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Foxhounds in den USA

Alle zwei Jahre richtet die amerikanische Masters of Foxhounds Association MFHA eine große Tagung aus für Meutehalter und Freunde des Sport in Rot. In diesem Jahr wurde auf historischem Boden, in Mount Vernon, dem Wohnsitz des Staatengründers George Washington, über die verschiedenen Zuchtrichtungen des ursprünglich englischen Foxhound diskutiert. Davon gibt es weit mehr als man denkt.

Martha Drum berichtet für Covertside Online der MFHA: „Für viele Besucher der alle zwei Jahre stattfindenden Zusammenkunft war das Programm vom Samstag nachmittag das Beste. “Verschiedene Hunderassen und ihre Merkmale: Welche Rasse passt zu Ihnen?” Vorgestellt wurden jeweils zwei Koppeln aus vier Rassen: Englische und Amerikanische Foxhounds, Crossbreds (Kreuzungen) und PennMaryDel – eine Züchtung aus dem Osten der Staaten, eine Abkürzung aus Pennsylvania, Maryland und Delaware. Diese großartige Präsentation von sehenswerten Hounds und Pikören im vollen Jagd-Ornat zog viele Zuschauer an, sowohl neugierige Touristen als auch begeisterte Jagdreiter. Ein Museumsführer posierte als George Washingtons persönlicher Sekretär und berichtete unterhaltsam und lehrreich mit sehr genauen Details vom privaten Pack des ersten Präsidenten und dessen Stellung auf der großen Plantage „Mount Vernon“.
Vier Meuten hatten Hunde mitgebracht auf das Twelve Acre Field der historischen Besitzung: Blue Ridge und Orange County aus Virginia und Elkridge-Harford und Marlborough Hunt aus Maryland. Die Organisatorin des Treffens  begrüßte dann den Moderator Marty Wood, “der jede bedeutende Hound Show auf beiden Seiten des Atlantiks gerichtet hat” und außerdem die Live Oak Meute gegründet hat und führt. Wood sprach über George Washington als Jagdreiter und darüber wie “Fuchsjagd General Washington zu dem Reiter machte, der er gewesen ist”.  Er vertrat auch die Ansicht, dass erst die Fuchsjagd ihn zu dem militärischen und politischen Taktiker machte, der er gewesen ist.” Danach zog Wood seinen Hut sowohl praktisch als auch im übertragenen Sinn und betonte: “Ich wünschte, der General wäre heute hier, um mit uns die verschiedenen Hunderassen zu besprechen.“

 
Marty Wood über English Foxhounds


Bei der Analyse der einzelnen Rassen  begann Woods mit den English Foxhounds der Blue Ridge Hunt. Der Huntsman Graham Buston, unterstützt von Sheri Buston und Ashten Sfarnas, zeigte den noch nicht in die Meute eingestellten Rüden Rambler, „Bester der Rasse“-Sieger der Bryn Mawr-Schau. Woods bedeutete den Zuschauern: “Dieser Rüde hat alle Points, die man in einem qualitätsvollen Hund sehen will“. Er hob hervor: „Den reizvollen Schwanenhals, der in eine gute starke Schulter übergeht.“ Er zeigte an dem Beispiel auch wie eine auffällige Zeichnung die Schulter optisch gerade erscheinen lassen kann, und er wies auf die angemessene Winkelung hin von der Schulter über Widerrist zur Brust und der Hüfte von der Lende bis zum Schienbein.
Woods betonte die Bedeutung starker Schenkel und Lenden , die Geschwindigkeit  und Reichweite im Jagdfeld verleihen. Bei Rambler als noch jungem Hund war die Muskulatur noch nicht so ausgeprägt wie bei einem älteren Zeitgenossen, der schon eine oder mehr Saisons gejagt hat, aber das dürfe nicht ablenken von der funktionalen Korrektheit des Körperbaus. Wood lobte auch die tiefe Brust. “Das ist sehr typisch für den richtig guten, klassischen englischen Foxhound… Man will den tiefsten Punkt der Brust auf Höhe des Ellbogens.“ Mit Blick auf die Hündinnen sprach Woods von der Bedeutung guter Pfoten und einem gut gerundeten, aber nicht tonnigen Rippenbogen, der Platz für Herz und Lunge bietet.
Er schloss: "Ein guter Körperbau erlaubt dem Foxhound weiter und schneller zu laufen und mit weniger Belastung als ein schlechter. Falls das gesamte Pack gleichmäßig gut gebaut ist – und danach streben wir in der Zucht – dann kommt es auch gemeinsam ans Ziel. Dann übt es gemeinsam Druck aus auf die Beute. Ich kann nicht ihren Geruchssinn beurteilen und nicht das Gehör oder die Augen und auch nicht das, was ich gerne ihren Mut oder ihr Herz nenne. Alles was ich beurteilen kann ist außen, der Körperbau. Und für mich ist das, wie wenn ich den Körperbau eines Pferdes betrachte, nämlich sehr gut für das Innere dieses Mannes.“


