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Schlössertour mit Hunden

Schlösser beleben – Geschichte erleben! Vor nunmehr 37 Jahren, im Jahr 1983 übernahm Toni Wiedemann - „damals als großer Idealist“ -  das damalige Bayernpack um als bayerischer u. süddeutscher Huntsman den Jagdbetrieb der Cappenberger Meute in Bayern aufrecht zu erhalten. Die Schleppjagden damals wurden fast ausschließlich durch Reitvereine organisiert und durchgeführt. Die Jagdfelder waren fast ausschließlich männlich besetzt, Jagdreiterinnen eher selten. Aber das war schon da: „Da mich die Geschichte unseres Sports von der ehemals kurfürstlichen Parforcejagd bis hin zur Entstehung und Verbreitung der Schleppjagd brennend interessierte, waren Bücher und Berichte und Erzählungen ausschlaggebend für meine Begeisterung und Philosophie, den Sport des Jagdreitens dahin zurückzubringen wo er entstanden ist.“ Schlösser beleben – Geschichte erleben hieß von da an die Devise, die bis heute noch im Mittelpunkt der Terminplanungen des Schleppjagdvereins von Bayern steht. Schon in den Anfängen des Cappenberger Bayern-Pack gab es einige Schleppjagden, die im Dunstkreis von Schlössern stattfanden. Aber hauptsächlich wurde in Nähe der Reitanlagen der Vereine geritten. Allmählich wurden die Vereinsjagden ersetzt durch  Privatjagen, die in Partnerschaft mit dem SvB durchgeführt wurden. Im Laufe der Zeit ist daraus ein ansehnliches Kompendium durch die regionale und überregionale Geschichte geworden.
Toni Wiedemann hat mit den Hunden einen ansehnlichen Streifzug durch Schlösser und Burgen unternommen und hier, alphabetisch geordnet,  zusammengestellt. An mehr als 50 Stationen hat die Meute beigetragen zur Erinnerung und Weiterentwicklung von der Parforcejagd zur heutigen Schleppjagd.

Gehen Sie mit auf den ersten Teil der Reise:

