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Master Celestina jetzt in Rot

Die Hecken sind kleiner geworden und auch an anderer Stelle hat das „Ursulum“ neue Zeiten in Isernhagen eingeläutet. Celestina Löbbecke, die einzige Frau unter den sieben Mastern der Niedersachsen-Meute, reitet jetzt in Rot. Das ist ein Novum.

Feierlich und förmlich überreichte der Senior-Master der Meute, Camill von Dungern seiner Tochter den roten Rock. „Sie hat sich das schon immer sehr gewünscht“, verriet der Vater. Beim Stelldichein vor dem Aufbruch zur Jagd, schon zu Pferd fand der Kleiderwechsel statt. Das neue Kleidungsstück der Enkelin des Meutegründers Christian von Loesch, ist tatsächlich neu – kein Erbstück. „Und es passte ihr sehr gut“, stellte von Dungern fest. Mit ihrem jungen selbstgezogenen Pferd, erst fünfjährig, ritt Master Celestina danach umso zügiger vorweg in dem von ihr bekannten Vorwärts.


Bestätigt sah sich der Jagdveranstalter Eugen Klein, der schon lange die Abkehr von der Tradition fordert, dass Damen in Deutschland nicht in Rot reiten. „Damit ist auch offiziell ein alter Zopf abgeschnitten, für dessen Existenz es keinerlei historische oder sonstige Berechtigung gab. Angesichts der Tatsache, dass mittlerweile die Mehrzahl im Jagd Feld von Damen gestellt wird, wird es alle Beteiligten erfreuen, wenn nicht nur die dringend gebotene Gleichberechtigung der Geschlechter in das Jagd Feld einzieht sondern auch die bunten Bilder der Vergangenheit wieder eine Auferstehung finden und ein wenig zu der Attraktivität beitragen, die das Jagdreiten so dringend braucht.“
Ausnahmen von dieser ungeschriebenen Regel „Damen nicht in rot“ hat es schon immer gegeben. Camill von Dungern: „Ich habe letztens ein altes Bild von 1912 gesehen, da waren auch Damen in Rot dabei.“ In USA wird ganz selbstverständlich ein roter Rock getargen, in Dänemark ebenfalls. Nur in England, dem „Mutterland des Jagdreitens“, wird es einen solchen Anblick wohl so bald nicht geben. Dort ist es auch für Gäste männlichen Geschlechts geboten, in einem dunklen Rock zu erscheinen. Hierzulande stellt sich jetzt die Frage, wie ein weiblicher Master zu bezeichnen ist: Lady Master, Masteress, Masterin – Mistress ja wohl kaum. Camill von Dungern: „Master ist eine Berufsbezeichnung und die behalte ich bei.“ Profunde Auskunft dazu kommt von einem, der es wissen muß: Im englischen wird nicht gegendert. Da ist der Master der Master, und der Huntsman der Huntsman. Allenfalls wenn man drüber spricht wird gesagt Whe have a Lady Master/Huntsman! Soweit Peter Vickery von der Weser Vale Meute, dessen Mutter Master einer Meute in England war.

Anmerkung der Redaktion: Auf Schleppjagd24 wird auch weiterhin generell von Reitern, Teilnehmern und Mastern geschrieben werden – dabei sind die jeweiligen -innen immer ausdrücklich mit eingeschlossen.

Alle Bilder: Sabine Schafft – mehr von ihr unter foto-schafft.de – und Kerstin Scharf, siehe facebook.com und Text: Petra Schlemm