Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und dabei das Nutzererlebnis zu verbessern. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Mehr Informationen

Hinter den Hunden das Land erkunden

Reiten entlang der Donau, von der Quelle bis nach Wien. Reisen bildet – und reitend erst recht. Über Jahrzehnte galoppierend hinter den Hunden hat Toni Wiedemann, Master des Schleppjagdvereins von Bayern, den Lauf der Donau verfolgt, von der Quelle bis nach Wien. „Schon vor Jahren, als ich selbst noch am Steuer unseres Hunde-LKW saß und die weiten Anreisen zwischen Donaueschingen und Wien gefahren bin, wollte ich zusammenstellen an welchen Orten entlang der Donau wir hinter unserer Meute geritten sind,“ erinnert er sich. In der vom Corona-Virus erzwungenen Pause hat er die Idee umgesetzt.

Wer die Ritte verfolgen will, dem sei eine Straßenkarte empfohlen – sofern noch im Haushalt vorhanden: Heimatkunde lebendig gemacht. Das ist der Bericht:
„Von jeher haben sich entlang der großen Flüsse Menschen angesiedelt, Burgen, Schlösser und Klöster gebaut, um hier zu leben, arbeiten und zu residieren. Nachdem imposante Schlossanlagen in früherer Zeit oft Ausgangspunkt für große Feste und Jagdgesellschaften waren, wählen auch wir heute diese Orte um mit unserem Sport zu erinnern, wo dieser vor Jahrhunderten entstanden ist und sich in Deutschland zur heutigen Schleppjagd weiterentwickelt hat.  
Beginnen wir mit diesem Jagd- und Reisebericht in Donaueschingen, dort wo die Quellen Brigach und Breg die Donau zu Weg bringen, wie das Sprichwort sagt. Hier um die Donauquelle hat sich das Fürstenhaus zu Fürstenberg niedergelassen. Die ganze Stadt ist durch viele Gebäude als „Fürstliche Stadt“ zu erkennen. Vor über 60 Jahren wurde durch den Fürsten das Internationale Reit- u. Fahrturnier ins Leben gerufen. Zum 50 jährigen Jubiläum und seither alljährlich ist unser SvB dort mit seiner Meute vertreten und wirbt für unseren Sport.
In Sigmaringen hoch über der Donau thront die Burg der Hohenzollern. An deren Fuß und in den Donauwiesen konnte die SvB Meute 2015 u. 16 auf Einladung des Deutschen Kavallerieverbandes zwei sehr schöne Schleppjagden reiten.
Bei Riedlingen, am Schloss Wilflingen,  beim Grafen Stauffenberg jagte früher die Cappenberger Meute, dann der Süddeutsche Hunting Club SHC.
In Ehingen war der Meute Standort des SHC. Sicher wurde auch hier hinter der Meute geritten.
Die Donau verlässt nun bald Baden – Württemberg. In Bayern angekommen, fließt sie über Dillingen nach Höchstädt. Vom Schloss Höchstädt aus haben Evi und Marian Springer zehn Jahre lang Schleppjagden mit unserem SvB  veranstaltet. Der Auwald, die Donauauen und der ehemalige Truppenübungsplatz boten ein interessantes Jagdgelände.
Weiter fließt die Donau an Tapfheim vorbei. Dort wohnt Heidi Altstetter, und dort hat sie seit 30 Jahren immer wieder mal zur Jagd geladen.  
Nach 15 km ostwärts hat der Fluß Donauwörth verlassen und fließt an Schäfstall und Schloss Leitheim vorbei. An beiden Orten konnte der SvB in den letzten 35 Jahren viele schöne Jagden entlang der Donau oder oberhalb auf den Höhen reiten.
Ein kurzes Stück weiter findet sich der Ort Marxheim. Der Auwald und die Donauauen boten auch hier über viele Jahre ein interessantes Gelände.
Nicht direkt an, aber auf den Hügeln über der Donau liegt Rennertshofen. Dort hatte Helmut Schreiber, Ehrenpikör des Schleppjagdvereins von Bayer, schon 1972 zur ersten Schleppjagd mit der Cappenberger Meute geladen. Im Verlauf von fast 50 Jahren wurden zahlreiche Jagden mit der SvB Meute geritten.  
Nun fließt die Donau auf die ehemals kurfürstliche Residenzstadt Neuburg zu. Im Westen von Neuburg hatten wir den Truppenübungsplatz der Graf Tilly Kaserne genutzt, im Osten das Gelände um Joshofen, ein Ortsteil von Neuburg. Hier konnten wir das Gelände beidseitig der Donau bereiten.
Gleich im Anschluss beginnt das große Gutsgelände von Schloss Grünau und Gut Rohrenfeld. Hier reitet der SvB unter der Schirmherrschaft des Hauses  „Wittelsbach“ am 3. November alljährlich seine Hubertusjagd.  
Auch in der Stadt Neuburg präsentiert sich der SvB, zum  Beispiel beim historischen Schlossfest. Zwischen Neuburg und Ingolstadt haben wir in den Jahren 1980 bis ‘86 mit der Cappenberger Meute geritten.