Aichach – OT Unterwittelsbach, das SISI Schloss. Wie der Ort schon verrät, besteht eine enge Verbindung zum ehemals Bayerischen Herrscherhaus der Wittelsbacher. 1115 erbauten die Grafen von Scheyern die Burg und nannten sich von da an die „ Wittelsbacher“. Das Sisi-Schloss wurde als Jagdschloss von Herzog Max in Bayern erbaut. Seine Tochter Elisabeth, die spätere Kaiserin von Österreich verbrachte viele Tage ihrer Kindheit mit ihrem Vater dort. Als vor über 20 Jahren das Wasserschloss renovierungsbedürftig zum Verkauf stand, erwarb es die Stadt Aichach und gab ihm den Namen – übrigens anders als der bekannte TV-Mehrteiler tatsächlich nur mit einem „S“. Im Jahr 2000 wurde es feierlich eingeweiht, eine alljährlich wechselnde Sisi Ausstellung erfolgte bis heut. Was natürlich nicht fehlen durfte war die Erinnerung an die berühmte und mutige Jagdreiterin Kaiserin Elisabeth – Sisi genannt.
Ihr zu Ehren und zur Erinnerung veranstaltet die Stadt Aichach, zusammen mit dem SvB alljährlich einen Jagdtag am Schloss.
Schloss Amerang im Chiemgau, ist ein herrlich gepflegtes Schloss und Gutsanwesen der Familie von Crailsheim. Der SvB hat dort 2005 bis 2007 auf Einladung der Besitzer Giulia u. Ortholf von Crailsheim Jagden geritten.   
Burg Arnsberg im Altmühltal bei Kipfenberg. Hier eröffnete 1987 der SvB seine Frühjahrssaison. Die strengen Naturschutz-Richtlinien verhinderten eine Weiterführung.
Schloss und Burg Amberg. Hier residierte um 1500 Friedrich V., der als Winterkönig in die Geschichte einging. In Erinnerung an seine kurze Zeit als König wurde Amberg für die Bayerische Landesausstellung gewählt. In deren Rahmen wurde als letzte Großveranstaltung zur Jagd des Winterkönigs geladen. Claus Herrmann und Familie haben diese Jagd bis zuletzt mit verschiedenen Meuten weitergeführt.
Schloss Baldern bei Bopfingen. Das herrliche und gut gepflegte Schloss Baldern gehört zum Fürstenhaus Oettingen-Wallerstein. Die SvB-Meute mit Equipage hat in Baldern Filmaufnahmen gemacht.
Schloss Balve im Besitz der Familie von Landsberg – Velen war der Stammsitz des früheren Präsidenten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, Graf Landsberg-Velen. Seit vielen Jahren finden dort die Deutschen Meisterschaften in Dressur und im Springreiten statt. Auf Einladung der charmanten Hausherrin Gräfin Rosalie von Landsberg - Velen durfte der SvB 2014 und 2015 seine Meute im Schlosspark und auf dem Turnierplatz präsentieren und für die Schleppjagd werben.
Burg Colmberg im Landkreis Ansbach. Hier lud SvB-Mitglied Gerhard Crones-Richter aus Ansbach mit dem RV Alte Ulanen 1996 zu einer wunderbaren Jagd mit festlichem Ausklang im Schlosshotel.
Coburg die Schlossresidenz in der Stadt. Hier wurde der SvB zur Eröffnung der Landesausstellung 1997 Ein Herzogtum und viele Kronen zum Schauprogramm geladen. Während der Festansprachen nutzten wir die Gelegenheit und ritten durch den Schlosspark bis an den Fuß der Feste Coburg, welche weit sichtbar ist und als Wahrzeichen der Stadt gilt. Dann gab es die Schauschleppe auf dem Schlossplatz, vorbei an Politikern, Ehrengästen und gekrönten Häuptern. Beim anschließenden Buffet hatten wir Gelegenheit mit Ministerpräsident Edmund Stoiber und weitern Promis zu sprechen. In Erinnerung blieb mir eine sehr nette Unterhaltung mit Prinz Philippe von Belgien, dem jetzigen König.
Chlumec – Gestüt Kinsky Schloss Karlova Karuna ( Karkskrone) Tschechien.
Nach persönlichen Kontakten mit Dr. Norbert Zalis, dem damaligen Gestütsdirektor des Nationalgestüts Kladruby seit 1990, wurde zwischenzeitlich die Tschechische Parforcejagd Gesellschaft gegründet. 1997 war es endlich soweit und der SvB bereit die mühevolle Reise nach Tschechien anzutreten. Das schlimmste war die Beschaffung der Im- u. Exportpapiere von Zoll und Amtstierarzt, weil Tschechien 1997 noch nicht in der EU war. Aber die Gastfreundschaft, das Jagdgelände und die Feier am Vorabend der Jagd im Schloss, wie auch der Jagdausklang bleiben unvergesslich. Die Jagd wurde im Gestütshof gestartet. Vorher gab es eine Vorstellung der edlen Kinsky Pferde, der Jagdgäste und der Meute. Als Jagdreiter ritt auch der damalige Finanzminister aus Tschechien mit und machte eine gute Figur. Auch Graf Kinsky gab uns die Ehre. Die Jagdleitung hatte Peter Pulpan, der das Gestüt führte. Die Jagd war ein großes Erlebnis: für unsere Gastgeben mit einem Pack von 40 Hunden zu reiten, für uns Gäste aus Deutschland in dieser schier grenzenlos erscheinenden Landschaft auf historischem Geläuf hinter der Meute zu galoppieren.  Da 1998 die Tschechische Republik zur EU kam, nahmen wir die Einladung zu weiteren Jagden in den Folgejahren gerne an.

Dinkelsbühl, die ehemals Freie Reichsstadt wird heute als die am besten erhaltene mittelalterliche Stadt in Deutschland geführt. Die Schleppjagd wurde bereits Mitte der 70iger Jahre durch die Cappenberger Meute dort eingeführt. Zwei ehemalige Piköre von Master Franz Jandrey waren in Dinkelsbühl zu Hause und sorgten für die Weiterführung. Ab 83 kam das Bayern Pack, welches später in den SvB überging. Dann gab es eine mehrjährige Auszeit. Jagdreiten in Dinkelsbühl wurde erst Ende der 90iger Jahre durch die nächste Jagdreitergeneration wiederbelebt. Helmut Lang und seine Freunde Erich Winter und Robert Kraus haben mit Unterstützung von OB Dr. Hammer die Schleppjagd mit der SvB Meute wieder aufleben lassen und bisher viele schöne und sportliche Jagen durchgeführt. Beim Ritt durch die Altstadt spürt man den Hauch der Geschichte.
Schloss und Stadt Donaueschingen. Das Fürstenhaus von und zu Fürstenberg prägt mit großzügigen Anlagen, Gebäuden und dem Stammschloss das Gesicht der Stadt. Alljährlich seit 2010 wird unsere Meute zur Eröffnungsveranstaltung des CHI geladen um für Sport, Geschichte und Kultur zu werben.
Schloss Dachau gehört zu den Jagdschlössern im Außenbereich von Schloss Schleißheim und wurde von Kurfürst Max Emanuel als Jagdschloss errichtet. Unser Verein nutzte es zu einer Vereinsfeier mit Hundetaufe.  
Schloss Dennenlohe in Mittelfranken hat eine bewegte Geschichte. Der SvB kam schon Ende der 80iger Jahre und dann mehrmals zu Film und Werbeaufnahmen nach Dennenlohe. Unser letzter Auftritt war vor etwa 10 Jahren bei einem Konzert der Jagdhornbläser Rally Trompes de Baviere. Der Besitzer, Baron von Süsskind, hat das Schloss sehr schön renoviert, nutzt es für Konzerte und diverse Filmproduktionen. Auch ein einmalig schöner Landschaftspark lockt viele Besucher an.
Schloss Edelstetten ist im Besitz des Fürsten Esterhazy. In Schwaben, zwischen Burgau und Günzburg konnte der SvB über etliche Jahre viele schöne Jagden reiten und im Schloss feiern. Wäre der Fürst besser beritten gewesen, hätte sich die Jagd etabliert. Leider.
Ellwangen Schloss, hier ritt der SvB von 1983 bis ‘89 alljährlich auf Einladung des Reitvereins und der Ellwanger Bläser die Herbstjagd. Aufgrund von Terminproblemen kamen dann andere Meuten zum Einsatz, zuerst der SHC, dann wieder einmal der SvB und nun beständig die Hard Meute. Wichtig ist: Die Jagd lebt weiter!

