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Master als Trainer B für Jagdreiten im Süden

Zwei Jahresurlaube hat sie investiert. Jetzt gibt es auch im Süden Deutschlands einen „Trainer B Basissport  mit Schwerpunkt Jagdreiten“. Sabine Keller, Master der Badischen Dragoner in Forst,  hat an der Westfälischen Reit- und Fahrschule Münster  die Prüfungen für das begehrte Testat bestanden - mit Gesamtnote 1,7. „Die Dressur hat mich etwas runtergezogen.“  

Sabine Keller ist jetzt die dritte Fachkraft in der Deutschen Schleppjagdvereinigung mit dieser besonderen Qualifikation und will in ihrer Disziplin auch vermehrt Schulungen anbieten, die über die Mitglieder ihres Schleppjagdvereins und Interessenten aus der Nachbarschaft hinaus zielen. Bisher hatten nur Silke Brebeck (Hamburg) und Dr. Gerhard Bosselmann (Hannover) diese Ausbildung in Münster durchlaufen und geben seither regelmäßig Kurse im Namen der DSJV.  Eine weitere Absolventin aus deren Kurs „praktiziert“ nicht.

Zwölf Teilnehmer hatte der Trainer B-Kurs in Münster. Sabine Keller war die einzige Bewerberin mit Schwerpunkt Jagdreiten. Während es im vorgeschalteten C-Trainerkurs in erster Linie um die eigenen reiterlichen Fähigkeiten geht, zielt der B-Kurs primär auf Ausbilder-Arbeit. Selber reiten muss der Prüfling mit dem eigenen Pferd in seiner Schwerpunkt-Disziplin und in der Dressur mit Pferdewechsel. Weil aus dem Kurs kein Jagdfeld zusammengestellt werden konnte, hatte Keller ersatzweise einen Geländeparcours zu absolvieren, den sie sich selbst ausgesucht hatte, inklusive Wellenbahn, Gräben, Coffin etc.

Als Ausbilder muss man eine Reitstunde konzipieren und abhalten, außerdem den Unterricht eines anderen Kursteilnehmers begleiten und kommentierend bewerten. Dazu kommt eine Hausarbeit von 10 bis 15 Seiten. Das war einfach für Keller. „Ich habe Auswahl, Ausbildung und Training des Jagdpferdes vorgestellt“. Das Thema der Projektarbeit war die zweckmäßige Ausrüstung des Jagdpferdes“. Dazu hat sie ihre Stute Susi fix und fertig gesattelt auf die Stallgasse gestellt und alles abgearbeitet, von Stollen bis Martingal.

„Im richtigen Leben“ ist  Sabine Keller Bank- Betriebswirtin. Sie reitet seit ihrem 5. Lebensjahr. Ihre erste Schleppjagd ist sie 1974 mit elf hinter der Hardtmeute geritten. Ihre Eltern kannten den Gründer der Badischen Dragoner, Master Hermann Laier, der zu der Zeit noch als Pikör bei der Hardtmeute im Einsatz war, die damals noch Beagles führte – heute laufen dort Anglo Francais. Es folgte eine Turnierreiterkarriere mit Erfolgen bis M-Springen. Ab 1985 war Keller mit beruflich bedingten Unterbrechungen als Pikörin in der Equipage von Laier bei den Badischen Dragonern im Einsatz. 2017 hat sie offiziell das Rufhorn als Master übernommen, aber die Hunde führte sie schon in der Saison zuvor. Ihre beiden Westfalen-Stuten stehen in Forst, aber nicht direkt am Kennel. Bei den Hunden ist sie an sechs Tagen der Woche und füttert auch, wann immer es geht, die Meute selbst.



Die Saison der Badischen Dragoner hat bereits begonnen. Ein Höhepunkt im Kalender wird am 2. November die „Grand Chasse au Renard franco-allemande“ im Elsass sein. Die Beziehung nach Frankreich besteht schon seit Jahrzehnten, und die Meute ist zweimal im Jahr für jeweils ein Wochenende in Neeviller.
Text: PS und Bilder: Jürgen Lange und PS