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Jagdlicher Kurz-Urlaub im Norden

Zur 35. Schleswig-Holstein-Jagd hat der Norddeutsche Jagd- und Rennverein zu Kiel e. V. (NJRV) auf Gut Knoop in Altenholz bei Kiel eingeladen. Zum ersten Mal mit der Cappenberger Meute. Vom Cappenberger Kennel sind das sportliche 411 km, das Ganze mit dem Pferdehänger also ca. 6 Stunden Fahrt. „Das ist für eine Jagd schon verrückt, aber - wenn man einen kleinen Urlaub daraus macht - geht das ganz wunderbar,“ hat Annika Deckena ausprobiert.

Stichwort „kleiner Urlaub“: Also rollen zwei Gespanne bereits am Donnerstag Richtung Hamburg zu einer Freundin, sodass abends im Klövensteener Wald die laue Sommernacht bei einem Ausritt ausgekostet werden kann. Freitags geht es weiter auf den Hof Stave in Schönböken, auf dem der Urlaubstag ganz entspannt genossen wird. Gegen Abend kommt Irmgard Sievers mit den Hunden dazu und eine kleine Gruppe aus Equipage und Reitern des Hof Stave genießt eine abendliche Runde mit den Hunden und Pferden auf den unendlich wirkenden Stoppelfeldern. Nach dem kleinen Ausritt treffen Ina und Bernd Vollmer ein, die uns bei der Jagd unterstützen. Es wird gegrillt, geklönt und bis spät in die Nacht Stiefel geputzt.

Samstagmorgen sind wir sehr früh im Stall, 7 Uhr Frühstück, Pferde satteln, verladen und um 8 Uhr Abfahrt Richtung Gut Knoop. Zum Stelldichein halten sich die Teilnehmer strikt an die Corona-Verhaltensregeln und das Hygienekonzeptes des NJRV und wahren den Abstand. Alles ist sehr gut organisiert. Vor der schönen Kulisse von Gut Knoop begrüßen die Gastgeber, Urte Jessen und Stefan Hirschfeld, sowie die Jagdherrin Silke Ulrichs die Pferde, Reiter und Hunde. Als Ehrengäste begrüßen auch die Ministerin für Inneres, Dr. Sabine Sütterlin-Waack und der Vorsitzende des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein, Dieter Medow, die Reiter und Zuschauer und wünschen eine gute Jagd. Auf geht es zur ersten Schleppe, die von Bernd Vollmer in Begleitung vom NJRV-Vorsitzenden Burkhard Rogge gelegt wird. Die Hunde sind hochmotiviert und jagen über die unendlichen Weiten der schleswig-holsteinischen Felder. Das 1. Feld wird von Steffi Daudert und Jörg Hermann geführt und ein sehr diszipliniertes Jagdfeld folgt den beiden. Die Schleppen lassen keine Wünsche offen… weite Felder, endlose Wiesen und herrliche Waldschleppen wechseln sich mit einladenden und liebevoll ausgestopften Sprüngen ab … was will ein Jagdreiter mehr?!

Nach drei wundervollen Schleppen können sich alle beim Stopp auf Gut Friedrichshof kurz erholen, etwas trinken und verschnaufen. Die Hunde haben sogar die Gelegenheit im Hofteich eine Runde zu baden. Darauf haben die Organisatoren besonderen Wert gelegt: die Hunde hatten nach jeder Schleppe die Gelegenheit sich im kühlen Nass zu erfrischen. „Die drei weiteren Schleppen stehen den vorangegangenen in Nichts nach. Wobei ich behaupten möchte, dass die Waldschleppe eine der schönsten ist, die ich je geritten bin. Zum Abschluss eine kleine Halali Schleppe und wir sind stolz auf unsere Hunde und die geglückte Premiere auf der Landesjagd von Schleswig-Holstein,“ verrät Annika Deckena.

In der großen Reithalle genießen alle Teilnehmer das abschließende Jagdessen corona-konform an weit auseinander gestellten Tischen zu den herrlichen Klängen – wie bereits während der Jagd - des Bläsercorps Rendsburg-Schleswig. Gegen 15 Uhr rollt der Tross aus Pferde- und Hundegespannen wieder Richtung Westfalen und um 23 Uhr sind alle sehr zufrieden, aber auch etwas müde, Zuhause. Noch einmal Annika Deckena privat: „Abschließend kann ich nur sagen: Diese Jagd ist eine Reise wert und am besten macht man einen Kurzurlaub daraus.“
Text: Annika Deckena und Bilder: Marina Hewig (pferdesport-art.de)