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Ursulum mit Ursel zu Fuß - aber 74 Reitern

Isernhagen ist ein Markstein im Jahreskalender der Jagdreiter am Hubertustag im November. Kenner im norddeutschen Umland schätzen mindestens genauso die Veranstaltung im August, wenn die Strecke ab Voltmers Hof „rechts herum“ geritten wird. Zu Ehren der Jahdherrin Ursel Bülthuis ist die Jagd schon lange als „Ursulum“ bekannt.

Camill von Dungern, Senior-Master der Niedersachsenmeute schildert den Tag:
 „18. August 2021, mittags:  Regen und Sturm wechseln sich ab, es ist ungemütlich draußen. Aber an diesem Tag ist der Termin für die Eröffnung der Herbstsaison der Niedersachsen Meute. Stelldichein soll gegen 18:00 Uhr sein. Es braucht schon etwas Überwindung bei diesem Wetter um sich auf diesen Termin einzulassen. Doch da hilft die Routine und alle Vorbereitungen laufen an. Auf einmal öffnet sich die Wolkendecke und die Sonne strahlt auf die anreisenden Teilnehmer. Jagdherrin Ursel Bülthuis und der Reit-und Fahrverein Isernhagen haben eingeladen. Und die Menschen kommen in Scharen. Wegen Corona gibt es keine Zuschauerführung, keine Information ging nach draußen in die Öffentlichkeit und doch kommen 74 Reiter aus allen Gegenden Deutschlands zu dieser Jagd, die inzwischen „Ursulum“ genannt wird.


18:00 Uhr Stelldichein, 18:30 Uhr Abritt, etwa 10 km Strecke, 20:00 Uhr Halali, 5 Schleppen, 4 Felder, Bläser der Rallye Trompes de la Bruyère und die Hunde der Niedersachsen-Meute.
Das Pferd der Jagdherrin ist plötzlich ausgefallen und so begleitet sie die Jagd zu Fuß,  traurig aber sie trägt das mit Fassung  und verbreitet gute Stimmung. So kennen wir sie. Und sie hat für jugendlichen Nachwuchs gesorgt. Die stellvertretende Jagdherrin Juliane von Behr ist 21, und führt das springende Feld, Max Scharf, 25, führt die Nichtspringer. Und in den Feldern Reiter aus allen Generationen von 10 bis 82 Jahren. Die Streckenführung ist abwechslungsreich, teilweise herausfordernd für die Hunde. Diese zeigen aber, was sie können Diesmal sind einige Junghunde mit dabei, die  ihren ersten Einsatz außerhalb des Dorfmarker Geländes absolvieren. Celestina Löbbecke, Enkeltochter der Meutegründer, führt die Meute mit einer jugendlichen Equipage, die auch zum Teil erstmals offiziell als Pikör eingesetzt sind.

Die rund 20 Hindernisse sind jeweils sehr liebevoll und kreativ gebaut, renoviert und die gewaltigen Hecken auf einen Meter Höhe gekürzt. Die Wietze, die auf einer Schleppe in vollem Tempo passiert wird, hat reichlich Wasser- aber kein Sturz!! Arzt und Tierarzt fahren ohne Beschäftigung wieder nach Hause.


Eine Teilnehmerin aus Hessen fasst alles wie folgt zusammen: „Der Ruf von Isernhagen ist so, daß diese Jagd zu schwer ist. Aber die Wirklichkeit ist anders - es ist alles für jeden zu springen und eine einzige Freude. Empfehlung: diese Jagd ist ein Muß!!!“
 


Eugen Klein, der zweite Vorsitzende des RV Isernhagen und „Motor“ des Jagdgeschehens im Verein sieht hier einen natürlichen Wandel der Zeiten:  „Nachdem im Jahr vor der Coronapause kaum noch Reiter zu finden waren, die in Isernhagen im ersten springenden Feld ritten, waren sich die Veranstalter darüber einig, das Konzept der ultimativen sportlichen Jagend zu überdenken. So folgten wir bereitwillig der Anregung der jungen Jagdherrin Julia von Behr, stutzten die Hecken gewaltig und ließ einige witterungsbedingt mit Wasser gefüllte Gräben beim Ritt aus. Tatsächlich nahmen sodann fast ein Drittel der 74 Reiterinnen und Reiter ihre Plätze im springenden Jagdherrnfeld ein. Dem Spaß hat diese Maßnahme nicht geschadet, denn nach der Jagd verließen erst spät in der Nacht die letzten Reiterinnen den liebevoll geschmückten Garten von Adolf Weitz."

Alle Bilder: Sabine Schafft – mehr von ihr unter www.foto-schafft.de – und Kerstin Scharf, siehe www.facebook.com