Rund 30 Km donauabwärts liegt die Herzogstadt Vohburg. Hier wird im Abstand von einigen Jahren auf einer großen Freilichtbühne die Geschichte der tragischen Schönen Agnes Bernauer nachgespielt. 2013 stellte der SvB dazu die Herzogliche Jagdgesellschaft mit Meute.
Nun fließt die Donau weiter Richtung Regensburg. Etwa 20 Km vor Regensburg liegt die Gemeinde Duggendorf mit ihren Ortsteilen Schwarzhöfe und Burg Wolfsegg. In dieser Gegend sind wir vor 15 Jahren auf Einladung von Dr. Ralph Kuhlmann und Dr. Annette Wyrwoll vom Reitstall Schwarzhöfe der Familie Max Uhl aus eine sehr interessante Jagd geritten. Das war unvergesslich: An unserem Rastplatz floss mit starker Strömung die Donau vorbei. Auf der gegenüberliegenden Seite erhob sich die mächtige Burg Wolfsegg hoch auf dem Felsen.  
Wohl 15 km unterhalb von Regensburg führt die Straße nach Gut Höhenberg welches zum Fürstenhaus Thurn & Taxis gehört. Hier lud Ihre Durchlaucht  Fürstin Gloria von 1992 bis 1995 zur Jugend-Schleppjagd der Bayerischen Adelsfamilien mit  der SvB-Meute.
Weiter donauabwärts befindet sich die Ortschaft Kirchroth a. d. Donau. Hier an der Donau und auf den Hügeln der Anhöhen konnten wir von ‘92 bis ‘95 schöne Jagden reiten.
Nächste Station: Straubing. Einmal direkt in den Donauauen und mehrmals im Hinterland ritt der SvB seit Mitte der 90iger Jahre auf Einladung von Hans Stiersdorfer seine Schleppjagden.   
Wieder ein Stück Donauabwärts kommen wir nach Deggendorf. Hier wurden bereits Mitte der 70iger Jahre die ersten Jagden mit der Cappenberger Meute geritten. Schon ab 1983 wurde der Jagdbetrieb durch unser Bayern-Pack der CM weitergeführt, bis dann der SvB diese Jagden bis etwa 2010 weitergeführt hat. Organisiert wurden diese Veranstaltungen durch die Familie Norbert und Oliver Weiss, die beide bis heute dem SvB verbunden sind.  
Nun geht es auf Passau zu. Unmittelbar hinter der Stadt führt der Weg der Donau nach Österreich. Auch von diesen Jagden entlang der Donau – bis nach Wien gibt es interessantes zu berichten.
Wohl 50 Km hinter der Landesgrenze bei Feldkirchen in Oberösterreich befindet sich Schloss Mühldorf in unmittelbarer Nähe zur Donau. Hier haben die österreichischen Jagdreiter einige Jahre zur Herbstjagd geladen.  Schloss Mühldorf bot im ORF-Film „Die Hengstparade“ eine schöne Kulisse.  
Ein gutes Stück donauabwärts liegt Schloss Wallsee. Hier war schon in den 70iger Jahren Franz Jandrey mit seiner Cappenberger Meute unterwegs.  
Die Donau fließt nun durch die wunderschöne Wachau. Das weltbekannte Kloster Melk wird sichtbar. Etwa 10 Km donauabwärts befindet sich Schloss  Grafenegg. Dieses Schloss hat Fürst Metternich erbauen lassen. Neben einem großen Park gehört auch ein großer Gutsbetrieb dazu. Die SvB-Meute hat das Schloss 2006 bei Eis und Schnee erkundet, anlässlich von Filmaufnahmen von ZDF und ORF  für den Weihnachtsfilm „Die Weihnachtshunde“ in Schloss Grafenegg.
Die Donau fließt weiter Richtung Wien. Bei Gföhl befindet sich eine große Klosteranlage. Auch diese bildete schon die Kulisse für einen großen Jagdtag. Wir ritten auf den Höhenzügen oberhalb der Donau.
Schon fast an der westlichen Stadtgrenze von Wien liegen Tulln, Stockerau und Hollabrunn. Hier ritt der SvB über viele Jahre im Frühjahr.
Zum Ende unserer Jagdreise entlang der Donau sind wir in Wien angekommen. Hier ritten wir von 2005 bis 2008 im Frühjahr und Herbst auf der ehemals kaiserlichen Rennbahn „Freudenau“ anspruchsvolle Schleppen.
In Vorbereitung war noch eine Jagd bei Schloss Hof, einem Prachtbau von Kaiserin Maria Theresia. Vom Schloss aus konnte man sehen, wie die Donau Österreich verlässt und in die slowakische Hauptstadt Bratislava einfließt. Leider kam diese Jagd nicht mehr zustande.
Mit der Aufzählung dieser vielen Veranstaltungsorte will ich den Bezug der Schleppjagd zu den historischen Orten verdeutlichen. Ich will Bewusstsein schaffen, dass unser Sport nicht nur reiten mit Hunden zur Freizeitgestaltung ist, sondern die Bewahrung von Kultur, jagdlichem Brauchtum und gelebter Tradition bedeutet. Die geschichtsträchtigen Burgen und Schlossanlagen stellen die beste Verbindung zu unserer heutigen Schleppjagd dar. Der Schleppjagdverein von Bayern e. V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen traditionsreichen Sport so lange wie möglich am Leben zu erhalten. Dazu brauchen wir begeisterte Reiter und engagierte Jagdherren.“