Skip Crawford zu American Foxhounds


Skip Crawford, MFH der Potomac Hunt in Maryland, sprach die Kennzeichen an, die die American Hounds der Orange County' Meute zeigten. Huntsman Reg Spreadborough mit Pikör Josh Warren zeigte den vielfach prämierten Show Champion Kermit '15 in seinen zwei Koppeln und  Crawford hob hervor, dass Kermit's Vater, Potomac Kadillac '12, immer noch in deren Kennel steht.  "Das ist es, was solchen Spaß macht an Pedigrees. Du schaust zurück und siehst die großen Hounds der Vergangenheit.” Und er führte weiter aus, dass es bei den American Foxhounds sechs Untergruppen gibt, jede geeignet für eine ganz bestimmte Art der Jagd oder eine ganz bestimmte Landschaft. Im Großen und Ganzen  sind die Hunde in den vergangenen Jahrzehnten größer geworden, aber immer noch dauerhaft belastbar.
American Hounds sind bekannt für viel Stimme und ihren erstklassigen Geruchssinn, der auch bei wenig Scent die Fährte findet und sehr entschlossen und methodisch weiterverfolgt, auch wenn die Bedingungen schlecht sind bei Trockenheit, Sandboden oder viel Wind. „Ein Hound kann nicht schneller rennen als seine Nase arbeitet.” Beim Blick auf Kermit und seine Kennelgenossen lobte Crawford ihre gut angesetzten Hälse, das gute Fundament und ihre Kraft. „Diese Hunde laufen einen  ganzen Tag.”  Er lobte die Qualität des American Foxhound, der sanft sei, einfach im Umgang, immer willig, dem Huntsman zu gefallen und mit großartiger Stimme. Er erinnerte sich an eine Jagd mit  Jim Atkins, damals Huntsman der Old Dominion, bei einem gemeinsamen Meet mit insgesamt 42 1/2 Koppeln. Der Sound dieser Meute veranlasste damals einen Beobachter zu der Frage. „Was ist das für ein Krach da im Tal?” Crawford sagte, er habe damals so geantwortet: “Das sind 43 ½ Koppeln die hinter dem Fuchs herbrüllen, der gerade zu Boden gegangen ist. Das war schon ein Sound!“


Tony Leahy zu Crossbred Foxhounds


Der MFHA-Vorsitzende Tony Leahy sprach über Crossbreds, beispielhaft gezeigt von dem gut abgestimmten Quartett der Elkridge-Harford in Begleitung ihrer Huntsmen Geoffrey Hyde und Brady Hoffman. Leahy began mit der Beobachtung, dass einige Züchter mit der 50:50 Kreuzung von Englischen und Amerikanischen Foxhounds begonnen hätten, aber inzwischen wieder zu einer der beiden Rassen zurückgekehrt seinen, um vermeintliche Schwächen auszugleichen. Er sagte: „Für mich hat der Crossbred die richtige Balance. Eine Mischung mit sehr guter Nase und Durchhaltevermögen. Die haben einfach den Willen weiterzumachen.“  
Leahy bestätigte, dass etliche von Woods Kommentaren zum Gebäude eines Hundes auf alle Züchtungen zuträfen. Er sprach ausführlich über die Bedeutung einer frei beweglichen Schulter, kraftvoller Hinterhand  und niedrigem Sprunggelenk, um Kraft und Hebel in der Bewegung zu verleihen. "Ein insgesamt qualitätsvolles Tier ist immer im Gleichgewicht. Klasse ist Klasse. Das sieht man bei einem Sportler, ob Pferd oder Hund. Es kommt immer auf das gute Gleichgewicht an.“  Leahy betonte,  dass ein gutes Gebäude entscheidend sei für den Foxhound, “denn nur wenige Tiere auf der ganzen Welt leisten so viel wie sie. Hunde mit Fehlern scheiden aus dem Zuchtprogramm aus, weil sie nicht über mehrere Saisons durchhalten.“
Er forderte  Hyde auf, die Hunde in Bewegung zu bringen, damit die Zuschauer sie in der Wendung und beim Schwung aus der Hinterhand beobachten konnten auf ihrem Weg zurück zum Huntsman. Er beschrieb die gewünschte Bewegung als flüssig, sprungkräftig und kraftvoll. „So soll sich ein guter Hound bewegen.“


