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Mustang Mike, der ideale Hunter

Gute Jagdpferde sind selten - aber man kann sie überall finden. Warum nicht auch unter Mustangs? Der Kennelhuntsman der Mission Valley Hunt im US-Bundesstaat Kansas ist mit solch einem ehemaligen Wildpferd unterwegs und er schwärmt in den höchsten Tönen.

Mustangs sind verwilderte Pferde in Nordamerika, oft mit sehr verworrenem Pedigree und vielfach Abkömmlinge von den ersten Pferden, die die Siedler damals mitbrachten oder von entlaufenen Arbeitspferden der Cowboys. Sie leben im Herdenverbund auf staatlichem Land, das als Naturreservat gekennzeichnet ist. Inzwischen werden die zahlreichen Herden vielfach als Landplage gesehen und deshalb werden einzelne Pferde oder auch ganze Herden eingefangen und im Rahmen von Adoptionsprogrammen abgegeben an Reiter oder einfach Pferdeliebhaber, die sie zähmen, ausbilden und meistens als Freizeitpferde nutzen. In Deutschland hat das „Mustang Makeover” in der Aachener Soers beinahe schon Kult-Status. In den Staaten gibt es zahlreiche „Adopt-A-Horse“-Zentren des Bureau of Land Management (BML), wo die Pferde vor einer Adoptionsvermittlung meistens zunächst aufgefüttert werden. Sie sind oft klein, struppig und unterernährt, denn das Leben in der Wildnis ist hart.   
Von den Wäldern in der Nähe von Stilwell bis zum offenen Acker- und Weideland der Flint Hills ist Ryan Beer als Kennelhuntsman der Mission Valley Hunt mit seinem Mustang Mike unterwegs. Nirgendwo gibt es ein unüberwindliches Hindernis für den kräftigen und zähen Schimmel, der ursprünglich in South Dakota in Freiheit war. Zuverlässig und trittsicher in jedem Gelände ist das ehemalige Wildpferd. Ryan Beer berichtet, wie der Wildling sein Equipagenpferd geworden ist.


“Wir haben dieses Pferd zum ersten Mal bei einer Jagd in den Flint Hills gesehen, zwei Stunden Fahrzeit von unserem üblichen Jagdgelände entfernt. Er wurde von einem Trainer geritten, der Mietpferde für Touristen ausbildet. Es war die erste Jagd für den Schimmel. Eine unserer Master, Melanie Martin, hat ihn noch am gleichen Tag sofort gekauft. Kurz danach habe ich ihn gelegentlich geritten und mich dann sehr schnell in dieses Pferd verliebt.
Zu der Zeit hatte ich nur ein einziges Jagdpferd und fragte deshalb, ob ich ihn vielleicht auch regelmäßiger reiten könnte. Er hat so eine großartige Einstellung! Seinem Mustang-Erbe geschuldet kann er manchmal auch ziemlich stur sein – meistens aber nur so lange bis er begriffen hat was man von ihm will. Sobald er die Aufgabe verstanden hat, ist er immer willig  sofort das zu tun was von ihm verlangt wird. Fast immer, wenn ich mit ihm als Pikörpferd unterwegs bin, habe ich das Gefühl, dass er besser weiß als ich, der Kennelhuntsman,  worauf es jetzt gerade ankommt.


 
Er ist das trittsicherste Pferd auf dem ich jemals gesessen habe. Er liebt es über die Hindernisse zu fliegen und den Hunden über unser weites Land zu folgen. Wenn er nicht an den Hunden geht, ist er ein großartiges Trail Pferd. Sein Brandzeichen ist nicht sehr gut zu erkennen, aber wir wissen, dass er zehn Jahre alt ist und in South Dakota eingefangen wurde. Er ist auch ein wenig Dressur geritten worden.
Voriges Jahr zu Weihnachten haben alle Master unserer Meute zusammengelegt und mir Mike ganz überlassen. Mein schönstes Weihnachtsgeschenk! Ich bin so dankbar für dieses Pferd, das mir meinen Job einfach macht, nämlich immer an den Hunden zu bleiben.
Text: Ryan Beer in „covertside“, Fotos: Leslie Henry Owen und mavyjeanphotography.com