Schloss Ellingen, das fürstliche Residenzschloss zwischen Weißenburg und Nürnberg gelegen, ist das Stammhaus des Fürsten von Wrede. Die Vorfahren standen einst im Dienste der Bayerischen Könige. 2008 veranstaltete der Trakehner Verband Bayern das Wochenende  „Trakehner Pferde in Bayern". Dazu wurde der SvB mit Meute eingeladen um mit einigen Schleppen um das Schloss Areal auf die besondere Geschichte und Eignung des Trakehner Pferdes als Jagd und Vielseitigkeitspferd hinzuweisen.  Im Anschluss empfing uns ID Fürst u. Fürstin von Wrede.  


Fuggerschloss Kirchheim in Schwaben. Hierzu besteht seit über 30 Jahren eine freundschaftliche Verbindung zu ID Fürstin Angela Fugger–Glött. Der SvB feierte dort Sommerfeste und Hundetaufen. Die Fürstin ist mehrfache Patin.
Schloss Fürstenried bei München. Dieses Jagdschloss wurde von Kurfürst Carl Albrecht erbaut. Der anschließende Fürstenrieder Park und Forstenrieder Wald wurde nach französischem Vorbild für die Parforcejagden angelegt. Unser Schleppjagdverein konnte die festlichen Räume und den Park zum 20. und 25. Gründungsfest nutzen und jeweils die aktuellen Hundetaufen dort durchführen. Nach Ende der Monarchie 1918 ging Schloss Fürstenried an das Erzbistum München und Freising über. Es wird für Seminarzwecke und Schulungen bis heute genutzt.               
Schloss Feilitsch bei Hof. Dies ist der Stammsitz des Grafen Feilitsch, der bei König Ludwig I. Minister war. In München-Schwabing erinnert die Feilitschstraße an den Herrn. Das Schloss und das angrenzende Gelände des Gutshofes gehen bis zum Todesstreifen der damaligen Grenze. Wir ritten im Juni 89 dort, es war Totenstille und ein sehr mulmiges Gefühl lag im Magen. Die Nachbardörfer München – und Mödlareuth wurden durch den Grenzzaun getrennt. Sie gingen in die Geschichte ein. Ein Schild wies in beide Richtungen 300 Km nach München – 300 Km nach Berlin.
Schloss Fahrenbühl bei Hof. Hier ritten wir zwei Tage später die zweite Jagd am Samstag nach Fronleichnam. Das ehemalige Jagdschloss des Grafen Schönburg – Waldenburg wurde zum Schlosshotel umgebaut und die Besitzerfamilie Raithel hatte dazu noch einen Reit und Fahrstall aufgebaut. Es waren gute Voraussetzungen für die erste Schleppjagd, die hier stattfand. Ein ordentliches Jagdfeld kam zusammen, mit dem wir schöne Schleppen ritten. Wir hatten angenehme Gastgeber und nette Reiterkameraden kennen gelernt, sodass wir auch die nächsten Jahre zu Frühjahrsjagden nach Fahrenbühl reisten.

Schloss Grünau bei Neuburg. Das ehemalige Jagdschloss von Kurfürst Ottheinrich, im Besitz des Hauses Wittelsbach, ist seit 1987 Veranstaltungsort der SvB-Hubertusjagd, immer am 3. November. Die angrenzenden Felder und Wälder darf der Verein zu Trainingszwecken im Frühjahr nutzen. Darüber sind wir sehr dankbar.
Schloss Grafenegg bei Krems in Niederösterreich. Dieses Schloss, von Fürst Metternich errichtet, dient heute hauptsächlich als Filmkulisse. Die SvB – Meute wurde hier 2006 zu Filmaufnahmen für Die Weihnachtshunde verpflichtet. Der Park wird für Konzerte und Open Air Veranstaltungen genutzt.
Soweit Teil 1
Zwei weitere folgen in Kürze. 

Bilder: Archiv SvB