Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und dabei das Nutzererlebnis zu verbessern. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Mehr Informationen

Konstantin Mettenheimer ist 65

So hatte er sich das nicht vorgestellt, sein erstes Jahr als Vorsitzender der Taunusmeute und den Vorlauf zu einem neuen Lebensabschnitt. Er wollte ganz viele Jagden reiten. Und dann kam Corona. „Das hatte ich mir anders gedacht“, bekennt Dr. Konstantin Mettenheimer. Heute, am 5. Dezember, wird er 65 – zwar mit weniger Jagden in der Bilanz als erhofft, aber dennoch zufrieden.

Covid 19 hat den promovierten Rechtsanwalt und Steuerberater in seinem Ehrenamt ganz gut beschäftigt. „Ich habe viel gelesen“, unter anderem in Corona-Verordnungen für Hessen und Rheinland-Pfalz, weil die Meute in dem Grenzgebiet zwischen den beiden Bundesländern zu Hause ist. „Reiten draußen war ja erlaubt und Hundearbeit auch.“ Er ist viel mit der Equipage geritten, im kleinen Kreis, und das Hauptaugenmerk lag auf den zwei Würfen Junghunde, denen die jagdfreie Zeit gut getan hat. So konnten sie viel Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen, und unerfahrene Pferde haben auch Routine gewonnen.

"Hands on"-Vorsitzender im Kittel bei der Junghundeschau

Die Saison der Taunusmeute lief gut bis zum 3. Oktober als Mettenheimer mit seiner Frau Dorothée für den Reit- und Fahrverein Hof Hirtenberg als Veranstalter zu sich nach Hause, nach Weilrod eingeladen hatten. 70 Reiter und ein ausgefeiltes Hygienekonzept, alles toll gelaufen. „Danach traf uns der Blitz – alles futsch“. Für die Abschlussjagd an der Ronneburg Anfang November war noch hin- und her überlegt worden, aber dann musste schließlich ganz abgesagt werden.  Das hat aber keine Dauer-Depression hervorgerufen. Die Saison-Planung für 2021 steht aber schon – „und zwar so als ob alles ganz normal stattfinden kann.“  
Mettenheimer ist Frankfurter, die Taunusmeute demnach seine „Heimatmeute“, die er auch schon lange kennt. Vor Jahren hat er sich mit seiner Frau, ebenfalls Juristin, und der reitenden Familie aus drei Kindern in den hinteren Taunus verlegt, auf den Hof Hirtenberg in Rod an der Weil, ein Anwesen mit 40 Boxen – 30 davon vermietet, „an nette Einstaller“, wie er eigens hinzufügt. Zwei Ausbilder sind dort im Einsatz, und es gibt es eine Geländestrecke „mit Langholz“. Frau und Töchter sind mehr der Dressur zugeneigt. In ihrer Erfolgsliste stehen ein süddeutscher Mannschaftsmeistertitel und ein Vize-Bundeschampionstitel mit einem Ponyhengst. Der Vater hat drei Jagdpferde im Einsatz. „Feines  Jagdreiten“ liegt ihm am Herzen und ein guter Vielseitigkeitssitz. „Toes to the nose“, Zehen zur Nase, ist sein Merksatz.  
Neben dem Jurastudium in Deutschland und der Schweiz hat er einen MBA-Abschluß in den USA gemacht - über ein Stipendium der US Kavallerie. Die First Troop Philadelphia City Cavalry ist kein musealer Verein sondern Teil der Nationalgarde der Vereinigten Staaten, war auch im Irak und in Afghanistan im Einsatz. „Allerdings ohne mich“, wie der wahrscheinlich einzige US-Kavallerist der deutschen Jagdreiterszene ehrlich zugibt. Immerhin ist die First City Troop eine der ältesten Kavallerieeinheiten der USA mit fast 250 Jahren Geschichte, und Mettenheimers Verbindung zu den dortigen Reitern aus der Jugendzeit mit Wochenendtrips und Summer Camp besteht bis heute. 
Seinen Werdegang schildert er erfolgreiche Anwalt und Steuerberater so: „Ich habe über Jahrzehnte Gelände und Springen geritten und außerdem fleißig gearbeitet.“ Zum 60. hatte er sich vorgenommen, noch zehn Jahre Jagden zu reiten. Jetzt, zum 65. ist ein Familienessen geplant, keine Feier, „und dann ich will weiter arbeiten, vielleicht dann mal einen Tag weniger in der Woche.“ Jeden Morgen um 7.15 Uhr sitzt er im Sattel. Aber nur noch Reiten – das soll es nicht sein. „Ich will in Umlauf bleiben und meinen Kopf anstrengen.“
Text: PS und Bild: Martin Diehl und PS