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Korduca

Ohne Pferd ist der Reiter bloß ein Mensch. Anny Otto (Wetzlar) hat bei der Sommerschleppe an der Ronneburg öffentlich Danke gesagt. Ihre Rede an Korduca gibt Einblick in Menschen- und Pferdeleben und manche Träne ist geflossen. 

Liebe Korduca, danke!

Nach 18 Jahren mit Dir als Jagdpferd hinter den Hunden der Taunusmeute hatte ich heute - nach 44 Jahren reiten hinter Hunden - das Vergnügen, mit Dir, immerhin schon 23 Jahre alt, noch einmal das zu tun, was uns beiden über so viele Jahre so viel Freude gemacht hat.

 


 
Es war eine tolle Zeit, die wir – Wulf, Du und ich – zusammen verlebt haben. Schon Deine Mama „Kora“, auch eine schwarz-braune Trakehner Stute – habe ich über zehn Jahre als Equipagenpferd hinter der Taunusmeute geritten – bereits damals wusste ich, Trakehner sind wunderbar und tun alles für ihren Reiter! Nie werde ich das Bild vergessen, als „Kora“, eigentlich das Militarypferd von Wulf, am Heiligabend 1980 ganz allein bei uns an der großen Eiche – in der Dunkelheit umrahmt von vielen Kerzen - angebunden stand. Sie war das Weihnachtsgeschenk von meinem lieben Wulf, er hatte mich damit überrascht. Dann hat sie uns noch 15 herrliche Fohlen geschenkt, Du warst ein ganz besonderes von allen. Dein Vater ist der Trakehner Elitehengst „Anduc“. Damit hatten wir eine sehr gute Wahl getroffen.

Noch heute sind wir glücklich, dass wir Dich damals als Absetzer nicht abgegeben haben, obwohl Du eigentlich in die Schweiz versprochen warst. Glückliche Umstände haben dafür gesorgt, dass  Du doch bei uns geblieben bist. Dafür sind wir heute noch dankbar!

Sehr oft hast Du mit Wulf die Schleppe gelegt, die Hunde sind Euch beiden stets willig gefolgt.

 


 
Dann wurdest Du mein Jagdpferd. Über viele Jahre hat es mir großen Spaß gemacht, mit Dir hinter den Hunden in der Equipage zu reiten, leicht und angenehm in der Hand, keinen Sprung gescheut. Noch dazu, dass wir ja als Züchter Deinen Weg in die Welt begleitet haben, Dein erstes Aufstehen haben wir gefilmt, Deinen ersten Ausflug auf die Koppel mit vielen Bildern fest gehalten.

Dann kamen 4- und 5-jährig Deine Fohlen von dem Rappen Prinz von Oranien. Mir unvergessen Dein erster Auftritt - 5-jährig - mit Wulf im Juni 1994 bei der Taunus-Meute in Lauterbach - und Dein letztes Fohlen wartete ungeduldig dort im Stall auf Dich.

Mit Wulf hast Du die „Schule eines guten Jagdpferdes“ durchlaufen, danke liebster Wulf, wie man sieht ist Dir das hervorragend gelungen.

Vielen unserer Reitermädchen hast Du gezeigt, wie schön Reiten sein kann. Als besonderes kann ich heute hier die liebe Ester, eine unserer Reitermädchen,  begrüßen, am Tag Deiner Geburt kam Ester mit unserem Sohn zu uns in den Stall. Begeistert hatte er ihr morgens in der Schule von Deiner Geburt erzählt – und ab da gehörte Ester fast zur Familie, wie schön, Ester, dass Du heute mit Deinem Töchterchen als Patin von „Pico“, einem unserer Junghunde bei uns bist.

Viele unserer Master haben Dich als immer zuverlässiges Equipagenpferd erlebt, ich denke an Jochen Kraft, er kennt Deine Anfänge, dann über viele Jahre der unvergessene Reinhold (Manischeff), dann Klaus, Thomas und jetzt Brigitte, Gerhard und Willibald.

Ja, Korduca - heute sind wir wieder in Ronneburg. Ich denke da an die Taunus-Meuten-Abschlussjagd Ronneburg 2010. Damals hast Du mir zu meinem ersten und hoffentlich auch letzten „Hubschrauberflug“verholfen.  Aber nicht nur Freude - auch Leid gehören halt zu einem gemeinsamen Leben.

In Zukunft machen wir zwei zusammen das, was uns über die Jahre so viel Spaß gemacht hat, wir reiten so oft es geht in das herrliche Burger Gelände, allein oder mit meinem lieben Wulf und seiner „Kessy“, unseren tollen Trakehnern. Der Golfclub wartet immer mit einem frisch gezapften Bierchen auf uns, da darf uns auch unsere Meutepensionärin „Kleo“ begleiten.

Ich freue mich darauf und hoffe, Du wirst auch unseren Enkelkindern noch ein guter Lehrmeister sein.

Danke - mein wunderbares Pferd!“

 

 

Text: Anny Otto, Bilder privat