Daphne Wood und Cameron Sadler zu Penn-Marydel Foxhounds


Marty Wood hatte bei seiner Einführung schon betont, dass die Penn-Marydels, so wie von der Marlborough Hunt mit Huntsman Jason Cole und Pokör Greg Bush gezeigt, wahrscheinlich dem Typ von Hund am nächsten kommen, so wie ihn George Washington gejagt haben könnte, mit längeren Ohren, viel Geruchssinn und tiefem, dröhnenden Geläut. Seine Frau, Joint-Master Daphne Wood sagte, sie habe zum ersten Mal Notiz von dieser Rasse genommen, als der frühere MFHA-Geschäftsführer erwähnte, dass diese Hounds die am schnellsten wachsenden Eintragungszahlen im Stud Book hätten. Sie hob die enormen Zuchtfortschritte hervor, die gerade in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten erzielt worden seien. Ganz besonders seien die Pfoten geschlossener geworden. Sie hob hervor, dass das der Einführung von Dumfrieshire Blut besonders  zu verdanken gewesen sei.
Sie beschrieb das gerühmte Geläut der Penn-Marydels als “unglaublich” und fügte hinzu, dass die Cheshire Meute in Pennsylvania unwahrscheinlich gut jage seit sie die Penn-Marydels eingeführt habe. „Diese Rasse bringt viel mit.”
Daphne Wood sagte, es sei immer ein verlässliches Indiz dafür wie eine Meute jage, wenn man sich die Pferde der Equipage ansehe hinsichtlich ihres Typs und Fitness-Level. Wenn sie durchweg schlanke Vollblüter sind, dann ist die Meute sicherlich schnell unterwegs. Sie zeigte das Bild eines Geparden “weil wir schließlich alle von einem Tier reden, das Boden gut macht” und verwies auf die Winkelung und Stärken dieser Katze.


Cameron Sadler, MFH der Moore County Hounds aus North Carolina, berichtete von ihren Erfahrungen mit einem Penn-Marydel Pack. Sandiger Boden, viel Wald und schnelle Kojoten machen die Gabe, auch niedrig liegenden Scent zu finden, ihre unwahrscheinliche Stimme und unermüdliche Jagdtechnik der Penn-Marydels sehr begehrenswert. Sie fügte hinzu, dass ihr gutes Temperament sie auch zu großartigen Botschaftern mache. „Beim Opening Meet zur Saisoneröffnung haben wir ungefähr 500 städtische Besucher. Nach der Jagd lassen wir sie zu den Hunden und sie dürfen sie streicheln und alle sind ganz begeistert. Ich glaube nicht, dass man das mit jeder Meute machen könnte. Aber wir können es.“
Nach den Vorträgen waren alle Zuhörer, Touristen und Jagdreiter, aufgefordert den Hunden näher zu kommen. Trotz Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit waren alle Hounds nett und freundlich zu ihren Bewunderern, darunter auch viele Kinder. Dieses freundliche Zusammentreffen mit der breiten Öffentlichkeit an einem der bedeutendsten Plätze der amerikanischen Geschichte war eine gute Werbung für das Zentrum unseres Sports – den Hund.“
Text und Fotos: Martha Drum in Covertside Online
Videos (in Englisch) zu den Kommentierungen unter facebook.com/MastersofFoxhounds