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Warendorfer Meute ohne Hunde

Der Schleppjagdverein Warendorfer Meute wird zum Jahresende ohne Hunde sein. Der Pachtvertrag über ein Pack der Cappenberger Meute ist nicht verlängert worden. Beate Rehr hat seit 2014 die Hündinnen trainiert und geführt. Eine Mitgliederversammlung wird demnächst entscheiden ob der Verein in Zukunft seine Veranstaltungen mit andere Meuten durchführt oder sich gar auflösen wird. Differenzen in der Equipage mit Rehr als Huntslady haben zu dieser Entwicklung geführt.  

Damit bröckelt ein Urgestein in der Deutschen Schleppjagdvereinigung. Die Warendorfer Meute wurde gegründet von Willy Rehr in Telgte, der dazu gehörige Schleppjagdverein besteht seit mehr als 40 Jahren. Rehr senior hat sich seinen Platz in der Geschichte der DSJV spätestens gesichert mit einem Schau-Auftritt der besonderen Art. Auf seine Initiative hin wurden 412 Hunde aus zehn deutschen Meuten in Telgte auf der Schleppe geführt. Damit hat der Warendorfer Schleppjagdverein einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde erreicht. Das Medien-Echo war beträchtlich, auch und gerade in Fachkreisen der „grünen“ Jäger.
Eine heftige Krise in 2013/14 hat den Verein schon einmal fast an den Rand der Auflösung gebracht. Damals hatte sich der Meutegründer zurückgezogen und seinen beiden Töchter, Elke und Beate, das Feld überlassen. Elke führte in einem kurzen Zwischenspiel die Warendorfer Hunde weiter unter dem Etikett eines neu gegründeten  und inzwischen wieder aufgelösten „Jagdclub Warendorfer Foxhounds“. Beate übernahm für den „Schleppjagdverein Warendorfer Meute“ das Pacht-Pack aus Cappenberg, das sie auch weiter ausbildete und sehr eindrucksvoll bei den Sicherheitsüberprüfungen der DSJV präsentierte. „Die Hundearbeit – das ist einfach meins“, bekannte sie, die mit Meutehunden und Vereinsleben seit ihrer Kindheit vertraut ist.   Bis zum Jahresende führt sie das Training der Hündinnen am CM-Kennel in Selm weiter: 60 Kilometer Anfahrt ein Weg und dort dann Fahrrad fahren. „So richtig old school“, sagt sie.
„Der Verein zerlegt sich gerade mal wieder selbst“, bedauert die 50jährige. Sie will ihre Energie jetzt vermehrt  in den Betrieb des väterlichen Unternehmens stecken, das sie seit einiger Zeit gepachtet hat und in Eigenregie führt. „Da gibt es reichlich zu tun, und das ist jetzt erst einmal das Wichtigste für mich.“  
Text und Foto: Petra Schlemm