoot: Das Pferd, das nachsitzen sollte

Ein Reiter ist immer nur so gut wie sein Pferd – gerade im Jagdfeld ist das mehr als eine Binsenweisheit. Dass den „Wüstenfuchs“ Manfred Heinz in Schleppjagd-Deutschland jeder kennt, das verdankt der Hesse aus Schlüchtern im Main-Kinzig-Kreis auch seinem Wallach Bigfoot. Vierzehn Jahre lang waren die beiden ein Team, das durch dick und dünn galoppiert ist.

Im Alter von 20 Jahren wurde der Dunkelbraune jetzt verabschiedet und sein Reiter hat bei der Jagd auf dem Rosenhof in Büdingen eine feierliche Dankes-Rede auf ihn gehalten.
Hier ist sie:
„Mein lieber Bigfoot,
heute möchte ich mich mit ganzem Stolz vor dir verneigen! Denn du bist so ein wundervolles, zuverlässiges für mich einzigartiges Pferd. Als Du vor 14 Jahren sechsjährig, gerade fünf Wochen hier in Germany aus Irland ankamst, warst Du im Stall bei Fritz Pape schon sehr bekannt als das Pferd, welches alle schon runter gebuckelt hat…, was ich als ich Dich zum Probe reiten bestieg noch nicht wusste, und das war gut so... So hast Du es auch bei mir bei diesem ersten Ritt zweimal heftig probiert. Zum Glück bin ich oben geblieben und habe mich in Dich verliebt und letztendlich dann auch gekauft. Diese Liebe dauert nun schon 14 Jahre an und wenn wir auch anfangs große Probleme hatten... Ich meine damit die ersten drei Monate. Du warst ein sehr, sehr stures Pferd. Ich erinnere mich an unseren ersten großen Ausritt anlässlich des Geburtstags von meinem geschätzten Jagdreiter- Freund Gerhard Schmidt, als Du auf den 20 Kilometern gefühlte acht Mal angehalten hast, Dich quer gestellt hast und zum Schluss noch in die andere Richtung geschaut hast.  Bliebst dann immer stehen wie ein Panzer und nur mit Geduld konnte man Dich dazu bewegen weiter zu gehen. Gerhard Schmidt, der ja leider schon verstorben ist, meinte damals, dass ich wohl der berühmteste Jagdreiter in Deutschland werden würde. Meine Frage warum: ja, weil ich der Jagd Reiter bin, der immer gegen das Reiterfeld steht.... so ging das drei Monate und ich wollte Dich auf dem Weg in den Urlaub schon bei Fritz Pape abgeben um Dich Korrektur reiten zu lassen, da ich mir damals keinen Rat mehr wusste. Drei Tage vor der geplanten Abfahrt,  Du hattest mitbekommen, dass Du „nachsitzen“ solltest, hast Du aber eingelenkt, wofür ich Dir heute noch dankbar bin. Ich habe Dich die drei Tage vor der geplanten Abreise jeden Tag geritten und Du hast Dich nicht mehr quer gestellt. Denn nur so konnten wir letzt endlich diese tollen 14 Jahre miteinander verbringen. Wir haben die schwersten Jagden in ganz Deutschland unter anderem Sudermühlen, Isernhagen, Ehlbeck oder auch Rügen und Chiemsee erritten. Waren mehrmals in Tschechien und auch in Belgien. Mein lieber Bigfoot, ich möchte Dir ganz, ganz herzlich für diese tollen Jahre danken. Du bist das beste Pferd was ich bis dato in meinem Leben hatte. Ich habe Dich ja bereits auf die ganztägige Weide geschickt. Du bist so fit, dass Du auch noch die ein oder andere leichte Jagd gehen kannst. Bleib lange noch gesund mein Freund… Ich weiß, dass du jetzt im Westerwald bei meiner Freundin Katja in besten Händen bist. Wir sehen uns also weiterhin... Auf viele schöne, wenn auch geruhsamere Jahre mit Dir.... auf Bigfoot, unseren tollen Sport und auf den Rosenhof ein dreifach kräftiges Horrido.“



Bigfoot freut sich jetzt seines Lebens auf der Weide und bei leichter Arbeit unter dem Sattel. Seine Nachfolge im Stall von Manfred Heinz hat Mr. Bean angetreten, ebenfalls ein Ire und auch schon in zwanzig Jagden bewährt. „Der ist schon eingenordet.“ Und wenn er genauso hart und ausdauernd ist wie Bigfoot, dann wird Heinz über ihn das Gleiche sagen können wie über seinen Jung-Rentner: „Der hat überall gefressen und gesoffen und hat in 14 Jahren alles erlebt, was ein gutes Jagdpferd erleben kann.“


Foto: Privat