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Wolfsmanagement: Kein Geld für Pferdehalter

Düstere Zeiten für Pferdehalter angesichts der stark wachsenden Wolfspopulation in Deutschland. In Niedersachsen sind die ersten Risse von Pferden bereits nachgewiesen. Die Pferdeland Niedersachsen GmbH befasst sich intensiv mit den Problemen, die sich durch die Wiederansiedlung des Wolfes für Weidetierhalter ergeben. In Hessen hat der DSJV-Referent für Hunting, Dr. Michael Weiler, im Auftrag des Pferdesportverbandes Hessen an einer Sitzung im Umweltministerium zum Wolfsmanagement teilgenommen. Er ist enttäuscht von dem Gehörten.

„Umweltministerin Priska Hinz und Umwelt-Staatssekretär Oliver Conz stellten am 21. August in Wetzlar die geplante Überarbeitung des hessischen Wolfsmanagements vor. Hierzu wurden neben Vertretern der Landwirtschaft, Weidetierhalter, Schäfer und Naturschutzorganisationen auch der Pferdesportverband (PSVH) eingeladen. Obwohl man erwartet hatte, dass über mögliche Lösungsvorschläge mit den Betroffenen diskutiert werden sollte, wurde bereits ein nahezu fertiges Konzept präsentiert.

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) wird bei sich ein Wolfszentrum einrichten. Es soll ein landesweites Netz an hauptamtlichen Wolfsberatern aufgebaut werden, das auf die 41 hessischen Forstämter verteilt wird. Die Rissaufnahmen und Wolfsverdachtsfälle obliegen dann in Zukunft hauptsächlich allein dem staatlichen Wolfsmonitoring. Inwieweit die bisherigen ehrenamtlichen Wolfsberater noch Einsatz finden, wurde nicht erläutert.

Da auch in Zukunft nur Schafhalter mit Beständen über 30 Schafen Zuwendungen zum Herdenschutz und Rissen erhalten, gehen kleine Schäfereien, Rinder- und Pferdehalter leer aus. Die Ministerin erklärte auf Anfrage, dass Rinder- und Pferdebesitzer eher selten zu den Wolfsopfern gehörten und öffentliche Mittel dafür nicht zur Verfügung stehen. In Anbetracht der enormen finanziellen Belastung der wolfsabweisenden Zäunung und deren Unterhaltung, ist das ein enttäuschendes Statement. Im Gegensatz zu Niedersachsen ist Hessen bezüglich der Risse von Pferden bisher nicht betroffen, aber bei einer jährlichen Vergrößerung der Wolfspopulation um 30 % ist damit auch in unserem Land zu rechnen.
Offiziell sind bisher zwei sesshafte Wölfinnen in Hessen (Vogelsberg und Werra-Meissner-Kreis) durch das HLNUG bestätigt. Dies wird sich bei den zu erwartenden bzw. vorhandenen Rudelbildungen vermutlich zeitnah ändern.

Bezüglich eventueller Entnahmen von Wölfen bei vermehrten Angriffen unter Überwindung aller Herdenschutzmaßnahmen, berief sich die Ministerin auf den hohen Schutzstatus durch die FFH-Richtlinien der EU. Auf die Frage, warum das in anderen Ländern der EU wie Frankreich und Estland möglich sei, erfolgte keine Erklärung. Vor einer Entnahme müssten erst zusätzliche Herdenschutzmaßnahmen wie Zaunerhöhungen vorgenommen werden.

Für die hessischen Pferdehalter in Weidehaltung bleibt somit nur Eigeninitiative im Zaunbau und gegebenenfalls die nächtliche Aufstallung der Pferde um das Riss-Risiko in Wolfsgebieten einzuschränken. Fasst man alle Statements des HLNUG am Freitag zusammen, sehen auch in Hessen die Pferdhalter mit Weidehaltung schwierigen Zeiten entgegen."