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"Läuft" in den Meller Bergen

„Wie Phönix aus der Asche“ hatte der Berichterstatter nach seinem Ritt bei der Saisoneröffnung der Ostwestfalenmeute in Wünnenberg getextet. „Die neu aufgestellte, mit Verstand und Augenmaß zusammengestellte und mit Junghunden aufgestockte Meute begeisterte ihn vom Fleck weg,“ hieß es auf S24. Sechs Wochen später präsentierte sich die Ostwestfalenmeute zum zweiten Mal in dieser Saison, jetzt in Melle-Oberholsten.

Dort hat zum neunten Mal mittlerweile die Jagdherrin Patricia Aufdemkampe mit ihrem Mann Volker eine Schleppjagd ausgerichtet und die Ostwestfalenmeute mit Master Friedel Sielemann und Ehefrau Heike eingeladen. Über 15 Kilometer und auf neun herrlichen Waldschleppen liefen die 9 ½ Koppeln Foxhounds von der ersten bis zur letzten Schleppe Spur treu und in bestem Appell. Das galt auch für die sechs Junghunde, die an diesem Tag erst ihre zweite Jagd bestritten.


Es war – bei herrlichstem Jagdwetter - eine wunderbare Strecke, hervorragend von Ehemann Volker präpariert: gemulcht, und Spitzkehren waren mit Antirutsch-Hackschnitzeln versehen. Insgesamt gab es zehn jagdgerechte Sprünge, die sich wunderbar in die Landschaft einfügten und die alle umritten werden konnten.
Gut 35 Reiterinnen und Reiter hatten sich zum Stelldichein auf dem Hof Dettmer in Oberholsten eingefunden, mehr als zwei Stunden Fahrzeit hatten einige auf sich genommen, um dabei zu sein. Aber das hat sich gelohnt für diese Jagdstrecken in den Ausläufern des Teutoburger Waldes.


Traditionell wurde die Ostwestfalenmeute musikalisch von gleich zwei Bläsergruppen begleitet. Die Bläser "Hinter der Meute Westfalen" und "Gute Jagd Bielefeld" begleiteten die ganze Jagd mit jagdlichen Stücken. Damit war die Jagd mit ihren wunderschönen Schleppen und den phantastisch laufenden Hunden nicht nur ein Augen- sondern auch ein Ohrenschmaus.
Corona bedingt gab es nur ein sehr kurzes Zwischenhalali, das auf dem Pferd genossen wurde: ein kleiner Snack und ein Erfrischungsgetränk auf die Faust, und schon ging es weiter. Für das abschließende gemütliche Zusammensein war ebenfalls bestens und Corona angepasst  gesorgt: es gab reichlich zu Essen und Getränke – die Vorgaben der Coronaregeln, waren durch vorgegebene korrekte Sitzabstände eingehalten, so dass dieser Jagdtag einen für Alle zufriedenen Ausklang fand.


Neun Jagden mit der Ostwestfalenmeute in Melle-Oberholsten, neunmal war ich als Schleppenlegerin dabei und habe Höhen und Tiefen der Meute mit verfolgt: Aber aus Fehlern wurde gelernt, an ihren Fehlern reifte die Ostwestfalenmeute und zeigte, was intensives Training bewirken kann, wenn man will:  Es sind nicht zuletzt die Leidenschaft und das Herzblut für diesen wunderbaren Sport, die den Master und seine Equipage dazu veranlasst haben, weiter zu machen, noch besser zusammenzuwachsen, sich und ihre Meute neu aufzustellen und nicht aufzugeben. Dafür verdienen sie meine Hochachtung, und ich wünsche ihnen von Herzen ab jetzt eine stabile „Hochphase“.


Jagdreiten funktioniert nicht ohne das Wohlwollen der Landeigentümer, denen allen stellvertretend an dieser Stelle einmal gedankt werden soll! Es bleibt zu wünschen, dass im Meller Raum die zahlreichen Landeigner, und das gilt insbesondere für Christian Freiherr v. Vincke, Graf v. Perponcher, der in den vergangenen Jahren immer wohlwollend und positiv unterstützend seine Wälder, „dieses wunderschöne Fleckchen Erde“, rund um das Gut Ostenwalde den Schleppjagdreitern zur Verfügung gestellt hat, auch weiterhin der Schleppjagd in den Meller Bergen wohlgesonnen bleiben und auf diese Weise zum Fortbestehen dieser wunderbaren Tradition beitragen.
Text: Monika Fiegert und Bilder: Alena Schlagheck