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Bye bye Lord und Flair

Ohne sein Pferd ist ein Reiter bloß ein Mensch. Grund genug, um einmal laut und deutlich Danke zu sagen, wenn ein Mensch seinem Pferd viele schöne Erlebnisse als Reiter verdankt. Deshalb wurde es zum Schluß in Haren richtig feierlich, als Christoph Stecker seine beiden Jagdpferde Lord und Flair verabschiedete. Zwei große weiße Schärpen hatte die Präsidentin der Cappenberger Meute, Ingrid Querfurt, dazu vorbereitet.

 


Damit beide Pferde ihren Abschied in den Ruhestand zeitgleich erleben konnten (und ihr Mann seinen Abschiedsschmerz nicht allein zu tragen hatte) hatte Kirsten Stecker diese Jagdtage der Cappenberger Meute am Hof Lüssing in Haren für ihre Premiere als Jagdreiterin gewählt. Nach einem halben Jahr intensivem Training erlebte sie mit der routinierten Flair ihre erste Jagd. „Die beiden haben sogar den Halali-Sprung genommen“, war Christoph Stecker stolz. „Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne“? Man wird sehen.

 

 


Eine halbe Woche verbrachte die Cappenberger Meute in Haren-Raken, manche sogar noch mehr. Die Vorhut begrüßte Mittwoch die Meute und noch vor dem Abendessen fand das erste  Hundetraining zu Pferd statt, wobei die Jungstars Hunter, Harley, Hollywood, Henry und Indian besondere Anforderungen stellten. Nachdem wieder alle Hunde im LKW verstaut waren, konnte der gemütliche Ausklang in der Rakener Reiterstube beginnen.

 

 


 

Donnerstag wurde zur ersten Jagd geblasen. Das Wetter hatte es an diesem Tag nicht leicht gemacht: 22 Grad und staubiger Boden sind schon eine Herausforderung für die Hunde. Trotzdem versammelten sich einige Reiter auf dem großen Springplatz und schon startete die erste Schleppe. Feld- und Waldschleppen wechselten sich ab, bis nach einer Stunde der Stop erreicht war. Die Zuschauer fuhren mit dem Planwagen vor zum nächsten Highlight: der Teich, nach einer langen Waldschleppe.

 


 

Auch wenn es  bei dem Wetter eine willkommene Gelegenheit zur Abkühlung gewesen wäre: keiner ist baden gegangen. Auf der letzten Schleppe noch schnell die Treppe und den Halalisprung genommen und die erste Jagd in Haren war zu Ende. Die Hunde bekamen  ihr Belohnung und die Reiter ihre Brüche. Anschließend schnell den Dreck aus dem Gesicht und ab zum Jagdessen. Zu späterer Stunde fand sich in der Reiterstube noch ein alter Partygarant, das Keyboard,  und der Abend konnte richtig starten.

 


 


Freitag war jagdfrei, aber am Nachmittag war Hundetraining angesagt. „Die Junghunde haben uns an diesem Tag wirklich begeistert und ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert“, sagen die, die dabei gewesen sind.
Regen am Samstagmorgen. Aber dann riss der Himmel riss auf. Der Springplatz füllte sich mit gut  25 Reitern, dann kamen die Hunde mit der Equipage. Christoph und Kirsten Stecker begleiteten den Schleppenleger Jan Sievers und erlebten so die letzte Jagd ihrer beiden Pferde besonders intensiv.

 


 

Die Hunde liefen an diesem Tag geschlossen, spursicher und man konnte sie von weitem schon hören. Nach dem Stopp ging es wieder in die Harener Wälder. Am Teich zeigten sich erneut alle in bester Manier, sodass wieder kein Handtuch benötigt wurde. In drei Schleppen zurück zum Hof und dann hieß es für Lord und Flair ein letztes Mal. „Halali, Halali.“

 


 

Nach der Cureé erhielten beide Pferde ihre Schärpe für die jahrelangen treuen Dienste. Lord ist jetzt 22 und hat Stecker seit 18 Jahren begleitet. „Er ist mehrfach durch Deutschland gereist, vom Chiemsee bis Norderney“, hat Stecker zusammengezählt. Auf der Insel ist Stecker seit 33 Jahren mit Pferd, und dort hat auch Flair ihre erste Jagd erlebt. Die Stute, die eigentlich nur als Mitfahrgast geplant gewesen war, ist für den indisponierten Lord eingesprungen, hat sich gleich im ersten Feld bewährt und geht nun mit 23 Jahren in den endgültigen Ruhestand. Nachfolger ist der braune Wallach Inko, der nach zwei Lehrjahren jetzt mit sechs auch schon auf mehr als 10.000 Kilometer im Pferdeanhänger zu den Jagden unterwegs war. Beide Neu-Rentner bleiben bei Steckers. Nur zu den Jagden, da heißt es jetzt: „Inko, übernehmen Sie.“

 

 

 

 


 

Text: Annika Deckena/PS, Fotos: May-Britt Geldsetzer

 



Hier kann man die „Harener Wasserspiele“ im Film sehen.
youtube.com/watch?v=nG_SmnNLOEM