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Die Hunde sind der Kern der Sache

Die Meute macht den Reiz der Schleppjagd aus. Schon das aus dem Meutetransporter hallende Geläut, wenn man zum Meet kommt, ist eindringlich. Doch bis es dazu kommt, ist eine immense Arbeit zu leisten und die Verantwortung wiegt schwer. Diese tragen jene auf ihren Schultern, die sich tagtäglich um die Meute kümmern.

Was macht einen guten Meutehund aus? Hierzu muss man die Einsatzgebiete der jeweiligen Rassen und die verschiedenen Arten der Jagd betrachten. So dauern die Jagden auf den Fuchs in Großbritannien und die Jagden in Frankreich auf Reh, Wildschwein oder Hirsch durchaus den ganzen Tag. Wenngleich die Jagd auf einen Hasen mit dem Beagle eher von kurzer Dauer, aber durch hohes Tempo gekennzeichnet ist. Auf manchen Bloodhound-Jagden in Holland oder Belgien reitet man oft nur eine Line, also eine Schleppe, die allerdings über mehrere Stunden geht. Natürlich nicht ausschließlich im Galopp, aber deutlich an der französischen Chasse à courre orientiert.
Hieraus geht hervor, dass der Meutehund ganz gleich welcher Rasse – in Frankreich gibt es 38 davon - einem guten Trainingszustand hinsichtlich Kondition und Muskelkraft entsprechen muss. Dazu gehört auch der individuelle anzupassende Futterzustand eines jeweiligen Hundes. Und auch das Exterieur spielt eine Rolle, beispielsweise die Pfote, die den Hund trägt. Neben den Eigenschaften der Ausdauer und der Schnelligkeit steht die geschulte Nase im Mittelpunkt. Logischerweise. Denn ohne diese wäre es nicht möglich, eine Fährte über große Distanz zu verfolgen. Durch ihr Geläut vermitteln die Hounds den Reitern, dass die Meute auf dem Scent, also der Spur, läuft. Somit sind das Gebäude, die Nase, das Ausdauervermögen und das Geläut die wichtigsten Kriterien eines Meutehundes für den Zweck der Jagd.
Hierin ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen, das auf jeden einzelnen Hund individuell angepasst ist, zeugt von hoher züchterischer Kompetenz, mit der sich Meutehalter, Master und Huntsmen stets auseinandersetzen, um den Anforderungen der Jagd, hierzulande der Schleppjagd, gerecht zu werden.
Die Zucht ist nicht der einzige Punkt sondern erst der Anfang. Equipage, Hunt-Staff, und Co. haben sich dem Leben der Hounds verschrieben. Denn mit der Geburt eines jeden Welpen beginnt eine große Aufgabe und erwächst Verantwortung für die Personen, die aus dem Youngster einen sicheren, passionierten und professionellen Jagdhund erziehen und trainieren.
Das Gewöhnen an die Namen, das Legen von kleinen Futterschleppen – um den Nachwuchs an seine spätere Aufgabe der künstlichen Fährte heranzuführen – das Koppeln mit erfahrenen Hunden, schließlich das Training für den bestmöglichen Appell. All das steht weit vor dem Ergebnis, das wir von einer gut laufenden Meute an lediglich einem einzelnen Jagdtag mitbekommen. So wie wir Reiter unsere Pferdeboxen ausmisten, müssen die Mitglieder einer Equipage nicht nur diese, sondern auch den Kennel – also die Zwingeranlangen der Meute - säubern. Gerade im Sommer ist das eine undankbare Aufgabe. Im Zuge dessen steht die tägliche Fütterung, die Versorgung von Verletzungen, die Pflege der einzelnen Hunde an. Stets das geschulte Auge, wachend über die Hierarchie und Stimmung innerhalb des Packs, um nicht zuletzt auch den Charakter eines jeden einzelnen Hundes und dessen Namen kennen zu lernen. Nächte, die man sich um die Ohren schlägt, während man auf die Welpen wartet. All das sind Aufgaben, von denen der Jagdreiter selten etwas mitbekommt, wenn er nicht gerade starkes Interesse am Meutealltag zeigt. Nun ist noch nicht erwähnt, dass das Hunde-Training ebenfalls zu Pferd, zu Fuß, oder mit dem Fahrrad mehrmals wöchentlich bei jedem Wetter im Vordergrund steht und man als Mitglied einer Equipage ebenfalls dafür Sorge zu tragen hat, dass das Jagdpferd zeitgleich gesund und ordentlich trainiert sein muss.
Es zeigt sich, welchen notwendigen Respekt man einer jeden Meute und einem jeden Equipage-Mitglied entgegenbringen muss. Denken wir an Situationen während der Jagd, in denen plötzlich Wild die Schleppe kreuzt. Oder an solche, bei denen das gesamte Pack zwischen Autos und Zuschauern samt Fremdhunden hindurch oder vorbei manövriert werden muss. Das ist eine große Aufgabe und bedeutet Verantwortung, die beachtlich ist. Und all das, um einen schönen, sportlichen Tag zu bescheren für den Jagdreiter, der im schlimmsten Fall hinterher noch abfällig sagt, die Meute sei schlecht gelaufen. Möglicherweise war aber die Witterung zu warm und zu trocken, so dass der Meutehund die Fährte nicht besser aufnehmen konnte. Leider findet das dann oft keine Beachtung mehr in den Gesprächen nach der Jagd.
So sehen wir auch den Zusammenhang zwischen der Kreatur und dem Wetter, denn: Je trockener und wärmer es ist, desto schwieriger ist es für den Hund eine Fährte aufzunehmen. Je staubiger der Boden, umso mehr verkleben die Nasenschleimhäute, desto langsamer kann der Hund „suchen“. Dennoch sehnen wir uns nach einer stets aufregenden Jagd mit hohem Tempo. Je feuchter und kühler, umso vorteilhafter und umso leichter hat es daher der Foxhound, Beagle, Bloodhound, Harrier und Co. uns eine sportliche Jagd zu bieten. Aus diesem Grund spricht man nicht umsonst von „gutem Jagdwetter“, wenn man an einen nasskalten Novembertag im Nebel denkt. Zugleich können wir auch hier die Brücke zur robusten und funktionalen Jagdkleidung schlagen, die uns an genau solchen Tagen warmhält, an denen die Hunde am besten laufen.
So stellen wir fest, dass Jagdreiten nicht einfach ein Sport ist, bei dem man „mal eben“ für eine auf dem Turnier genannte Prüfung sattelt. Jagdreiten ist ein Sport, der aus einem Reiter einen Menschen macht, der Verständnis aufbringt für den Zusammenhang von Tieren, nämlich Hunden und Pferden, Wetter, Natur, der dazugehörigen Kleidung und den sportlichen Umständen mit ihren Herausforderungen. Deshalb ist keine Jagd wie die andere. Die Arbeit der Meutehalter, mit dem Ziel, jeden einzelnen ihrer Hounds so zu trainieren und zu erziehen, dass er stets mit Freude und Eifer bei der Sache ist, ist allerdings alltäglich die gleiche. Tag für Tag. Wetter für Wetter.
Text: Philipp Jakob und Bild: Sabine Sievers