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Amberg im herrlichen Winterkönig-Wetter

Abergläubisch durften Claus Herrmann und seine Familie von Amberg nicht sein. So war es doch nun schon die 13. Kurfürstliche Schleppjagd, die dieses Jahr nach der Erstauflage im Jahre 2003 stattgefunden hat. Viel hatte sich im Laufe der Zeit geändert, von den zu Anfangs über 70 Reitern sind heute knapp 30 sattelfeste Reiter übrig geblieben, die das Gelände und die Sprünge schätzen. Auch die Hundemeuten wechselten. Einst vom Schleppjagdverein von Bayern, über die Asbach- und Frankenmeute bis hin zur Vogelsbergmeute, die dieses Jahr Ihr Debüt in Amberg gab.

Und Amberg zeigte sich von der besten Seite. Mussten die Veranstalter das Zelt und alles Drumherum am Tag davor noch im strömenden Regen aufbauen, erstrahlte die Sonne am Sonntag über den ehemaligen Truppenübungsplatz Fuchsstein und tauchte das Gelände in wunderbaren Glanz. Nicht zu warm, mit kühlen Wind und schöner Sonne. Die Bedingungen waren ideal. Unterstützt von seiner fleißigen Helfertruppe begrüßte Jagdherr Claus Herrmann nach einem zünftigen Weißwurstessen alle Reiter, die Jagdhornbläser aus Amberg und Hansi Nimrichter mit der Vogelsbergmeute.

Nach kurzer Einweisung zog das Feld von dan-nen. Die Zuschauer hatten auch dieses Jahr wieder die Möglichkeit entweder per Kutsche oder zu Fuß die Jagd zu verfolgen. Denn auch die Fußgänger konnten in knapp 3 Kilometer Marsch ca. 15 Hindernisse bestaunen.


Neu-Schleppenlegerin Charly Möller startete mit Schleppenbegleiter Jochen Schlesies in die erste Schleppe, die für die Zuschauer schon ein besonderes Schmankerl ist. Sie können  vom Berg herab ins Tal blickend die Hunde und die Pferde über drei satten Baumstämmen sehen.

Es folgten zwei weitere Schleppen, in denen auf die Reiter Tonnen, Baumstämme und zwei Bürsten warteten ehe es dann einen Bügeltrunk gab.


Danach zog das Feld weiter geführt von Claus, Doris und Hubertus Herrmann. Das zweite Feld wurde von Steffi Schedl um die nicht umreitbaren Hindernisse geführt während Katja Hehn das Feld hinten zusammenhielt. Und die Hunde taten ihre Arbeit – mit Eifer und Hin-gabe überschossen sie die Schleppe im fünften Run, aber kein Problem: nach 10 Sekunden Suchen war die Spur schon wieder gefunden und weiter ging es mit viel Geläut. Das Tolle daran: die Reiter konnten die Arbeit der Hunde beobachten und daran teilhaben. Super gemacht auch von der Equipage.


Gegen Ende der Jagd machten Jagdherren noch eine kurze Bodenkontrolle. Kontrolle ist nun mal alles in Amberg und wird sehr ernst genommen. So sah man nur glückliche Gesichter über den erfolgreichen Verlauf der Jagd und man ließ sich im Zelt gutes Wildscheingulasch mit Knödel schmecken.
Was den Veranstaltern allerdings sauer aufstößt ist das (Anmelde-) Verhalten mancher Jagdreiter. So ist in inzwischen die Unsitte entstanden sich entweder mehrfach anzumelden und dann nicht zu kommen oder gar am Samstagabend wegen Belanglosigkeiten abzusagen. Veranstalter müssen heutzutage mit knappem Budget planen. Und so kann es einfach nicht sein, dass am Ende mehr als 20 Essen „für die Tonne“ bestimmt sind.  So wundert es nicht, dass vor allem kleine Jagden aussterben. Hier sollte generell das Thema Vorüberweisung viel mehr wieder in den Fokus rücken. Wichtig genommen werden dagegen verstärkt das Sandkastenreiten und besonders geschätzt sind Jagden wo die Hindernisse nicht höher als ein Kochtopf sind. Eine bedauerliche Entwicklung.


Für das Jahr 2020 hat Claus Herrmann eine Pause angekündigt. Der Aufwand für diesen einen Tag ist erdrückend und benötigt ein Jahr an Planung. Ämter, Schäfer, Landwirte und die Stadt sind zu berücksichtigen, denen der große Dank gilt, dass diese Jagd überhaupt stattfinden kann. „So gönnen wir uns mal eine Auszeit, sagen Danke und wir sehen uns 2021 wie-der“, so Hubertus Herrmann.
Text: Hubertus Herrmann und Fotos: Heike Schrader